Thilo Borbonus und Andreas Lindner, Bimatec Soraluce

Andreas Lindner (links) und Thilo Borbonus, Geschäftsführer Bimatec Soraluce Zerspanungstechnologie GmbH - Bilder: Bimatec Soraluce

| von Jürgen Gutmayr

Herr Lindner, Herr Borbonus, 2015 haben Sie die Weichen Richtung „Intelligente Maschine“ gestellt. Was steckt hinter dieser Vision konkret?

Lindner: Unsere Kunden sind vor einiger Zeit auf uns zugekommen, mit der Bitte, Technologien zu entwickeln, die den Bediener entlasten und unterstützen. Die Technologien sollten gleichzeitig die Bearbeitungsprozesse automatisch optimieren und somit eine Prozessstabilität garantieren. Das ganze Anfragepaket hat uns zur „Intelligenten Maschine“ geführt. Als Vorgabe für die Entwicklung von intelligenten Technologien haben wir uns an einem „Bohrwerksdreher“ mit jahrzehntelanger Erfahrung orientiert. Unsere neuen Technologien sollen imstande sein, genau dieses Können und diese Erfahrung automatisch und ohne äußeren Einfluss leisten zu können.

„Mit Soraluce Digital bieten wir alles an, von der Einstiegs- bis zur Komplettlösung.“ Andreas Lindner

Was war bislang die größte Innovation Ihres Unternehmens?

Borbonus: Ganz eindeutig unsere patentierte, aktive Schwingungsdämpfung DAS+! Kein Rattern mehr während der Bearbeitung, egal, in welcher Position gefräst wird. Die Maschine eliminiert bereits im Ansatz auftretende Schwingungen, durch gesteuerte Aktoren im Frässchieber und einer automatischen Anpassung der Drehzahl. Und das ohne Einfluss des Bedieners und komplett eigenständig!

Wie steht es um das Thema Digitalisierung und Industrie 4.0? Welche Lösungen bieten Sie schon heute?

Lindner: Mit Soraluce Digital bieten wir unseren Kunden bereits seit 2016, von der Einstiegs- bis zur Komplettlösung, alles an. Darüber hinaus wird ein eigenes CloudSystem, zur 100prozentigen Datensicherheit zur Verfügung gestellt. Die Klein- und mittelständischen Unternehmen haben bisher nicht immer die Personalkapazitäten und den Background für eine Komplettlösung für Digitalisierung und Industrie 4.0. Mit der einfachen Version von Data System können Kunden Echtzeit-Informationen über den Status der Maschine und des laufenden Bearbeitungsprozesses abfragen und auswerten. Mit der Erweiterung der Monitoring-Funktion inklusive Smart Machine werden wir den Kunden gerecht, die einen Schritt weiter gehen möchten.
Mit der Monitoring-Funktion überwachen wir zusätzlich verschiedene Maschinenkomponenten mit intelligenten Sensoren. Die Auswertung der Daten erfolgt über eigens entwickelte Algorithmen und erlaubt eine präzise Diagnose des Fertigungsprozesses und der Maschine.

„Wir sind weltweit vertreten.“ Thilo Borbonus

Gibt es noch weiße Flecken auf dem Globus, die Sie erschließen wollen?

Borbonus: Aktuell ist Soraluce auf dem kompletten Weltmarkt vertreten. Vor kurzem wurden die ersten Maschinen nach Australien und Afrika geliefert. In Europa hat man sich in fast jedem Land einen Namen als ein Spezialist mit modernster Technologie bei der Herstellung von großen Fräs- und Drehzentren sowie Multifunktionsmaschinen gemacht. Das möchte man gerne auch weltweit ausbauen und erreichen.

An welchen neuen Maschinenentwicklungen arbeiten Sie?

Lindner: Mit dem bereits patentierten, aktiven Dämpfungssystem „DWS“ zur Werkstückdämpfung und dem passiven Dämpfungssystem „DPS“ möchten wir den Kreis für den Anwender unserer Maschinen schließen. Spätestens zur Werkzeugmaschinen-Messe EMO 2019 in Hannover sollen beide Systeme dem Markt vorgestellt werden und unseren Kunden gemeinsam mit DAS+ die Highend-Lösungen im Bereich von intelligenten Fertigungslösungen bieten. nh