Welche Lösungen bietet Iscar für die angespannte Rohstoffversorgung?
Die angespannte Rohstoffversorgung bei Wolfram erhöht den Druck auf die Zerspanungsindustrie. Iscar setzt deshalb auf innovative Werkzeugkonzepte, eigene Hartmetallproduktion und eine langfristige Rohstoffstrategie.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Statt auf Vollhartmetall-(VHM-)Lösungen setzt Iscar schon seit vielen Jahren konsequent vermehrt für alle Anwendungsfälle auf Systeme mit austauschbaren Schneidköpfen, optimierten Wendeschneidplatten und einer größeren Anzahl an Schneiden.Iscar
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Summary: Iscar reagiert auf die angespannte Rohstoffversorgung mit einer Kombination aus eigener Hartmetallproduktion, Bevorratung, Recycling und innovativen Werkzeugkonzepten. Das Unternehmen reduziert den Hartmetalleinsatz durch Wechselkopfsysteme, optimierte Wendeschneidplatten und Schneideinsätze mit mehr Schneiden.
Die Beschaffungslage bei Wolfram mit einer eingeschränkten
Verfügbarkeit des Materials bei gleichzeitig exorbitant steigenden Preisen stellt
die Industrie vor große Herausforderungen. Iscar begegnet dieser Situation mit innovativen
Zerspanungswerkzeugen, eigener Hartmetallproduktion und einer klaren
Rohstoffstrategie.
Die steigende Nachfrage der Zerspanungsindustrie – dem
weltweit größten Abnehmer von Wolfram – trifft auf ein begrenztes Angebot.
Zusätzlich wächst der Bedarf am zunehmend als strategisch eingestuften Rohstoff
aus der globalen Sicherheitsindustrie, der Halbleiterfertigung sowie der
Energietechnik.
Genau hier zeigt sich der Vorteil und die Stärke von Iscar: Die
Entwicklung innovativer Werkzeuge mit geringem Hartmetallanteil pro Schneide
und einer weitgehenden Unabhängigkeit bei der Hartmetallherstellung. „Innovation
und Wertschöpfung aus einer Hand sind für uns entscheidend“, bringt es Gerhard
Bonfert, CTO von Iscar Germany, auf den Punkt. „Dank einer eigenen
Hartmetallproduktion sind wir unabhängig von externen Lieferanten und können
unsere gesamte Wertschöpfungskette selbst steuern.“ Diese vertikale Integration
verschafft dem Unternehmen eine besondere Position im Markt und bietet drei
entscheidende Vorteile: „Wir haben die volle Kontrolle bei Priorisierung, Zusammensetzung
und Qualität des Hartmetallpulvers, können konsequent nach unseren hohen Produktionsstandards
fertigen und die Versorgungssicherheit unserer Kunden sicherstellen“, zählt er
auf.
Iscar stützt seine Rohstoffstrategie auf drei zentrale
Säulen: die vorausschauende Bevorratung, technologische Führung und Recycling
als Rohstoffquelle. „Noch wichtiger sind aber unsere innovativen Werkzeugkonzepte
fürs Bohren, Fräsen, Drehen und Stechen, die unseren Kunden maximale
Produktivitätsvorteile bei einem minimalen Rohstoffeinsatz bieten“, sagt der
CTO.
Statt auf Vollhartmetall-(VHM)-Lösungen setzt Iscar schon
seit vielen Jahren konsequent vermehrt auf Systeme mit austauschbaren Schneidköpfen,
optimierten Wendeschneidplatten und einer größeren Anzahl an Schneiden.
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Gerhard Bonfert, CTO Iscar.Iscar
Mit Köpfchen: Wechselkopfsysteme ersetzen Vollhartmetall
„Mit Vollhartmetall-Werkzeugen zu fertigen, wird zunehmend
schwierig. Darum bieten wir unseren Kunden schon seit vielen Jahren kosteneffiziente
Lösungen mit Werkzeugen, die weniger Hartmetall benötigen“, führt Gerhard
Bonfert aus.
Dazu gehören zum Beispiel die MULTIMASTER-Fräser, die schon
seit mehr als 25 Jahren auf dem Markt sind. Die breite Palette an Ausführungen
macht sie zur bewährten Lösung fürs Schlichten und Schruppen aller Werkstoffe.
„Da der Anwender nur den Fräskopf tauschen muss, ist er hochflexibel bei seinen
Aufgaben und spart zugleich sehr viel Hartmetall ein“, sagt Bonfert. „So ein
MULTIMASTER-Fräser wiegt nur wenige Gramm, bringt aber volle Leistung und
arbeitet sehr effizient.“ Iscars neueste Entwicklung ist ein
MULTIMASTER-Wechselkopf zum Hochvorschubfräsen, mit sechs Schneiden in
Durchmessern von fünf bis 25 mm. Dieser verbindet maximale Effizienz
und Prozesssicherheit mit extrem hohen Vorschubgeschwindigkeiten. Sein kurzer
und stabiler Aufbau verhindert Vibrationen und ermöglicht sehr hohe Abspanraten
beim Schruppen.
