Mit der neuen Portalfräsmaschine FZ33 compact fertigt Quast Praezisionstechnik komplexe Bauteile kleinerer und mittlerer Größe äußerst genau und wirtschaftlich.

Mit der neuen Portalfräsmaschine FZ33 compact fertigt Quast Praezisionstechnik komplexe Bauteile kleinerer und mittlerer Größe äußerst genau und wirtschaftlich.

Zimmermann: die Portalfräsmaschine FZ33 compact

Die Flugzeugindustrie ist für Zulieferer ähnlich wie die Automobilbranche ein hart umkämpfter Markt. Unternehmen, die nur Komponenten fertigen, sind immer weniger gefragt. Um wettbewerbsfähig zu sein, müssen sie von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zu weiteren Schritten wie Montage oder Beschichten alles aus einer Hand bieten können.

Quast Praezisionstechnik ist ein Zulieferunternehmen, das auf hochpräzise und oft komplexe, sicherheitsrelevante Bauteile spezialisiert ist. „Wir konstruieren und stellen Sonderfertigungsmittel hauptsächlich für die Luftfahrtindustrie, aber auch für die Hafenwirtschaft und Metallindustrie her“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Olaf Schreyer. Dazu gehören beispielsweise Sonderanfertigungen, Prototypen, Kleinserien, Verschleiß- und Ersatzteile. „Service stellt den Schwerpunkt unserer Philosophie dar. Deswegen übernehmen wir auch Reparaturen oder Vormontagen“, ergänzt er. Größere Projekte entwickeln und fertigen die Hamburger gemeinsam mit den Kunden. Das Unternehmen bearbeitet vorwiegend Aluminium, Stahl und verschiedene Kunststoffmaterialien.

 

Hohe Qualitätsanforderungen

Die Hamburger Luftfahrtindustrie ist gut gerüstet, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Trotzdem stehen Zulieferer ähnlich wie in der Automobilindustrie vor erheblichen Herausforderungen. Denn auch in dieser Branche vollzieht sich weltweit ein Prozess der Konzentration und der Konsolidierung. „Würden wir nur Komponenten fertigen, könnten wir uns am Markt wohl nicht halten“, vermutet Schreyer. „Wer als Zulieferer für die Luftfahrtindustrie wettbewerbsfähig sein will, muss sein Unternehmen auf die steigenden Anforderungen ausrichten.“ Das bezieht sich, betont er, besonders auf Prozesse entlang der Wertschöpfungskette wie Einkauf, Engineering und Produktion. Den strengen Qualitätsanforderungen bei der Fertigung von Komponenten begegnet Quast mit einem hohen Know-how.

Auf einen Blick

Zimmermann FZ33 compact

  • integriertes Fundament
  • hohe Dynamik durch eigensteifen Basiskörper aus Guss mit integrierter Tischplatte, aufgesetzten Seitenwänden, gefüllt mit Spezialbeton sowie struktursteifem Portal
  • kompaktes, platzsparendes Design für variable Aufstellmöglichkeiten
  • breites Anwendungsspektrum für verschiedene Materialien durch 2-Achsen-Fräsköpfe VH30 und VH20

 

Die Erfahrung, so Schreyer, zeigt: „Große Flugzeughersteller wie Airbus wollen Partner, die von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zu weiteren Bearbeitungsschritten wie der kompletten Montage von Baugruppen oder verschiedenen Oberflächenbeschichtungen alles aus einer Hand liefern.“

 

Fertigungsnetz für alle Prozesse

Zimmermann Anlage

F. Zimmermann hat die Anlage so konzipiert, dass Bauteile aus Aluminium und Verbundwerkstoffen schnell von fünf Seiten komplett bearbeitet werden können.
Bilder: F. Zimmermann GmbH

Die strategischen Partnerschaften sorgen außerdem dafür, den Aufwand gering und die Auftragslage möglichst stabil zu halten. Um für jeden Auftrag gut gerüstet zu sein, hat sich Quast mit verschiedenen Unternehmen ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut. „Bei Bedarf können wir jederzeit auf Leistungen anderer Spezialisten zurückgreifen, etwa aus der Schweiß- oder Beschichtungstechnik“, sagt Schreyer. „Wir können somit alle Prozesse ganz genau darstellen. Das setzen viele Hersteller mittlerweile für die Auftragsvergabe voraus.“

Aufträge mit großdimensionierten Bauteilen übernimmt der Zulieferer Quast nun selbst.

