Werkzeugmaschinenhersteller

Hermle steigert Auftragseingang trotz herausforderndem Umfeld

Die Geschäftszahlen 2025 von Hermle zeigen eine robuste Entwicklung in einem herausfordernden Marktumfeld. Vor allem große internationale Aufträge treiben das Wachstum beim Auftragseingang.

Hermle ist eines der Kronjuwelen des deutschen Werkzeugmaschinenbaus. Das Unternehmen konnte seine starke Marktposition auch im vergangenen Geschäftsjahr halten.

Summary: Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG wird den Auftragseingang im Jahr 2025 auf 484 Mio EUR steigern. Das internationale Geschäft kompensiert die schwache Inlandsnachfrage. Der Umsatz bleibt stabil, das Ergebnis liegt unter dem Vorjahr, aber über den Erwartungen.

Was zeigen Hermles Geschäftszahlen für 2025?

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG hat sich im Geschäftsjahr 2025 „in einem extrem schwierigen und turbulenten Umfeld besser als erwartet“ entwickelt, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Der Auftragseingang stieg auf vorläufiger Basis um rund 6 % auf etwa 484 Mio. EUR (Vorjahr: 456 Mio. EUR). Maßgeblich dafür waren umfangreiche Großaufträge aus dem Ausland, die insbesondere im zweiten Halbjahr zu einem deutlichen Zwischenhoch führten.

Warum wächst das internationale Geschäft stärker?

Der Anstieg im Auftragseingang ist laut Unternehmen vor allem auf internationale Märkte zurückzuführen. Die schwache Inlandsnachfrage konnte dadurch überkompensiert werden. Im Inland hingegen wurde ein Rückgang verzeichnet. Als Gründe nennt Hermle unter anderem die anhaltende Verunsicherung durch die Zollpolitik der USA sowie strukturelle Belastungen wie Konjunkturflaute, Probleme in der Automobilindustrie, hohe Energiekosten, erschwerte Finanzierungsbedingungen und zunehmende Bürokratie. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei rund 91 Mio. EUR (Vorjahr: 99 Mio. EUR).

Wie entwickelte sich der Umsatz im Jahr 2025?

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Der Konzernumsatz stieg leicht auf 492 Mio. EUR (Vorjahr: 488 Mio. EUR). Die im zweiten Halbjahr gewonnenen Großaufträge wurden bis Jahresende weitgehend abgearbeitet und sorgten für eine Stabilisierung der Auslastung. In den übrigen Monaten blieb die Kapazitätsauslastung jedoch unzureichend. Das Unternehmen setzte erneut Bremstage und Kurzarbeit ein, um auf die schwankende Nachfrage zu reagieren.

Wie wirkt sich dies auf das Ergebnis aus?

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um rund 19 % auf etwa 69 Mio. EUR (Vorjahr: 85 Mio. EUR). Trotz des Rückgangs lag das Ergebnis deutlich über den Erwartungen. Noch im November 2025 war das Unternehmen von einem Rückgang um mindestens 25 % ausgegangen. Gegen Jahresende entwickelten sich Auslastung und Wertschöpfung jedoch besser als prognostiziert. Belastend wirkten laut Mitteilung insbesondere steigende Lohn- und Energiepreise, Währungsverschiebungen sowie bürokratische Auflagen.

Welche personellen und finanziellen Entscheidungen wurden getroffen?

Auf Basis der vorläufigen Zahlen schlägt der Vorstand eine Dividende von 9,50 EUR je Stammaktie und 9,55 EUR je Vorzugsaktie vor (Vorjahr: 11,00 EUR bzw. 11,05 EUR). Zudem wurde Benedikt Hermle mit Wirkung zum 1. November 2026 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Der 37-Jährige gehört dem Vorstand seit 2018 an und verantwortet die Bereiche Produktion, Service und Personal.

Quelle: Hermle AG