SMW gestaltet die digitale Transformation der Teilefertigung
Digitale Spanntechnik gilt als zentraler Hebel für die Transformation der Teilefertigung. SMW-Autoblok zeigt, wie sich Produktivität und Flexibilität direkt am Werkstück steigern lassen.
Petra MüllerPetraMüllerPetra MüllerMarketing, SMW-Autoblok
Die SMW Factory Airport wird im Herbst 2026 auch eine gläserne Fabrik für die digitale Fertigung sein.SMW-Autoblok
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Summary: SMW-Autoblok und SMW-Electronics treiben in
Meckenbeuren den Aufbau einer digitalen Fabrik voran. Ab Herbst 2026
demonstriert die SMW Factory Airport automatisierte Spanntechnik. Ziel ist
höhere Produktivität durch Sensorik, Automation und digitale Schnittstellen.
Wenn im Herbst 2026 die SMW Factory Airport in Meckenbeuren unweit
des Bodensees die Produktion aufnimmt, soll sie mehr sein als ein reiner
Fertigungsstandort. Sie wird als gläserner Betrieb zeigen, wie mit intelligenten
Lösungen die Teilefertigung in der digitalen Fabrik realisiert wird. Diese
sollen eine neue Produktivität ermöglichen, die maßgeblich über die künftige
Wettbewerbsfähigkeit entscheiden wird.
Tobias Schneider, Business Development, SMW-Autoblok.SMW-Autoblok / Marco Mehl
„Transformation ist Pflicht“ lautet eine der Empfehlungen,
welche der Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer VDMA zusammen mit
der Beratungsagentur McKinsey diesen Herbst formulierte. Gemeint ist die
technologische Transformation hin zu mehr Digitalisierung, künstlicher
Intelligenz und Nachhaltigkeit. Zur Pflicht werde sie vor allem vor dem
Hintergrund eines sich verschärfenden globalen Wettbewerbs – Ergebnis einer
Studie, welche die beiden Partner zur „Zukunftsperspektive 2030-35“ des
europäischen Maschinen- und Anlagenbaus vorgelegt haben.
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Tobias Schneider teilt diese Einschätzung. „Die
Transformation ist in Deutschland in vollem Gang. Sie kann und darf nicht ins
Stocken geraten.“ Schneider ist Business Development Manager bei SMW-Autoblok. Der
Hersteller entwickelt und fertigt Spannsysteme für die rotative und stationäre
Werkstückbearbeitung. Digitalisierung und Automation sind schon lange Themen
der Entwicklungsarbeit. 2021 bündelte er seine globalen Aktivitäten darin in
dem eigenständigen Unternehmen SMW-Electronics. Eine neue Fertigungsstätte, die
derzeit am Firmensitz in Meckenbeuren entsteht, soll nun die Entwicklungsarbeit
zusätzlich forcieren. In der SMW Factory Airport werden nicht nur Lösungen für
die digitale, automatisierte Spanntechnik entstehen. Ab Herbst 2026 wird SMW hier
mit seinen Systemen vorführen, wie sich die digitale Fertigung realisieren
lässt und wie Anwender damit kritische Aufgaben der Fertigung lösen können.
Induktive Koppelsysteme, wie hier das scheibenförmige F 100, übertragen Energie und Signale kontaktlos. Damit machen sie alle Bewegungen in der Werkstückbearbeitung mit – auch eine endlose Rotation in beide Richtungen.SMW- Autoblok/ SMW-Electronics
In der Teilefertigung ist die wichtigste dieser Aufgaben,
die Produktivität bei zunehmender Teilevielfalt und sinkenden Stückzahlen
beizubehalten. „Dem Wandel von der Massen- zur individuellen Fertigung werden
wir mit traditionellen Produktionsprozessen nicht mehr Herr“, sagt Schneider. Ein
großes Potenzial für eine produktivere Teilefertigung sieht er dort, wo sich
die Anforderung am stärksten verändert: direkt am Werkstück. „Die digitale Spanntechnik
ist der Schlüssel zu Variabilität, kurzen Rüstzeiten und damit zu mehr Produktivität“,
so der Manager.