Knapp 30 drei- bis fünfachsige CNC-Dreh- und Fräsmaschinen sowie ein neunachsiges Bearbeitungszentrum stehen dem Zulieferbetrieb zur Verfügung. „Unser Ziel war es, unser Leistungsspektrum weiter zu erhöhen, um damit noch flexibler zu sein und unseren Kunden einen noch besseren Service bieten zu können“, berichtet Schreyer. Auf der Suche nach einer passenden Portalfräsmaschine stießen die Hamburger auf die F. Zimmermann GmbH. „Im Gespräch stellte sich sehr schnell heraus, dass sich für diesen Betrieb die neue FZ33 compact ideal eignet“, schildert Rüdiger Hellwig, Vertriebsmitarbeiter bei F. Zimmermann.

Die 5-Achs-Portalfräsmaschine überzeugt mit Verfahrwegen von bis zu 2500 mm in der X-, 3000 mm in der Y- und 1250 mm in der Z-Achse durch einen großzügigen Arbeitsraum bei sehr geringen Außenabmessungen der Anlage. Dabei ist sie besonders leistungsstark und stabil. „Wir haben sie konzipiert, um Bauteile aus Aluminium und Verbundwerkstoffen drei- und fünf-achsig komplett und schnell zu bearbeiten“, sagt Hellwig. Und mit der Maschine kann auch Stahl und Guss mit hoher Dynamik und Präzision bearbeitet werden.

Die FZ33 compact verfügt über ein Werkzeugwechselsystem sowie eine vollautomatische Laserwerkzeugvermessung und einen Funktaster. Der integrierte Funktaster sichert ein schnelles Einmessen des Bauteils. Zur Ausstattung gehört ein Späneförderer, der für die Trockenbearbeitung verschlossen werden kann. Dies ermöglicht einen sehr schnellen Wechsel zwischen Nass- und Trockenbearbeitung.

Im Profil

Quast Kleinerüschkamp

Entscheidend für den Invest war der eigensteife Basiskörper der FZ33 aus etwa 15 t Guss mit integrierter Tischplatte, den aufgesetzten mit Spezialbeton gefüllten Seitenwänden, sowie dem struktursteifen Portal. Komplexe Bauteile wie etwa Bohrschablonen aus Aluminium können gerade auf der neuen FZ33 compact gefräst werden. Dabei geht es um die sehr hohe Genauigkeit in der 5-Achs-Bearbeitung, die der genau positionierende Fräskopf ermöglicht.

 

Hochpräzises Positionieren

Olaf Schreyer und Dorit Kleinerueschkamp

„Mit der neuen FZ33 compact können wir uns jetzt noch schneller auf unterschiedliche Größen, Materialien und Komplexitäten der Bauteile einstellen.“
Geschäftsführende Gesellschafter der Quast Praezisionstechnik Olaf Schreyer (rechts) mit seiner Frau Dorit Kleinerüschkamp, ebenfalls Mitglied der Geschäftsführung.

Bei Quast kommt der Zimmermann-Fräskopf VH30 zum Einsatz. Dessen A-Achsantrieb erfolgt über zwei elektronisch verspannte, spielfreie Torque-Doppelmotoren, die C-Achse über einen Torque-Direktantrieb. In Verbindung mit einem hochauflösenden Messsystem wird ein schnelles und hochpräzises Positionieren ermöglicht, der Fräskopf verbindet somit hohe Haltemomente mit hohen Rotationsgeschwindigkeiten in der A- und C-Achse. „Durch den symmetrischen Aufbau und die nach unten verjüngte kompakte Bauform des Fräskopfes besitzt dieser außerdem eine geringe Störkontur“, erläutert Hellwig. Die Maschine erlaubt Vorschubgeschwindigkeiten bis zu 60 m/min, die Achsbeschleunigung im Eilgang reicht bis zu 5 m/s2. „Damit lassen sich sehr effizient exzellente Oberflächen fräsen“, ist Schreyer begeistert und ergänzt: „Wir können uns jetzt noch schneller auf unterschiedliche Größen, Materialien und Komplexitäten der Bauteile einstellen.“ Aufträge, die aufgrund ihrer Dimensionen vorher abgelehnt werden mussten, kann Quast nun selbst übernehmen.

 

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