"Where Metal Comes Alive": Stuttgart rüstet sich für die AMB 2026
Rund 1.150 Ausstellerinnen und Aussteller, 120.000 qm Fläche und ein Programm mit über 100 Punkten: Bei der AMB Preview in Stuttgart hat die Messe Stuttgart vergangene Woche einen ersten Ausblick auf die AMB 2026 gegeben. Neben neuen Programmformaten standen aktuelle Zahlen zur Werkzeugmaschinen- und Präzisionswerkzeugbranche im Mittelpunkt – und ein Blick auf das, was Aussteller vom 15. bis 19. September in Stuttgart zeigen wollen.
Die internationale Ausstellung für Metallbearbeitung findet vom 15. bis 19. September 2026 auf dem Stuttgarter Messegelände statt.Valentin Marquardt
Anzeige
Summary: Bei der AMB Preview in Stuttgart zeigten VDW- und VDMA-Zahlen eine Werkzeugmaschinenbranche auf dem Weg zur Stabilisierung sowie eine Präzisionswerkzeugindustrie mit gedämpften Aussichten und steigenden Rohstoffkosten. Die AMB 2026 (15. bis 19. September, Messe Stuttgart) erwartet rund 1.150 Aussteller und bringt mit Formaten zu Defence, internationaler Vernetzung und einem eigenen Abendevent für Facharbeitende neue Programmpunkte an den Start.
Die Messe Stuttgart hat vergangene Woche im Rahmen der AMB Preview den Ausblick auf die AMB 2026 gegeben. Die internationale Ausstellung für Metallbearbeitung findet vom 15. bis 19. September 2026 auf dem Stuttgarter Messegelände statt und bespielt dabei alle zehn Hallen auf rund 120.000 qm Bruttofläche. Nach aktuellem Stand haben rund 1.150 Ausstellerinnen und Aussteller ihre Teilnahme bestätigt, etwa 31 % davon kommen aus dem Ausland. Insgesamt sind 34 Länder vertreten, angeführt von Deutschland, der Schweiz, Italien, China und Taiwan als den fünf stärksten Ausstellernationen.
Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, ist stolz darauf, dass die AMB bereits seit über 40 Jahren die Fachmesse für Metallbearbeitung in Stuttgart ist.Frank Eppler
Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, ordnete die Ausstellerzahlen als klares Signal für die Bedeutung der Messe ein: Die Entscheidung, auf einer Messe auszustellen, sei keine Kleinigkeit, sondern Investition, Aufwand und Haltung zugleich. Dass sich so viele Unternehmen dafür entschieden, sei laut Bleinroth ein Bekenntnis zur AMB, die seit über 40 Jahren zu den zentralen Treffpunkten der internationalen Metallzerspanungsbranche zähle.
Anzeige
Werkzeugmaschinenbranche: Talsohle durchschritten
Einen wichtigen Teil der Preview nahm das Branchenupdate des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) ein. Die Zahlen zeichnen ein Bild der Stabilisierung nach mehreren schwächeren Jahren: Nach einem Rückgang der Produktion um 7 % im Jahr 2025 auf 13,8 Mrd. EUR rechnet der Verband für 2026 nur noch mit einem leichten Minus von 1 % auf 13,6 Mrd. EUR. Zum Vergleich: 2018 hatte die deutsche Werkzeugmaschinenproduktion mit 17 Mrd. EUR ihren bisherigen Höchstwert erreicht.
Beim Auftragseingang zeigt sich nach Angaben des VDW für den Zeitraum Januar bis Mai 2026 bereits ein deutliches Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum – nach einem Rückgang von 3 % im Gesamtjahr 2025. Die Bestellungen aus dem Ausland legten in den ersten fünf Monaten des Jahres um 12 % zu, im Inland um 14 %. Regional zeigt sich laut VDW ein differenziertes Bild: Während der Auftragseingang aus Amerika im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 % zulegte, blieb er aus Europa mit minus 5 % und aus Asien ebenfalls mit minus 5 % rückläufig.