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Der entscheidende Ansatz liegt für ihn in den Parametern
Kraft und Position. „Indem wir diese direkt am Werkstück kontrollieren, können
wir sie variabel auf das jeweilige Teil anpassen.“ Möglich wird dies durch Sensorik,
mit der SMW Spannsysteme digitalisiert. Die Anbindung an die übergeordnete
Steuerung vollendet den Schritt in die Automation. SMW realisiert sie mit
induktiven Koppelsystemen, die kontaktlos Energie und Signale übertragen und als
digitale Schnittstelle (Digit Interface) in der Werkzeugmaschine fungieren.
Digitale Ausrüstung aus einer Hand
Wie sich das konkret in der Teilefertigung darstellt,
schildert Schneider anhand der Abläufe einer Werkzeugmaschine. SMW kann diese vollständig
aus einer Hand mit digitalen Lösungen ausrüsten.
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1 – Kommunikation und Steuerung
In der Digitalen Fabrik ist an jeder Maschine eine digitale
Schnittstelle erforderlich. SMW liefert diese mit seinen induktiven
Koppelsystemen. Sie versorgen die Komponenten nicht nur mit Energie, sondern
ermöglichen zugleich den Austausch der Signale zwischen Sensorik und der
übergeordneten Steuerung. Energie und Signale werden über einen Luftspalt
übertragen. Die Komponenten können so ohne hinderliche Kabel über das Bussystem
an die SPS angebunden werden. Damit ist die Übertragung verschleißfrei in jeder
Bewegung möglich, sowohl beim Palettenwechsel in der Fünf-Achs-Bearbeitung als
auch in der endlosen Rotation einer Drehmaschine oder eines Greifsystems.
Die mechatronischen, automatisierbaren Greifsysteme der Produktreihe MOTIACT unterstützen Wechselprozesse für Backen, Teile und Werkzeuge.SMW- Autoblok / SMW-Electronics
Darüber hinaus stattet SMW seine Koppelsysteme sowie alle
seine mechatronischen Produkte mit einem KI-fähigen Mikroprozessor aus. Dort
können Algorithmen für die Prozessüberwachung, die vorausschauende Wartung oder
das maschinelle Lernen aus Beladungsfehlern hinterlegt werden.
2 – Handling und Beladung
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Werkstücke und Werkzeuge werden per Cobot, Industrie- oder
Portalroboter übergeben. Das End-of-Arm-Tooling stattet SMW mit mechatronischen
Greifsystemen seiner Produktreihe MOTIACT aus. Durch ein integriertes absolutes
Wegmesssystem lässt sich die Lagenposition der Greifer mit einer
Wiederholgenauigkeit von 0,02 mm exakt anpassen; die Greifkraft kann unabhängig
von Geschwindigkeit und Hub in feinen Abstufungen genau auf das zu greifende
Gut eingestellt werden.
3 – Positionieren und Spannen
Auch für seine Spannmittel erzielt SMW mit integrierter
Sensorik Vorteile für die Variabilität und die Prozesssicherheit.
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Zum Beispiel in der Drehmaschine:
Für ein Spannfutter ermittelt der digitale Werkstückanschlag
„e-sensing“ in einem Messbereich von 5 mm, ob das zu bearbeitende Bauteil
vorhanden ist, ob es korrekt im Spannmittel aufliegt und ob der
Bearbeitungsprozess starten kann.
SMW-Lünetten können mit dem USP 4.0 ausgestattet werden. Das
lineare Wegmesssystem erfasst den Spannweg der Lünettenhebel kontaktlos per
Ultraschall und bemisst daraus deren genaue Position. Das ermöglicht auch ein
teilweises Öffnen oder Schließen, was Taktzeiten und Energieverbrauch
reduziert.
