Warum Werkzeugmaschinen-Aufträge nur leicht zulegen
Die Werkzeugmaschinen-Aufträge italienischer Hersteller sind im ersten Quartal 2026 um 3,1 % gestiegen. Laut UCIMU trägt allein das Ausland den Zuwachs, während der Inlandsmarkt deutlich zurückfällt.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
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Summary: UCIMU-SISTEMI PER PRODURRE meldet für Italien im ersten Quartal 2026 einen Anstieg der Werkzeugmaschinen-Aufträge um 3,1 %. Die Auslandsaufträge legten um 28,9 % zu, während die Inlandsaufträge um 28,8 % sanken. Präsident Riccardo Rosa sieht die italienische Nachfrage durch offene Details zur Hyperabschreibung blockiert.
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der vom
Centro Studi & Cultura di Impresa von UCIMU-SISTEMI PER PRODURRE
erarbeitete Auftragsindex für Werkzeugmaschinen einen Anstieg von 3,1% im
Vergleich zum Zeitraum Januar-März 2025. Der absolute Indexwert hat sich bei
87,1 eingependelt (Basis 100 im Jahr 2021).
Ausschlaggebend für das Ergebnis war
ausschließlich die gute Performance der Hersteller auf dem Auslandsmarkt;
absolut negativ war der Verlauf der auf
dem Inlandsmarkt gesammelten Aufträge.
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Insbesondere verzeichneten die im Ausland
gesammelten Aufträge einen Zuwachs von 28,9% im Vergleich zum ersten Quartal
des Jahres 2025. Der absolute Indexwert pendelte sich bei 95,9 ein.
Die auf dem Inlandsmarkt gesammelten Aufträge
verzeichneten stattdessen einen Rückgang von 28,8% im Vergleich zum selben
Zeitraum des vergangenen Jahres, bei einem absoluten Indexwert von 67,3.
Riccardo Rosa, Präsident von UCIMU-SISTEMI PER
PRODURRE, erklärte: „Der Auftragsindex im ersten Quartal steigt, und das ist
sicherlich ein positives Signal, aber für die italienischen Hersteller absolut
nicht zufriedenstellend. Das Ausland läuft – aber wie lange noch? Währenddessen steht Italien still und ist den
Mitteilungen der Regierungsbehörden zur Hyperabschreibung ausgeliefert, die –
genau wie bereits bei Transizione 5.0 – auf sich warten lassen.“
„Der Anstieg der Aktivitäten im Ausland zeigt
– trotz des instabilen geopolitischen Klimas, dem wir täglich gegenüberstehen –
die Fähigkeit der italienischen Hersteller, die Nachfrage dort zu erschließen,
wo sie sich am ehesten konkretisieren kann, indem sie sich auf Regionen und
Absatzmärkte konzentrieren, die Investitionsbereiter sind. Es handelt sich um
eine wichtige und akribische Arbeit, die unsere Unternehmen seit mehreren
Monaten leisten, indem sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Chancen und Kenntnisse
nutzen. Da sich die Auslandsnachfrage trotz allem realisieren lässt, wird noch
deutlicher, dass die Blockade der Inlandsnachfrage auf das Warten – wie man
sieht - von Klarstellungen zur Maßnahme der Hyperabschreibung zurückzuführen
ist.“
„Wie ist es möglich, sich in derselben
Situation vom Jahr 2025 wiederzufinden, abhängig von den ständigen Ansagen und
Widerrufen unserer Regierungsbehörden? So wie sie konzipiert wurde – so
Riccardo Rosa weiter – sollte die Hyperabschreibung die Innovation unserer
Industrie fördern, stattdessen zwingt sie die Unternehmen zum Ausharren, in der
Schwebe zwischen einem Durchführungsdekret und einem Direktoratsdekret, wodurch
die derzeit zahlreichen Verhandlungen de facto eingefroren werden. Kurz gesagt:
Der Wille der italienischen Nutzer zu investieren ist vorhanden, aber nichts
wird sich tun, solange nicht alle technischen Details der Maßnahme bekannt
gegeben werden.“
„Wir haben die Entscheidung der Regierung sehr
begrüßt, die verarbeitende Industrie mit einer Maßnahme wie der
Hyperabschreibung auszustatten, die eine mehrjährige Laufzeit von 2026 bis 2028
hat. Aber – so stellt Rosa fest – diese Wartezeit, die sich faktisch über einen
guten Teil der ersten Hälfte des Jahres 2026 erstrecken wird, hat uns sofort an
die wirklich frustrierende Erfahrung mit 5.0 zurückdenken lassen.“
„Der Punkt ist, dass die verarbeitende
Industrie – wie bereits der Präsident von Confindustria, Emanuele Orsini,
betont hat – nicht nur wegen des geopolitischen Umfelds besorgt ist, sondern
auch wegen der Langwierigkeit, mit der die Vertreter der staatlichen
Institutionen arbeiten, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene.“
„In diesem Quartal – betont Rosa – haben die
italienischen Hersteller dank der Auslandsnachfrage Aufträge erhalten, trotz
aller zuvor genannten Schwierigkeiten. Aber was würde passieren, wenn der
Konflikt im Iran länger andauern sollte? Dann ging es nicht mehr darum, eine
vollständige oder teilweise Schließung eines Marktes zu bewältigen. Wir stünden
stattdessen vor einer weitaus schlimmeren Situation. Gerade deshalb ist es
entscheidend, alle notwendigen Maßnahmen unverzüglich umzusetzen, um die
Hyperabschreibung wirksam zu machen, damit die italienischen Unternehmen die
geplanten Investitionen tätigen können, die derzeit eingefroren sind.“
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„Darüber hinaus – so der Präsident von UCIMU
abschließend – fordern wir die Regierungsbehörden auf, sich in Europa für die
Notwendigkeit einzusetzen, auf eine starke und entschlossene Union zählen zu
können, die in der Lage ist, gemeinsame Politiken und Programme zu definieren,
die es uns ermöglichen, der globalen geopolitischen Instabilität bestmöglich zu
begegnen, bevor sie uns überrollt.“
Quelle: UCIMU, bearbeitet von: Sabine Königl
FAQ zu Werkzeugmaschinen-Aufträgen
• Warum steigen die Werkzeugmaschinen-Aufträge im ersten Quartal 2026? – Der Auftragsindex steigt um 3,1 %, getragen ausschließlich durch die starke Entwicklung der Auslandsaufträge.
• Wie entwickeln sich die Werkzeugmaschinen-Aufträge im Ausland? – Die Auslandsaufträge legen im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 28,9 % zu und erreichen einen Indexwert von 95,9.
• Warum sinken die Werkzeugmaschinen-Aufträge in Italien? – Laut UCIMU belastet der Warteeffekt rund um technische Details der Hyperabschreibung die Inlandsnachfrage.
• Welche Rolle spielt die Hyperabschreibung bei Werkzeugmaschinen-Aufträgen? – UCIMU sieht geplante Investitionen blockiert, solange nicht alle technischen Details der Maßnahme bekannt sind.
• Was fordert UCIMU für die Werkzeugmaschinen-Aufträge? – Der Verband fordert eine schnelle Umsetzung der Hyperabschreibung und stärkere gemeinsame europäische Maßnahmen gegen geopolitische Instabilität.