Wie der Power-Check von Ott-Jakob für überwachte Spannprozesse sorgt
Mit dem Power-Check der Ott-Jakob Spanntechnik GmbH lässt sich die
Einzugskraft des Werkzeug-Spannsystems genauestens dokumentieren.
Entwicklungsleiter Wolfgang Bechteler erklärt, für welchen Einsatzzweck sich die
unterschiedlichen Varianten des Messgeräts eignen und warum eine korrekte
Einzugskraft für den Betrieb bares Geld spart.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Entwicklungsleiter Wolfgang Bechteler von der Jakob-Ott Spanntechnik GmbH demonstriert den Power-Check 2 an einer
Vorführspindel.Benjamin Koebler_Linsner
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Summary: Der Power-Check von OTT-JAKOB wurde entwickelt, um die Einzugskraft von Werkzeugspannsystemen präzise und zuverlässig zu messen und damit Fertigungsqualität sowie Prozesssicherheit zu erhöhen. Die Weiterentwicklungen – vom Power-Check 2 über den fest installierten Power-Check Magazine bis zum kompakten Power-Check Micro – bieten höhere Messgenauigkeit, bessere Bedienbarkeit und neue Funktionen wie Funkübertragung und Wechselbatterien. Ziel bleibt eine kontinuierliche Optimierung für maximale Präzision, Zuverlässigkeit und Anwendernutzen.
Der Power-Check ist seit 1994 ein fester Bestandteil im Portfolio von Ott-Jakob. Wie
entstand die Idee zu diesem Messgerät und wo lagen die größten Herausforderungen
bei dieser damals noch neuen Produktkategorie?
Wolfgang Bechteler: Ausgangspunkt waren die vielen unhandlichen und ungenauen hydraulischen
Kraftmessdosen mit allen Problemen, wie auch fehlender Steifigkeit. Die Idee zu einem
Handmessgerät mit Wechseladaptern wurde geboren. Eine der größten Herausforderungen
war es, Messtechnik und Robustheit so zu kombinieren, dass das Gerät auch im rauen
Fertigungsalltag zuverlässig funktioniert. Die Elektronik wurde damals noch zugekauft, was
für die damalige Zeit eine sinnvolle Lösung war, uns aber auch gewisse Grenzen bei der
Weiterentwicklung gesetzt hat.
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Inwiefern profitiert der Anwender durch eine Überwachung der Einzugskraft?
Bechteler: Die Einzugskraft ist ein Maß der Spannqualität des Werkzeugs in der
Schnittstelle. Die Messung der Einzugskraft ist aus mehreren Gründen entscheidend für die
Sicherheit, Qualität und Effizienz in der Fertigung. Eine unzureichende Einzugskraft kann
Vibrationen hervorrufen, wodurch die Maschine oder das Werkstück Schaden nehmen kann.
Präzise Messungen helfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Auch Verschleiß oder
Defekte an Werkzeugaufnahmen und Spannsystemen lassen sich frühzeitig erkennen, bevor
sie zu Produktionsausfällen führen. Kurz gesagt: Eine optimale Einzugskraft trägt zu hoher
Fertigungsqualität bei, verringert Ausschuss und spart in Produktion und Instandhaltung
letztlich bares Geld.
Als 2. Modellgeneration folgte der Power-Check 2, diesmal mit hauseigener Elektronik
und rundum überarbeitetem Design. Welche Vorteile bietet das aktuelle Messgerät für
die Anwender?
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Mit dem Power-Check 2 lässt sich die Einzugskraft unkompliziert per Hand messen.Ott-Jakob
Bechteler: Mit der Eigenentwicklung der Elektronik konnten wir das Gerät deutlich besser auf
unsere Anforderungen und auf die Bedürfnisse unserer Kunden abstimmen. Wir haben mehr
Kontrolle über Messgenauigkeit, Bedienkomfort, Zuverlässigkeit und kürzeste Kalibrier- und
Servicezeiten. Für den Anwender bedeutete das vor allem: präzisere Messergebnisse und
höhere Betriebssicherheit. Der Power-Check 2 liegt angenehmer und sicherer in der Hand,
zusätzlich lassen sich die Messwerte kabellos auf einen Computer übertragen. Uns war bei
der Markteinführung wichtig, dass die neue Modellgeneration echten Mehrwert bietet und
mehr als eine kosmetische Auffrischung ist. Zugleich wurde bei der Modellpflege ein
korrosionsgeschütztes- und dichtes Design eingepflegt, sowie auch die Palette mit
Spannkräften von 5 bis 200 kN deutlich erweitert.