Zum Beispiel im Bearbeitungszentrum:
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Ein integriertes lineares Wegmesssystem sorgt auch bei
Langhubspannern wie dem hydraulischen SLX digit für stufenlos einstellbare Hübe
und damit für eine hohe Teilevielfalt ohne häufige Spannmittelwechsel.
Beim mechatronischen SLX e-motion lassen sich die Position
der Spannbacken und die Spannkraft auch während der Bearbeitung überwachen. Die
Parameter können zudem für mehrere Teile voreingestellt werden, sodass die Fertigung
mannlos erfolgen und von der Sensorik überwacht werden kann.
4 – Wechseln
Mit Schnellwechselsystemen ermöglicht SMW das automatische Umrüsten
auf neue Arbeitsschritte.
Backenwechsel können bei Langhubspannern wie dem SLX digit
oder Kraftspannfuttern wie dem KNCS-matic automatisch per Roboter erfolgen.
Montiert auf einem Nullpunktspannsystem wie dem ZeroAct
e-motion wird auch der automatisierte Palettenschnellwechsel machbar.
Der Schnellwechsel von Werkzeugen wie von Greifern kann über
das AcuGrip-TC erfolgen, das mit einem integrierten Sensor die Zentrierung mit
einer Wiederholgenauigkeit von ± 0,0015 mm bis ± 0,01 mm sicherstellt.
SMW eröffnet mit einem Nachrüst-Konzept aus HRU 1 und e-sensing auch für konventionelle Spannfutter den Weg in die digitale Fabrik.SMW-Autoblok
„Mit solchen digitalen, automatisierbaren Lösungen erhöhen
Anwender ganz klar ihre Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Schneider. Die Gründe sind
vielfältig: Die Variabilität steigt, sodass sich einzelne Produktionslinien für
mehrere verschiedene Teile nutzen lassen. Die mannlose Fertigung wird machbar,
sodass sich auch mit geringerer Zahl verfügbarer Fachkräfte Fertigungsabläufe sicher
durchführen lassen. Die Präzision nimmt zu, sodass sich die Qualität verbessert
und der Ausschuss verringert.
Damit fertigende Unternehmen frühzeitig von den Vorteilen profitieren
können, ermöglicht SMW den schrittweisen Einstieg in die Digitalisierung. „Die
Automation ist auch im Retrofit möglich“, so Schneider. Beispiel dafür ist eine
SMW-Lösung aus dem digitalen Werkstückanschlag e-sensing und der hybriden
Drehzuführung HRU 1. Für letztere kombinierte SMW die Versorgung mit wahlweise
Kühlmittel, Luft oder Öl mit der Energie- und Signalübertragung. Damit wird HRU
1 zum induktiven Koppelsystem, mit dem sich der digitale Werkstückanschlag in
die Steuerung einbinden lässt; konventionelle Spannfutter werden somit
automatisierbar.
„Die digitale Transformation ist ein Prozess, der seine Zeit
benötigt“, zieht Tobias Schneider von SMW als Fazit. „Entscheidend ist, dass
man damit nicht wartet.“
FAQ – Digitale Spanntechnik
Was ist digitale Spanntechnik? – Digitale Spanntechnik
beschreibt Spannsysteme mit Sensorik und digitaler Anbindung zur Steuerung von
Kraft und Position.
Warum ist digitale Spanntechnik wichtig? – Digitale
Spanntechnik ermöglicht höhere Produktivität, Flexibilität und Qualität in der
Teilefertigung.
Wie unterstützt digitale Spanntechnik die Automation? –
Digitale Spanntechnik integriert Sensorik und Schnittstellen, wodurch
automatisierte und mannlose Prozesse möglich werden.
Wo wird digitale Spanntechnik eingesetzt? – Digitale
Spanntechnik kommt in Drehmaschinen, Bearbeitungszentren und automatisierten
Fertigungslinien zum Einsatz.
Kann digitale Spanntechnik nachgerüstet werden? – Digitale
Spanntechnik lässt sich laut SMW auch im Retrofit in bestehende Systeme
integrieren.