Dehnhülsen-Spanndorn HDDS von Ringspann
Der neue mechanische Dehnhülsen-Spanndorn HDDS von Ringspann in der Schleifmaschine: Unten die Basisaufnahme im Bauraum der Maschine; darauf aufgeschraubt befindet sich der HDDS mit Kontrollwerkstück. Darüber erkennbar sind das Zwischenstück und die von oben zugeführte Pinole. - Bild: Ringspann

Nach diesen Vorbereitungen wurde nun – von oben zugeführt – eine Pinole montiert. Dabei stellte sich allerdings heraus, dass deren Verfahrweg einige Zentimeter zu kurz ausgelegt war, um den Dehnhülsen-Spanndorn von Ringspann zur erreichen. Deshalb musste zur Überbrückung zunächst ein Zwischenstück eingesetzt werden, das sich jedoch nicht ausrichten ließ. Trotz dieser Improvisation wurde nun der Stirnrad-Rohling mit dem HDDS aufgespannt und der Schleifprozess gestartet.

Nach einer Bearbeitungszeit von etwa 13 min schlug die Stunde der Wahrheit. Das fertig geschliffene Stirnrad wurde vom HDDS abgezogen und in einem Koordinaten-Messsystem des schweizerischen Unternehmens taktil vermessen. Das Resultat war eine echte Überraschung: Die geometrische Genauigkeit der Evolventenverzahnung – mit diesem Fachbegriff aus der Mathematik bezeichnen die Verzahnungstechniker die kraftoptimierte Formgebung der Zahnflanken – lag weit innerhalb der Toleranzgrenzen. "Trotz des zusätzlichen Überbrückungselements zwischen Pinole und Werkstück wurden nur etwa 2/3 der zulässigen Toleranz ausgeschöpft", betont Schlautmann.

Weiterer Probelauf

Doch damit nicht genug. Angespornt durch die bis dahin erreichten exzellenten Messergebnisse, starteten die Verzahnungstechniker einen weiteren Probelauf – diesmal allerdings ohne die von oben zugeführte Pinole. Hier zeigte der neue mechanische Dehnhülsen-Spanndorn von Ringspann dann seine wahre Stärke, denn "beim Schleifen ohne die Pinole fiel das Ergebnis sogar noch besser aus, da jetzt gerade mal die Hälfte der erlaubten Toleranz ausgeschöpft wurde", berichtet Schlautmann. Auf diese Weise konnte sogar eine Verzahnungsqualität der Gütestufe vier erreicht werden, ohne dass das Spannzeug erneut ausgerichtet wurde! "Es wurde einfach weiter gefertigt – aber eben ohne die Pinole. Die Ergebnisse haben unsere eigenen Erwartung nochmals übertroffen", freut sich Schlautmann.

Alternative zu Hydrospannsysthemen
Die Alternative zu Hydrospannsystemen: Der neue mechanische Dehnhülsen-Spanndorn HDDS von Ringspann ist eine mehrteilige Schraub- und Steckkonstruktion und eignet sich für die Hand- oder Kraftspannung. Er besticht durch eine sehr hohe Rundlaufgenauigkeit und kann Werkstücke mit Bohrungen bis Toleranzklasse IT10 aufnehmen. - Bild: Ringspann GmbH

Mit seinem neuen mechanischen Dehnhülsen-Spanndorn ist Ringspann ein großer Wurf gelungen. Zahnrad-Herstellern und auch anderen Anwendern im Bereich der Feinzerspanung bietet sich damit eine überaus wirtschaftliche Alternative zu Hydrodehnspannzeugen. "Abgesehen von den mit dem HDDS erreichbaren hohen Genauigkeiten, ist auch die absolute Aufweitung unseres neuen Dehnhülsen-Spanndorns bis zu viermal größer. Das bedeutet für den Anwender nicht nur ein höheres Maß an Flexibilität in der Bearbeitung, sondern ist insbesondere auch für die einfache Umsetzung vollautomatisierter Fertigungskonzepte von großer Bedeutung", erklärt Schlautmann. Dazu muss man wissen, dass hydraulische Dehnspanndorne physikalisch bedingt eine recht geringe Dehnrate haben. Das verlangt den für die Zuführung eingesetzten Handlingsystemen eine hohe Präzision ab, die meist nur mit erheblichen Mehrinvestitionen in Mess- und Steuerungstechnik erkauft werden kann. Mit dem neuen mechanischen Dehnhülsen-Spanndorn von Ringspann entfällt diese Problematik.