Global betrachtet dominieren nach VDW-Zahlen weiterhin China, Deutschland und Japan die Werkzeugmaschinenproduktion: China kommt auf einen Weltmarktanteil von 35,8 %, Deutschland auf 12,5 % und Japan auf 10 %. Bei den Exporten liegt China mit 21 % vorn, gefolgt von Deutschland mit 17,3 % und Japan mit 13,9 % . Beim deutschen Werkzeugmaschinenexport zeigte sich in den ersten vier Monaten 2026 laut VDW ein durchmischtes Bild: Während die Ausfuhren in die USA und nach Europa in Teilen zulegten, blieben sie insbesondere in Richtung China und Asien insgesamt rückläufig (minus 18 % beziehungsweise minus 18 % für den Gesamtraum Asien im Vergleichszeitraum).
Global betrachtet dominieren nach VDW-Zahlen weiterhin China, Deutschland und Japan die WerkzeugmaschinenproduktionVDW
Auch die Kundenstruktur der Werkzeugmaschinenindustrie hat sich laut VDW in den vergangenen zehn Jahren spürbar verändert. Während 2015 noch fast die Hälfte der Produktion (48,3 %) an die Automobil- und Zulieferindustrie ging, sind es 2025 nur noch 22,8 %. Im Gegenzug ist der Maschinenbau als Abnehmerbranche von 25,6 auf 26,7 % gewachsen, und auch der Luft- und Raumfahrzeugbau hat seinen Anteil von 4,1 auf 10,7 % deutlich ausgebaut. Als Handlungsfelder für die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller nannte der VDW unter anderem die Diversifizierung der Absatzmärkte mit Fokus auf Europa, den Ausbau der Technologieführerschaft, verstärkte Forschung und Entwicklung sowie die Qualifizierung von Fachkräften und Ingenieurinnen und Ingenieuren.
Auch der Fachverband Präzisionswerkzeuge im VDMA stellte im Rahmen der Preview aktuelle Zahlen vor. Nach einer Prognose des Verbands wird die Produktion von Präzisionswerkzeugen 2026 bei rund 8,4 Mrd. EUR liegen – nach 8,4 Mrd. EUR im Jahr 2025 und damit weiterhin deutlich unter dem Niveau der Jahre 2017 bis 2019, in denen die Branche zeitweise über 11 Mrd. EUR Produktionswert erreicht hatte.
Markus Heseding, Geschäftsführer Mess- und Prüftechnik sowie Präzisionswerkzeuge im VDMA, auf der AMB Preview in Stuttgart.Frank Eppler
Bei den deutschen Exporten von Präzisionswerkzeugen zeigt sich 2025 ein gemischtes Bild je nach Zielland. In die USA gingen laut VDMA-Zahlen Waren im Wert von rund 878 Mio. EUR (2024: rund 874 Mio. EUR), in die Niederlande rund 539 Mio. EUR (2024: 566 Mio. EUR) und nach China rund 469 Mio. EUR (2024: 496 Mio. EUR) – in mehreren wichtigen Zielmärkten also leicht rückläufige Werte im Jahresvergleich. Die Geschäftslage- und Aussichtenumfrage des Verbands für das erste Quartal 2026 zeigt regional deutliche Unterschiede: Während die aktuellen Absatzchancen in Nordamerika und Zentral-/Südasien mehrheitlich als gut bis befriedigend eingeschätzt werden, fällt die Einschätzung für Deutschland und die übrigen EU27-Staaten verhaltener aus.
Ein Belastungsfaktor für die Branche bleibt die Rohstoffpreisentwicklung: Der Preis für Wolfram (Ammoniumparawolframat, FOB China) ist nach Daten von Fastmarkets seit August vergangenen Jahres um mehr als 500 % gestiegen – ein Umstand, der angesichts der Bedeutung von Hartmetall für die Werkzeugherstellung die Kalkulation vieler Hersteller belasten dürfte.
