Wie verändern Hochleistungsbeschichtungen die Zerspanung?
Hochleistungsbeschichtungen gewinnen mit der Antriebswende an Bedeutung. Neue Werkstoffe und Bauteile erfordern angepasste Werkzeuge und Beschichtungstechnologien. Cemecon zeigt Lösungen für neue Materialien.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Die Antriebswende zum Elektromotor sorgt für viele neue Zerspanaufgaben. Neuartige Bauteile, etwa aus Aluminium- und Magnesiumlegierungen, sind anspruchsvoll in der Bearbeitung.Cemecon
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Summary: Die Elektrifizierung verändert die Anforderungen an die Zerspanung in zahlreichen Branchen. Cemecon stellt Beschichtungslösungen für Aluminium-, Magnesium- und Materialverbunde vor. Ziel sind höhere Prozesssicherheit, lange Standzeiten und eine wirtschaftliche Bearbeitung neuer Werkstoffe.
Elektroantriebe ersetzen immer häufiger klassische
Verbrennungsmotoren. Infolgedessen werden viele Motorenbauteile nicht mehr
benötigt. An ihre Stelle treten völlig neue Komponenten aus teilweise
anspruchsvoll zu zerspanenden Materialien – mit entsprechenden neuen
Anforderungen an Zerspanwerkzeuge. Werkzeughersteller können dank
Hochleistungsbeschichtungen von Cemecon diesen Herausforderungen gelassen
begegnen.
Die Abkehr von herkömmlichen Antrieben wird vor allem in der
Automobilindustrie immer deutlicher. Dabei durchdringt die Elektrifizierung
längst weitaus mehr Bereiche: Auch Zweiräder, Baumaschinen, motorisierte
Arbeitsgeräte oder Flurfördermittel wie Teleskoplader und Gabelstapler werden
Schritt für Schritt mit elektrischen Antrieben ausgestattet. Ein tiefgreifender
Strukturwandel, der die Zerspanungsindustrie zweifellos vor Herausforderungen
stellt. Denn überall dort, wo der Verbrennungsmotor durch einen elektrischen
Antrieb ersetzt wird, werden andere Komponenten verbaut. Veränderte Formen und
moderne Materialien stellen dabei grundlegend neue Anforderungen an Prozesse
und Werkzeuge.
Neue Materialien – neue Herausforderungen – neue Chancen
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Bisher lag ein Großteil der Zerspanaufgaben bei Aluminium-,
Eisenguss- und Stahlbauteilen für Motorblöcke, Zylinderköpfe oder Kurbelwellen
der Verbrenner. Heute bestehen typische Bauteile elektrischer Antriebssysteme –
Motorgehäuse, Batterierahmen oder Komponenten für das Thermomanagement –
zunehmend aus Aluminium- und Magnesiumlegierungen. Diese Werkstoffe sind
anspruchsvoll in der Bearbeitung – dabei oft zusätzlich dünnwandig und damit
sehr vibrationsempfindlich. Besonders komplex ist die Mischbearbeitung von
unterschiedlichen Materialkombinationen, etwa Aluminium-Motorgehäuse mit
eingepressten Stahlbuchsen.
Für Werkzeugbauer bedeutet diese neue Materialvielfalt:
Zahlreiche bisherige Lösungen haben bald ausgedient. Doch das muss den eigenen
wirtschaftlichen Erfolg nicht gefährden – er lässt sich mit abgestimmten,
spezialisierten Präzisionswerkzeugen festigen und sogar ausbauen. „Einen guten
Weg geht man hier mit maßgeschneiderten Beschichtungstechnologien“, ist Inka
Harrand überzeugt. Die erfahrene Produktmanagerin für Cutting Inserts bei
Cemecon erläutert die zielführende Herangehensweise: „Um die maximale Performance
zu gewährleisten, identifizieren wir zunächst den richtigen Schichtwerkstoff.
Dann schneiden wir die Beschichtung exakt auf Werkzeug, Bauteilgeometrie,
-material und Bearbeitungssituation zu. Mit unseren hochentwickelten Verfahren
tragen wir entscheidend zu höchster Präzision und makellosen Oberflächengüten
in jeder spezifischen Anwendung bei.“
Extrem glatt und mit Schichtdicken von nur 2 µm sorgt AluCon äußerst effektiv dafür, dass Aufbauschneiden erst gar nicht entstehen.Cemecon
Beschichtungen der Zukunft schon heute nutzen
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Für die besonderen Anforderungen, die die modernen
Leichtbauwerkstoffe – Aluminium- und Magnesiumlegierungen – bei der Bearbeitung
an Zerspanwerkzeuge stellen, bietet Cemecon die exakt passende Antwort. Die
HiPIMS-Beschichtung AluCon für Schaftwerkzeuge und Wendeschneidplatten etwa
hat sich bereits in außerordentlich vielen Anwendungen bewiesen. Sie sorgt mit
ihrer nur 2 µm dünnen, glatten Beschichtung äußerst effektiv dafür, dass
Aufbauschneiden erst gar nicht entstehen. Zugleich ermöglicht AluCon durch seine
hohe Härte und die nanokristalline Struktur herausragend lange Standzeiten und
hohe Schnittgeschwindigkeiten bei der Alubearbeitung – beispielsweise für
Batteriegehäuse.
