Produktionswert Präzisionswerkzeuge

Die Präzisionswerkzeuge-Industrie konnte ihre Produktion 2016 um vier Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro steigern. - Quelle: Statistisches Bundesamt, Schätzung 2016 und Prognose 2017 VDMA

Die Graphik zur werkzeuge Rangliste sehen Sie auf Seite 3 in diesem Artikel.

Zwar stagnieren die Zahlen bei den meisten Unternehmen auf einem hohen Niveau – doch einige hat es kalt erwischt, und sie mussten ihr geplantes Ergebnis für 2016 nach unten korrigieren.

Dem starken Aufwind für die Branche der Präzisionswerkzeughersteller vor drei Jahren scheint mittlerweile die Kraft ausgegangen zu sein. Nach dem Rekordjahr 2014 ist die Stimmung inzwischen etwas verhaltener geworden. Insbesondere die Hersteller von Zerspanungswerkzeugen blicken etwas skeptisch in die Zukunft. Doch keiner wagt eine konkrete Prognose. Das Thema E-Mobilität liegt wie ein Schreckgespenst in der Luft. Wie soll man sich künftig aufstellen? Welche Auswirkungen hat dieses Szenario auf die Herstellung von Verbrennungsmotoren? Fragen über Fragen, die so oft in den vergangen Monaten bei meinen zahlreichen Anwenderreportagen in den Unternehmen Bestandteil der Diskussionen waren.

Auf dieses Thema angesprochen, bezog Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA, anlässlich des traditionellen Branchentreffs in Frankfurt Anfang des Jahres 2017, klar Stellung. Aus seiner Sicht wird der reine Elektroantrieb nicht so schnell kommen. Hybridantriebe seien da schon eher ein Thema in den nächsten Jahren.

Wenngleich die von Horn verkündeten Zahlen der Präzisionswerkzeuge-Industrie für 2016 mit einem Wachstum von drei Prozent positiv erscheinen, dümpelt der Markt für Zerspanungswerkzeuge vor sich hin.

Für 2017 erwarten die Hersteller von Zerspanwerkzeugen eine leichte Auftragssteigerung aus den EU-Partnerländer, den USA und China. Aus Deutschland gibt es keine Impulse.

Nach seinen Aussagen begann das Geschäft mit Zerspanwerkzeugen 2016 sehr verhalten. Zum Jahresbeginn lagen Auftragseingang und Umsatz deutlich unter den Vergleichswerten von 2015. Im Jahresverlauf zogen die Bestellungen nach und nach an. In den letzten Monaten lagen sie zum Teil deutlich über den entsprechenden Vorjahresdaten. Nach der Messe AMB konnte eine rege Ordertätigkeit verbucht werden.

Lothar Horn, VDMA
Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA, beim Branchentreff Anfang 2017: "Bei den Zerspanungswerkzeugen stagnierte 2016 der Umsatz." - Bild: fertigung

"Der Schlussspurt reichte allerdings nicht mehr aus, um das angepeilte Wachstum zu realisieren. Insgesamt erreichte der Umsatz im Gesamtjahr aber wieder knapp das Niveau aus dem Vorjahr", so Horn.

Apropos Deutschland-Umsätze: Der Inlandsabsatz von Zerspanwerkzeugen erreichte 2016 wieder in etwa das Vorjahresniveau. Für eine stärkere Dynamik fehlten die Impulse aus den wichtigsten Kundenbranchen. Sowohl der Maschinenbau in Deutschland als auch die inländische Automobilherstellung bewegten sich seitwärts.

Für 2017 erwarten die Hersteller von Zerspanwerkzeugen eine leichte Auftragssteigerung aus den Märkten der EU-Partnerländer, den USA und China. Der heimische Markt dürfte sich dagegen auf dem aktuellen Niveau seitwärts bewegen und keine großen Impulse bringen. "Insgesamt rechnen wir damit, den Umsatz mit Zerspanwerkzeugen um drei Prozent steigern zu können."