Ein weiterer Programmpunkt der Preview widmete sich dem Stand der Digitalisierung im Maschinenbau. Laut einer aktuellen VDMA-Umfrage verfolgen 59 % der befragten Maschinenbauunternehmen bereits eine Digitalisierungsstrategie, weitere 19 % planen dies bis Ende 2026. Im Werkzeugmaschinenbau und bei Präzisionswerkzeugen liegt der Anteil mit 57 % ähnlich hoch, allerdings ist der Anteil der Unternehmen ohne konkrete Pläne mit 29 % etwas größer als im Maschinenbau insgesamt (22 %).
Bei den eingesetzten Technologien zeigt sich, dass Simulationslösungen in der Werkzeugmaschinen- und Präzisionswerkzeugbranche mit 72 % bereits deutlich weiter verbreitet sind als im Maschinenbau insgesamt (49 %). Auch digitale Zwillinge kommen im Werkzeugmaschinenbau mit 48 % bereits häufiger zum Einsatz als im Branchendurchschnitt (22 %). KI und maschinelles Lernen inklusive generativer KI befinden sich hingegen in beiden Gruppen noch überwiegend in der Pilotphase.
Auf der AMB 2026 wird der VDMA Software und Digitalisierung mit einem eigenen Infostand in Halle 2 vertreten sein und am „KI-Tag" (16. September) unter anderem die Themen intelligentes Werkzeugmanagement, KI-gestütztes Engineering, digitaler Zwilling und datengetriebene Produktionsprozesse in den Fokus rücken.
Anzeige
Neue Formate: Defence-Sektor und internationale Vernetzung
Programmatisch bringt die AMB 2026 mehrere neue Formate an den Start. Erstmals widmet sich die Messe mit „Defence & Security Opportunities" gezielt dem Verteidigungssektor: Gemeinsam mit dem VDMA sollen Defence-Zulieferer und Aussteller der AMB zusammengebracht werden, um Fertigungsprozesse für den Sektor skalierbar zu machen. Das Format findet am 16. und 18. September in geschlossenem Rahmen statt, eine Vorabanmeldung ist erforderlich.
Neu ist zudem die Kooperation mit BW_i (Baden-Württemberg International) im Rahmen der „International Gallery powered by BW_i" am Eingang Ost vor Halle 1, bei der zehn internationale Wirtschaftsverbände vertreten sind, darunter aus Indien, Italien, Taiwan und Spanien. Ergänzt wird das Angebot durch länderspezifische Happy Hours zur Vernetzung.
Anzeige
Auch für Facharbeiterinnen und Facharbeiter gibt es 2026 ein neues Format: Die „AMB Night" am Freitagnachmittag bietet nach Feierabend Einblicke in aktuelle Innovationen der Metallzerspanung, ergänzt um ein Meet & Greet mit Content Creators aus der Branche.
Ausstellerausblick: Von KI-Robotern bis zum vierspindeligen Langdreher
Auch einzelne Ausstellerinnen und Aussteller gaben im Rahmen der Preview bereits einen Ausblick auf ihre Neuheiten für die AMB 2026 - ein Auszug:
Chiron Group (Halle 10, Stand C52) zeigt unter anderem die neuen Maschinen MILL 2000 und MT 715 mit Linear-Handling sowie die FZ 16 S FX und FZ 19 S FX jeweils mit Variocell-Palettensystem – alle Maschinen laufen laut Unternehmen live unter Span.
Grob-Werke (Halle 10, Stand C12) präsentiert nach Unternehmensangaben mit dem 5-Achs-Fräs-Portal-Bearbeitungszentrum GP1350 und der modularen Roboterzelle GRC-M60 zwei neue Produkte, ergänzt um das neue MES-System COSERA.
