Hochverfügbarkeit, vernetzte Produktion, intelligente Maschine, KI, Automatisierung, additive Fertigung, Multi-Tasking – das sind die Schlagworte, die die Branche umtreibt und einen wesentlichen Teil der Präsentationen auf der kommenden EMO bestimmen. Die Großveranstaltung sieht sich nicht nur als reine Produktausstellung, sondern will auch Orientierung über die nächsten Entwicklungsschritte in der Branche geben. So sieht es auch Carl Martin Welcker, Generalkommissar der EMO Hannover 2019: "Bereits die vergangene EMO Hannover hat gezeigt, dass Industrie 4.0 in der Werkzeugmaschinenindustrie angekommen ist. Das führen wir fort, indem wir den Fokus auf den nächsten Entwicklungsschritt in der Produktion legen, nämlich die technischen Möglichkeiten von Digitalisierung und Vernetzung. Das heißt nicht, dass wir künftig nicht mehr daran arbeiten werden, Maschinen und Prozesse im klassischen Sinne zu optimieren. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass Quantensprünge in Produktivität, Qualität und Zuverlässigkeit vor allem aus den neuen Technologien erwachsen werden."

Welche Neuheiten die Aussteller im Rahmen der EMO Hannover 2019 vorstellen, erfahren Sie in unserem Themen-Special zur EMO.

Welcker, ebenfalls amtierender VDMA-Präsident, sieht in dem Transformationsprozess der Mobilität allerdings reale Chancen für den Maschinenbau. Noch bleibe den Unternehmen Zeit, um die Transformation erfolgreich zu gestalten, um Geschäftsmodelle und Technologien anzupassen.
Einer der wichtigen Trends ist ganz offenbar die additive Fertigung – 70 Aussteller haben dazu Präsentationen im Gepäck. Und in diesem Jahr gibt es außerdem erstmals den additive manufacturing circle. Er zeigt die gesamte Prozesskette der additiven Fertigung.

Meine Meinung

Bäumchen wechsle Dich?
Im Vergleich zu 2017 stieg der Anteil asiatischer Aussteller der diesjährigen EMO von 21 auf 31 Prozent. Ganze 56 chinesische und 34 taiwanesische Aussteller sind hinzugekommen. Zwar wurde im Vorfeld auf der „EMO-World-Tour“ mit 17 Pressekonferenzen in ganz Asien kräftig die Werbetrommel gerührt und sicher der ein oder andere Aussteller gewonnen. Denkbar wäre aber auch, daß dieser Zuwachs sich aus chinesischen Akquisitionen speist. Ragna Sonderleittner

Jürgen Förster von AMF bringt es so auf den Punkt: "Die additive Fertigung hat nun nach und nach das Stadium der Prototypenfertigung verlassen und erobert im Moment die Serienfertigung. Druckprozesse und die Nachbearbeitung werden zunehmend standardisiert. Wiederholgenaue Präzision und Prozesssicherheit stehen hier im Fokus."
Auch für Trumpf ist der 3D-Druck eine wichtige Säule. Für die Medizintechnik stellt das Unternehmen Druckverfahren zur Verfügung, mit denen sich individuelle und passgenaue Implantate herstellen lassen. Individualisierung und Kleinstserien erfordern generell ein Höchstmaß an Flexibilität von den neuen Maschinen. Vor diesem Hintergrund sind auch Entwicklungen wie das Multi-Tasking zu sehen, das unterschiedliche Verfahren auf einer Maschine ermöglicht.

Globale Hochsprache

Und für die Zukunft soll mit umati eine Hochsprache für die vernetzte Fertigung zur Verfügung stehen. Je einfacher Maschinen Informationen austauschen, desto effizienter arbeiten sie. Gemeinsam mit 17 Projektpartnern hat der VDW deshalb umati (universal machine tool interface) entwickelt. Damit hat die Werkzeugmaschinenindustrie die Initiative ergriffen, um die Vernetzung in der Produktion voranzutreiben. umati erlaubt den Datenaustausch von Maschinen aller Fabrikate mit übergeordneten IT-Systemen, um sie analysieren und auswerten zu können. Offene Schnittstellen und einheitliche Spezifikationen, über die Maschinen beliebig in bestehende Infrastrukturen und Ökosysteme eingefügt werden können, verkürzen die Entwicklungszeit, beschleunigen die Inbetriebnahme, machen die Kunden unabhängig und erlauben dem Anbieter, neue Geschäftsmodelle auf der Basis von Datenanalysen zu entwickeln. Dieser Standard soll nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt gelten.