AluCon für NE-Metalle
Aluminiumlegierungen setzen sich als vielseitige
Leichtbauwerkstoffe in immer mehr Anwendungen flächendeckend durch. Dank des
TiB2-basierten HiPIMS-Schichtwerkstoffs AluCon begegnen Zerspaner den
Herausforderungen bei der Bearbeitung von Aluminium und anderen NE-Metallen
gelassen. AluCon ist ein nanokristalliner, extrem dichter und zugleich glatter
Schichtwerkstoff mit maximaler Schichthaftung und einer Härte bis 4.000 HV0,05.
Er verhindert effektiv Aufbauschneiden und gewährleistet auch bei hohen Temperaturen
optimale Zerspanergebnisse.
Ein weiteres wichtiges zu bearbeitendes Bauteil ist der
Scrollverdichter. Er ist ein zentrales Element des Temperaturmanagements in
Elektrofahrzeugen und wurde bislang zumeist aus schweren Eisenwerkstoffen
gefertigt. Mit der Umstellung auf Aluminium ist der Verdichter ein aktuelles
Paradebeispiel für den Materialwandel durch den Leichtbauanspruch. Hier sind
Werkzeuge mit angepassten Cemecon Diamant-Beschichtungen der CCDia-Serie eine
ideale Lösung. Sie ermöglichen eine präzise, prozesssichere sowie hocheffiziente
und wirtschaftliche Bearbeitung der Alulegierungen mit erhöhten
Siliziumanteilen, aus denen die komplex geformten Bauteile heute hergestellt
werden.
Auch andere zukunftsfähige Beschichtungslösungen sind schon
im bewährten Einsatz: Für die anspruchsvolle Mischbearbeitung von
Alu-Stahl-Bauteilen etwa bietet Cemecon mit InoxaCon und InoxaConPlus
Werkzeugbeschichtungen mit hohem Verschleißwiderstand. Der charakteristisch
rotgoldene HiPIMS-Schichtwerkstoff ist mit seinem ausgewogenen Verhältnis von
Härte und Zähigkeit und seiner sehr hohen Temperaturbeständigkeit prädestiniert
für Hochleistungsanwendungen in diesem Bereich.
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InoxaConPlus für rostfreie Stähle, Titan und Stähle bis 70 HRC
Sehr harte und zugleich zähe Werkstoffe stellen hohe
Anforderungen an Zerspanwerkzeuge. Speziell für die hochpräzise Bearbeitung von
hochlegierten Stählen oder Titan hat Cemecon den Schichtwerkstoff InoxaConPlus
entwickelt. Er gewährleistet dank seiner Temperaturstabilität, einer
herausragenden Haftung und hoher Härtegrade eine zuverlässige Prozesssicherheit
und lange Standzeiten. Seine sehr glatte Oberfläche mit äußerst geringen
Reibwerten verhindert zudem effektiv Aufbauschneiden und Adhäsionen.
Aktive Partnerschaft von Anfang an
„Wer auf den richtigen Partner setzt, kann sich mit seinem
Werkzeugangebot langfristig im dynamischen Wettbewerb behaupten“, fasst Manfred
Weigand, Cemecon Produktmanager Round Tools, zusammen. „Unsere jahrzehntelang
gewachsene Materialkompetenz, die vom engen Austausch geprägte Zusammenarbeit
mit Anwendern sowie die Leistungsfähigkeit unseres eigenen
Beschichtungszentrums machen uns zum aktiven, strategischen ‚Verbündeten‘ in
der Werkzeugentwicklung.“ Dabei geht es
ausdrücklich um eine aktive Partnerschaft: Durch frühzeitige Beratung,
Engineering und Prozessbegleitung bereits in der Entwicklungsphase wird die
optimale Beschichtung zu einem integralen Bestandteil des Gesamtkonzepts
„Präzisionswerkzeug der Zukunft“.
Warum werden Hochleistungsbeschichtungen wichtiger? Die Elektrifizierung führt zu neuen Bauteilen und Werkstoffen, die angepasste Werkzeugbeschichtungen erfordern.
Für welche Materialien sind Hochleistungsbeschichtungen ausgelegt? Im Mittelpunkt stehen Aluminium- und Magnesiumlegierungen sowie Materialverbunde aus Aluminium und Stahl.
Welche Hochleistungsbeschichtungen nennt Cemecon? Das Unternehmen stellt AluCon, CCDia sowie InoxaCon und InoxaConPlus für unterschiedliche Bearbeitungsaufgaben vor.
Welche Vorteile bieten Hochleistungsbeschichtungen? Laut Cemecon verbessern sie Prozesssicherheit, Standzeit, Verschleißfestigkeit und Bearbeitungsqualität.
Welche Rolle spielen Hochleistungsbeschichtungen in der Werkzeugentwicklung? Sie werden bereits während der Entwicklungsphase als Bestandteil des Gesamtkonzepts für Präzisionswerkzeuge berücksichtigt.