Produktionswert Praezisionswerkzeuge

Der Produktionswert von zehn Milliarden Euro für 2016 wird sehr schwer zu erreichen sein. - Quelle: Statistisches Bundesamt, 2015 + 2016 Prognose VDMA

Die Graphik zur werkzeuge Rangliste lesen Sie auf Seite 3 in diesem Artikel.

Nach einem Höhenflug im Jahr 2014 zeigt sich die Branche ein Jahr später etwas verhaltener. Mit einem Umsatzplus von drei Prozent konnten sich die Präzisionswerkzeughersteller im Jahr 2015 dennoch über einen moderaten Zuwachs freuen. Wenngleich die Freude in den jeweiligen Lagern unterschiedlich groß ist – denn von der Rekordproduktion profitierten die Teilbranchen unterschiedlich. Während die Spannzeuge und der Werkzeugbau jeweils um rund fünf Prozent zulegen konnten, stieg der Umsatz bei den Zerspanwerkzeugen um etwa einem Prozent.

Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbandes Präzisionswerkzeuge im VDMA, zog Anfang des Jahres anlässlich des Branchentreffs in Frankfurt für 2015 eine durchwegs positive Bilanz. So wuchs die Produktion der Präzisionswerkzeug-Industrie insgesamt um drei Prozent auf 9,6 Milliarden. Euro. "Während die Aussichten für den Werkzeugbau für dieses Jahr gut sind, gehen die Hersteller von Zerspanwerkzeugen und Spannzeugen nur von einer geringen Produktionssteigerung für 2016 aus", meinte Horn.

So zeigt sich der Maschinenbau und die Automobilindustrie, die Hauptabnehmerbranchen für Zerspanwerkzeuge, weltweit nicht mehr so dynamisch wie im Jahr zuvor. Dennoch konnten die deutschen Hersteller von Zerspanwerkzeugen ihre Lieferungen in die wichtigen Märkte wie USA, China, Italien, Frankreich und die Schweiz steigern. Jedoch gingen die Lieferungen nach Russland ebenfalls stark zurück. Und der deutsche Markt stagnierte. Auch die Messe EMO Mailand 2015, von der sich die Branche positive Konjunkturimpulse erwartet hatte, blieb für viele Hersteller hinter den Erwartungen zurück.

Dennoch entwickelten sich die Deutschland-Umsätze 2015 – wenn auch nur von wenigen Herstellern – besser als erwartet.

Lothar Horn
Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA: "Die Hersteller von Zerspanungswerkzeugen gehen für 2016 von einer geringen Produktionssteigerung aus." - Bild: VDMA

17. Umsatz-Ranking

Mit dieser Ausgabe präsentiert die Redaktion fertigung bereits zum 17. Mal das Deutschland-Ranking der Zerspanungswerkzeuge. Die mit einem Sternchen (*) gekennzeichneten Werte sind übrigens geschätzt. Dabei möchte ich ausdrücklich darauf verweisen, dass es sich dabei um eine reine Momentaufnahme handelt, die keinesfalls einen Trend abbildet. Inzwischen sind 30 Unternehmen gelistet.
Weltmarktführer Sandvik Machining Solutions, unter deren Dach Sandvik Coromant sowie die Marken Walter, Seco, Safety, Dormer oder auch Pramet angesiedelt sind, liegt mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Euro an der Spitze und kann ein Umsatzplus von 6,5 Prozent aufweisen. Allein in Deutschland dürften sich die Umsätze des Konzerns auf geschätzte 500 Millionen Euro belaufen. Doch im Ranking macht es mehr Sinn, sich konkret auf Sandvik Tooling Deutschland zu konzentrieren.

Meine Meinung

Vorsichtige Schätzungen
Nachdem ich voriges Jahr die Reset-Taste gedrückt habe, wurden die Zahlen auf eine neue Basis gestellt. Bei meinen Schätzungen wurde die Ist-Situation analysiert und die Deutschland-Umsätze bei einigen Unternehmen geschätzt. Große Ausreißer gibt es diesmal keine, da das Wachstum verhalten war.
Jürgen Gutmayr