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Mit der Einführung des Wechselkopf-Bohrsystems SUMOCHAM hat Iscar den Markt nachhaltig geprägt.Iscar
Bereits 1998 entwickelt Iscar Bohrer mit auswechselbaren
Köpfen und hat inzwischen mit den SUMOCHAM- und den QUICK3CHAM-Bohrer-Familien Zwei-
und Dreischneider im Portfolio. Diese bieten hohe Effizienz, Präzision und
Flexibilität in der Metallbearbeitung. Statt des ganzen Werkzeugs müssen Anwender
beim Schneidentausch nur den kleinen Hartmetall-Kopf wechseln. „Das reduziert
den Hartmetall-Verbrauch, senkt die Werkzeugkosten, ist bedienerfreundlich und minimiert
die Stillstandzeiten“, sagt der CTO. Dank steter Weiterentwicklung der Serien
stellt Iscar regelmäßig neue Bohrkopfgeometrien vor: Mit dem F3B-Bohrkopf aus
der LOGIQUICK-Kampagne können Anwender mit dem QUICK3CHAM jetzt auch
exzentrisch angebrachte, vorhandene Löcher prozesssicher aufbohren. Speziell für
die Stahlträgerbearbeitung sind die neuen IHP-BD-Bohrköpfe des
SUMOCHAM-Wechselkopfsystems ausgelegt.
„Auch bei unseren Werkzeugen mit Wendeschneidplatten (WSP) haben
wir in den vergangenen Jahren rohstoffsparende Varianten entwickelt“, sagt Gerhard
Bonfert. „Unsere neuesten Entwicklungen beinhalten viele kleinere Wendeschneidplatten
als Varianten bewährter Systeme, etwa bei HELI3MILL, NANMILL, SUMOMILL und FLASHTURN.“
Iscar hat die rohstoffsparende WSP-Technologie sogar in die Miniaturbearbeitung
übertragen. Der PICCOINDEX mit Durchmessern von 4,5 bis 6 mm ist
vielseitig einsetzbar, die winzigen ISO-WSP eignen sich beispielsweise zum
Schruppen und Schlichten von Kleinbauteilen.
Beim QUICKDMILL geht Iscar einen weiteren innovativen Weg
und stattet die WSP mit zwei unterschiedlichen Geometrien aus. „Seine
Flexibilität macht den QUICKDMILL zum Schweizer Taschenmesser des Fräsens“,
sagt Gerhard Bonfert. Anwender können mit dem Kombi-Werkzeug nicht nur
effizient Taschen einbringen, tauch-, schulter- und nutfräsen, sondern auch
Bohrungen mit flachem Grund setzen, aufbohren und senken.“
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Viel hilft viel: Mehr Schneiden pro Schneideinsatz
„Wir haben aber nicht nur Wendeschneidplatten verkleinert,
sondern Schneideinsätze auch mit möglichst vielen Schneiden ausgestattet, um
das meiste aus dem eingesetzten Hartmetall herauszuholen. Anwender profitieren
direkt von niedrigeren Werkzeugkosten und einer höheren Produktivität“, erklärt
der CTO. „Etwa bei der LOGIQ4TURN, der LOGIQ8TANG, beim NEODO 690, bei
QUICKTURN und der LOGIQ6TURN.“
Die dreieckige LOGIQ6TURN-WSP ist mit sechs
55-Grad-Schneiden für das Schruppen und Schlichten bis zu einer Schnitttiefe
von maximal drei Millimetern ausgestattet. Das spezielle Design mit optimierten
Spanbrechern und stabiler Klemmung erlaubt einen weichen Schnitt, verringert
die auftretenden Kräfte, sorgt für einen sehr guten Spanbruch und für
hervorragende Oberflächengüten.
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Die PENTA 27 zum Einstechen ist bis zu 20 mm breit und ersetzt fünf breite Einzelschneiden.Iscar
Fürs Ab- und Einstechen hat Iscar die PENTACUT- und
QUICKPENTA-Einsätze im Programm. Anwender profitieren nicht nur von den fünf Schneiden,
sondern reduzieren damit auch die Stillstandzeiten beim Schneidenwechsel. Der
Werker an der Maschine muss den Einsatz nur weiterdrehen und kann ohne erneutes
Einmessen sofort weiterarbeiten. „In Hinsicht auf Rohstoffeinsparungen ist besonders
die PENTA 27 ganz vorn dabei“, unterstreicht Gerhard Bonfert. „Die Platte ist
bis zu 20 mm breit und ersetzt praktisch fünf der großformatigen Einzelschneiden.
Das ist eine ganze Menge Hartmetall.“
Welche Rolle spielt die Rohstoffversorgung für Iscar? Die angespannte Rohstoffversorgung bei Wolfram ist Ausgangspunkt für die Strategie des Unternehmens mit eigener Hartmetallproduktion, Bevorratung, Recycling und innovativen Werkzeugkonzepten.
Wie reduziert Iscar den Hartmetalleinsatz bei der Rohstoffversorgung? Durch Wechselkopfsysteme, kleinere Wendeschneidplatten und Schneideinsätze mit einer höheren Anzahl nutzbarer Schneiden.
Welche Wechselkopfsysteme gehören zur Rohstoffversorgung-Strategie? Dazu zählen unter anderem die MULTIMASTER-Fräser sowie die Bohrsysteme SUMOCHAM und QUICK3CHAM.
Welche Vorteile bietet die eigene Hartmetallproduktion für die Rohstoffversorgung? Sie ermöglicht die Kontrolle über Qualität, Zusammensetzung und Priorisierung des Hartmetallpulvers sowie eine höhere Versorgungssicherheit.
Welche Werkzeuge mit vielen Schneiden nennt Iscar im Zusammenhang mit der Rohstoffversorgung? Genannt werden unter anderem LOGIQ6TURN, LOGIQ4TURN, LOGIQ8TANG, QUICKTURN sowie die PENTACUT- und QUICKPENTA-Einsätze.