Mit dem Power-Check Magazine bietet Ott-Jakob auch ein Messgerät an, das
dauerhaft im Werkzeugwechsler verbleibt. Unter welchen Voraussetzungen ist der PC
Magazine die richtige Wahl?
Der Power-Check Magazine verbleibt dauerhaft im Werkzeugmagazin. Die ermittelten Messwerte
werden per Funk an einen Computer übermittelt.Ott-Jakob
Bechteler: Der Power-Check Magazine ist immer dann die richtige Wahl, wenn die
Einzugskraft regelmäßig und ohne zusätzlichen Serviceaufwand überwacht werden soll.
Besonders geeignet ist er für Anwendungen, bei denen Prozesssicherheit und Verfügbarkeit
der Maschine höchste Priorität haben. Da der Power-Check Magazine dauerhaft im
Werkzeugwechsler verbleibt, lässt sich die Einzugskraft schnell, reproduzierbar und direkt
aus dem Maschinenbetrieb heraus regelmäßig prüfen.
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Beim Power-Check Magazine gab es jüngst eine Neuerung: die Wechselbatterie.Warum ist dieses Detail so relevant?
Bechteler: Im Produktionsumfeld zählt jede Minute. Mit der Wechselbatterie können
Anwender das Gerät schnell wieder einsatzbereit machen, ohne lange Ladezeiten oder
Stillstände in Kauf nehmen zu müssen. Das klingt nach einem kleinen Detail, führt in der
Praxis aber zu einer großen Akzeptanz. Speziell außerhalb des Europäischen
Wirtschaftsraums waren die Geräte mit fest verbauter Batterie schwer verkaufbar.
Ott-Jakob greift immer wieder neue Entwicklungen in der Spanntechnik auf. Der
kompakte Power-Check Micro ist ein Beispiel für diese Innovationskraft. Warum
unterscheidet er sich grundlegend von den anderen Power-Check Messgeräten?
Bechteler: Der Power-Check Micro ist dann die richtige Wahl, wenn kleine Schnittstellen wie
die neu genormte HSK-E 16, oder auch -EZ15 und -E 20, überwacht werden sollen und ein
platzsparendes, kompaktes Messgerät benötigt wird. Die Auswertung der Messwerte erfolgt
ausschließlich über Funk an einem Computer. Das bietet mehrere Vorteile: Durch die
gewonnene Platzersparnis ist der Einsatz in den kleinsten bekannten Maschinen möglich,
zudem können Messwerte bequem dokumentiert und analysiert werden.
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Wohin geht die Reise mit der Power-Check Familie – gibt es schon Pläne für weitere
Modelle oder neue Features?
Anhand von Kundenfeedback arbeiten wir an einer noch intuitiveren Bedienung, außerdem
steht die breitere Funkzulassung des Geräts im Fokus, damit wir es in weiteren Ländern
vertreiben können. Die Power-Check Familie wird sich also auch künftig weiterentwickeln –
immer mit dem Fokus auf Präzision, Zuverlässigkeit und echten Kundennutzen.
Über die Ott-Jakob Spanntechnik GmbH
Die Ott-Jakob Spanntechnik GmbH hat sich auf die Herstellung von Werkzeugspannsystemen für Bearbeitungsmaschinen spezialisiert und zählt heute weltweit zu den KeyPlayern der Branche. Hervorgegangen aus dem 1873 gegründeten MathematischMechanischen Institut A. Ott, blickt das Unternehmen auf eine lange Geschichte zurück. Mit
Entwicklung des ersten Werkzeugspanners im Jahr 1974 erfolgte der Einstieg in die
Spanntechnik.
Durch das langjährige Know-how und die stetige Weiterentwicklung des Portfolios, kann
Ott-Jakob heute das gesamte Aufgabenspektrum der Werkzeugspanntechnik bedienen.
Das Repertoire umfasst Lösungen für den automatischen und manuellen Werkzeugwechsel,
Drehdurchführungen, Löseeinheiten und elektronische Monitoring-Systeme.
Am Stammsitz in Lengenwang im Allgäu, an dem rund 250 Mitarbeiter beschäftigt sind,
findet der gesamte Entwicklungs- und Herstellungsprozess statt.