Von der Drehmaschine zur autonomen Fertigung – 75 Jahre Hainbuch
Was 1951 mit einer einzigen Drehmaschine in Marbach begann, ist heute ein global agierender Spanntechnikhersteller mit rund 800 Mitarbeitenden. Hainbuch feiert sein 75-jähriges Bestehen – und blickt dabei weniger zurück als nach vorn.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Eigentümerfamilie Rall in der zweiten und dritten Generation (von links nach rechts): Sylvia Rall, Gerhard Rall, Hildegard RallRalf Breitenbacher
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Am 1. März 1951 gründete Wilhelm Hainbuch sein Unternehmen – mit einer Drehmaschine, handwerklichem Können und dem Antrieb, Dinge anders zu machen als andere. Sieben Jahrzehnte später ist daraus ein weltweit tätiger Hersteller von Spanntechnik geworden, dessen Produkte in automatisierten Fertigungslinien rund um den Globus eingesetzt werden.
Den entscheidenden Impuls für den Aufstieg lieferte Gerhard Rall, Schwiegersohn des Firmengründers, in den 1970er-Jahren. 1977 entwickelte er das Spannkopffutter Spanntop – eine Konstruktion, die sich international durchsetzte und Hainbuch in eine andere Liga katapultierte. Ralls Credo wurde zur Unternehmensphilosophie: " Lieber scheitern wir mit einer Innovation, als erfolgreich zu kopieren."
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Dieser Grundsatz prägt das Unternehmen bis heute. So entwickelte Hainbuch in den folgenden Jahrzehnten intelligente Spannfutter mit Sensortechnologie, ultraleichte Spannmittel aus Carbon und Schnittstellen für die vernetzte Fertigung. Zuletzt erhielt das Unternehmen das TOP 100-Siegel als Auszeichnung für besondere Innovationskraft im deutschen Mittelstand.
Auf dem Weg zur autonomen Produktion
Gerhard Rall mit seiner ersten patentierten Erfindung - dem Spannfutter Spanntop.Hainbuch
Der jüngste strategische Schwerpunkt liegt auf der Automatisierung. Mit dem AC [automated change] Portfolio und den sogenannten IQ-Spannmitteln positioniert sich Hainbuch als Systemlieferant für vollautomatisierte Fertigungsumgebungen – nicht mehr nur als Hersteller einzelner Spannkomponenten. "Mit unserem AC Portfolio und den intelligenten IQ-Spannmitteln bieten wir die Basis, um Spann-, Rüst- und Messprozesse konsequent zu automatisieren. Das ist ein entscheidender Schritt hin zur wirtschaftlichen Fertigung kleiner Losgrößen und zur wirklich autonomen Produktion", sagt Sylvia Rall, geschäftsführende Gesellschafterin von Hainbuch.
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Das Thema trifft einen Nerv: In einer Zeit, in der Fachkräftemangel und steigende Lohnkosten den Druck auf die Fertigungsindustrie erhöhen, gewinnen Lösungen für den automatisierten Wechsel kompletter Spannmittel - bis hin zu integrierten Automatisierungszellen - an Bedeutung. Trotz internationaler Aufstellung mit Standorten in mehreren Ländern und rund 800 Beschäftigten weltweit ist Hainbuch ein Familienunternehmen geblieben - heute in dritter Generation inhabergeführt, mit Sitz in Marbach am Neckar. Kurze Entscheidungswege und eine ausgeprägte Mitarbeiterbindung gelten intern als strukturelle Vorteile gegenüber Wettbewerbern aus dem Konzernumfeld.
75 Jahre nach der Gründung lautet das Signal aus Marbach nicht Nostalgie, sondern Kontinuität: Präzision als Anspruch, Eigenentwicklung als Prinzip – und die nächste Generation Spanntechnik bereits in Arbeit.
Quelle: Hainbuch GmbH, bearbeitet von Annika Ostermeier
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FAQ - Häufige Fragen zu Hainbuch
Wann und von wem wurde Hainbuch gegründet? - Hainbuch wurde am 1. März 1951 von Wilhelm Hainbuch in Marbach am Neckar gegründet. Den entscheidenden Wachstumsschub brachte ab den 1970er-Jahren sein Schwiegersohn Gerhard Rall, der 1977 das Spannkopffutter Spanntop entwickelte und das Unternehmen zum internationalen Spanntechnikspezialisten formte.
Was macht Hainbuch als Unternehmen besonders? - Hainbuch ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen in dritter Generation mit Fokus auf Eigenentwicklung statt Imitation. Das Unternehmen hält mehrere Patente im Bereich Spanntechnik, ist Träger des TOP 100-Siegels für Innovationsstärke und beschäftigt weltweit rund 800 Mitarbeitende.
Was verbirgt sich hinter dem AC Portfolio und den IQ-Spannmitteln? - Das AC-Portfolio (automated change) umfasst Systemlösungen für den automatisierten Wechsel von Spannmitteln – von einzelnen Spannköpfen bis zu kompletten Automatisierungszellen. Die IQ-Spannmittel sind mit Sensortechnik ausgestattet und ermöglichen die Überwachung und Vernetzung von Spann-, Rüst- und Messprozessen in der Fertigung.
Für welche Fertigungsumgebungen sind Hainbuch-Lösungen geeignet? - Die Produktpalette richtet sich an zerspanende Betriebe jeder Größe – von der Einzelteilfertigung bis zur vollautomatisierten Serienproduktion. Besonders relevant sind die Automatisierungslösungen für Unternehmen, die wirtschaftlich kleine Losgrößen fertigen oder eine autonome Produktion mit minimalem Rüstaufwand anstreben.