Index Group (Halle 4, Stand B31) stellt mit der TRAUB MS12-4 nach eigenen Angaben den „produktivsten Langdreher der Welt" vor, ausgestattet mit vier Spindeln für entsprechend höhere Produktivität. Ebenfalls neu sind die Dreh-Fräszentren INDEX G160 mit Siemens-Sinumerik-ONE-Steuerung und TRAUB TNX160 sowie neue Automationslösungen mit dem iXcenter-System.
Fanuc Deutschland (Halle 06, Stand D10) zeigt laut Unternehmen unter anderem eine KI-Anwendung, bei der ein in NVIDIA Isaac Sim trainiertes System Bauteile live am Roboter erkennt, automatisch eine passende Greifstrategie wählt und Kollisionen vermeidet. Mit der Steuerung FS500i-A soll zudem eine integrierte KI die Bearbeitungsparameter automatisch optimieren, um Oberflächenqualität zu verbessern und Inbetriebnahmezeiten zu verkürzen.
Mapal Dr. Kress SE & Co. KG (Halle 1, Stand C11) stellt mit dem EA-Performance-System nach eigenen Angaben ein vereinfachtes Einstellsystem für präzise Feinbohrwerkzeuge im Durchmesserbereich von 10 bis 19 Millimetern vor, das die Einstellzeit um rund 50 % reduzieren soll.
DN Solutions und Heller (Halle 10, Stand A31/A32) präsentieren erstmals einen gemeinsamen Messeauftritt, bei dem laut Unternehmensangaben Maschinen, KI-gestützte Software und Produktionsservices zu integrierten Fertigungslösungen verbunden werden sollen.
Für Unternehmen und Fachbesucherinnen und Fachbesucher, die ihren Messebesuch planen, lohnt sich angesichts des dichten Programms ein früher Blick in die Agenda: Neben den genannten Ausstellerneuheiten und Branchenformaten bieten unter anderem das VDMA Technologieforum in Halle 1, die AMB Stage mit tagesweise wechselnden Schwerpunkten sowie die Start-up Area am Eingang Ost zusätzliche Anknüpfungspunkte für den fachlichen Austausch. Wer sich für Formate wie „Defence & Security Opportunities" interessiert, sollte die Vorabanmeldung wegen der begrenzten Plätze nicht aus den Augen verlieren.
FAQ zur AMB 2026 in Stuttgart
Wann und wo findet die AMB 2026 statt? Die AMB 2026 findet vom 15. bis 19. September 2026 auf dem Gelände der Messe Stuttgart statt und belegt alle zehn Ausstellungshallen.
Wie viele Aussteller werden erwartet? Nach aktuellem Stand haben rund 1.150 Ausstellerinnen und Aussteller ihre Teilnahme bestätigt, davon etwa 31 % aus dem Ausland. Insgesamt sind 34 Länder vertreten.
Wie hat sich die deutsche Werkzeugmaschinenbranche zuletzt entwickelt? Nach einem Produktionsrückgang von 7 % im Jahr 2025 rechnet der VDW für 2026 mit einer weitgehenden Stabilisierung bei einem leichten Minus von 1 %. Der Auftragseingang legte in den ersten fünf Monaten 2026 bereits um 13 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.
Welche neuen Programmformate gibt es 2026? Neu sind unter anderem das Format „Defence & Security Opportunities" zum Verteidigungssektor, die „International Gallery powered by BW_i" mit zehn internationalen Wirtschaftsverbänden sowie die „AMB Night" am Freitagabend für Facharbeiterinnen und Facharbeiter.
Welche Themen stehen beim Programmschwerpunkt Digitalisierung im Fokus? Am „KI-Tag" (16. September) organisiert der VDMA Software und Digitalisierung Programmpunkte zu intelligentem Werkzeugmanagement, KI-gestütztem Engineering, digitalem Zwilling und datengetriebenen Produktionsprozessen.