Hartmetallwerkzeuge: Wie oft ist Aufbereitung möglich?
Hohe Wolframpreise verteuern Hartmetallwerkzeuge. Müller Präzisionswerkzeuge zeigt, wie sich durch wiederholtes Entschichten, Schärfen und Beschichten die Nutzungsdauer verlängern und Werkzeugkosten senken lassen.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Hohe Hartmetallpreise erhöhen den Kostendruck in der Zerspanung. Wie Unternehmen durch wiederholtes Entschichten, Schärfen und Beschichten ihre Werkzeuge länger nutzen und Ersatzbeschaffungen reduzieren können, erläuterte Mathias Schmidt, Geschäftsführer der K.-H. Müller Präzisionswerkzeuge GmbH, auf einem Workshop der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e.V.Aleksandr Matveev - stock.adobe.com
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• Müller Präzisionswerkzeuge stellte am 28. Oktober 2026 ein Verfahren zur mehrfachen Wiederaufbereitung von Hartmetallwerkzeugen vor.
• Die Präsentation erfolgte bei einem Workshop der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten bei der GFE Schmalkalden.
• Ein abgestimmtes Entschichtungs- und Beschichtungsverfahren verhindert die Schädigung der Hartmetalloberfläche durch Cobalt Leaching.
• Wiederaufbereitete Werkzeuge erreichen laut Müller die Qualität und Standzeit von Neuwerkzeugen und reduzieren den Bedarf an neuem Hartmetall.
Hohe Hartmetallpreise erhöhen den Kostendruck in der Zerspanung. Insbesondere der hohe Wolframcarbid-Anteil macht Hartmetallwerkzeuge empfindlich gegenüber steigenden Wolframpreisen. Eine Möglichkeit, die Werkzeugkosten zu reduzieren, ist die mehrfache Wiederaufbereitung bereits eingesetzter Werkzeuge.
Wie sich Hartmetallwerkzeuge durch wiederholtes Entschichten, Schärfen und Beschichten länger nutzen lassen, erläuterte Mathias Schmidt, Geschäftsführer der K.-H. Müller Präzisionswerkzeuge GmbH, am 28. Oktober 2026. Sein Vortrag war Teil des Workshops „Innovative Beschichtungstechnologien für Werkzeuge: Potentiale und Herausforderungen“, den die Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e.V. bei der GFE Schmalkalden e.V. veranstaltete.
Warum ist das Entschichten von Hartmetallwerkzeugen entscheidend?
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Bei der Zerspanung anspruchsvoller Werkstoffe wie Titan, Inconel oder verschiedener Stähle sind Werkzeuge hohen thermischen und mechanischen Belastungen ausgesetzt. Dabei können Aufschmierungen und Aufschweißungen entstehen, die sich beim Nachschleifen nicht vollständig entfernen lassen.
Diese Rückstände und zunehmend raue Werkzeugoberflächen beeinträchtigen die Haftung einer erneuten Beschichtung. Dadurch sinkt die Zahl möglicher Aufbereitungszyklen. Eine Entschichtung kann solche Rückstände entfernen, birgt jedoch ein weiteres Risiko: Beim sogenannten Cobalt Leaching wird Kobalt aus der Hartmetalloberfläche gelöst. Dadurch verliert diese an mechanischer Belastbarkeit.
Werkzeugaufbereitung ohne Cobalt Leaching
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Mathias Schmidt, Geschäftsführer der K.-H. Müller Präzisionswerkzeuge GmbH, stellte den Zuhörern die Möglichkeiten vor, wie die Lebensdauer von Werkzeugen verlängert werden kann.Müller Präzisionswerkzeuge
Müller Präzisionswerkzeuge hat nach eigenen Angaben ein aufeinander abgestimmtes Verfahren zum Be- und Entschichten entwickelt, das Cobalt Leaching verhindert. Nach der Entschichtung werden die Werkzeuge nachgeschärft und erneut beschichtet.
Laut Unternehmen erreichen die aufbereiteten Hartmetallwerkzeuge dadurch wieder die Qualität und Standzeit eines Neuwerkzeugs. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass bereits die erste Beschichtung bei Müller erfolgt ist. „Wir können so häufig entschichten, schleifen und beschichten, wie es die Werkzeuggeometrie erlaubt“, sagt Geschäftsführer Mathias Schmidt.
Wie lassen sich die Kosten für Hartmetallwerkzeuge senken?
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Die mögliche Zahl der Aufbereitungszyklen wird damit nicht durch die Beschichtung, sondern durch die verbleibende Werkzeuggeometrie begrenzt. Für metallverarbeitende Unternehmen bedeutet dies eine längere Nutzungsdauer vorhandener Werkzeuge bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit. Ersatzbeschaffungen werden seltener notwendig, wodurch auch der Bedarf an neuem Hartmetall sinkt.
Angesichts hoher Wolframpreise gewinnt diese Form der Werkzeugaufbereitung wirtschaftlich an Bedeutung. Das wiederholte Entschichten, Schärfen und Beschichten ermöglicht es, Hartmetallwerkzeuge über mehrere Einsatzzyklen hinweg zu nutzen und die Werkzeugkosten zu reduzieren.
Was Sie zum Thema Hartmetallwerkzeuge wissen müssen
• Warum lohnt sich die Wiederaufbereitung von Hartmetallwerkzeugen? – Hohe Wolframpreise verteuern neue Werkzeuge. Eine mehrfache Aufbereitung verlängert die Nutzungsdauer und reduziert Ersatzbeschaffungen.
• Wie funktioniert die Wiederaufbereitung von Hartmetallwerkzeugen? – Die Werkzeuge werden entschichtet, nachgeschärft und erneut beschichtet. Entscheidend ist ein abgestimmtes Verfahren, das die Hartmetalloberfläche nicht schädigt.
• Welche Rolle spielt Cobalt Leaching bei Hartmetallwerkzeugen? – Beim Cobalt Leaching wird Kobalt aus der Hartmetalloberfläche gelöst. Dies kann deren mechanische Belastbarkeit verringern und weitere Aufbereitungszyklen erschweren.
• Erreichen wiederaufbereitete Hartmetallwerkzeuge die Standzeit neuer Werkzeuge? – Laut Müller Präzisionswerkzeuge erreichen sie wieder die Qualität und Standzeit von Neuwerkzeugen, sofern bereits die Erstbeschichtung bei Müller erfolgte.
• Wie oft können Hartmetallwerkzeuge wiederaufbereitet werden? – Nach Angaben von Geschäftsführer Mathias Schmidt ist die Wiederaufbereitung so häufig möglich, wie es die verbleibende Werkzeuggeometrie zulässt.