Century Tool setzt auf die neue Portalfräsmaschine FZU37 von Zimmermann und steigert damit seine Produktivität um bis zu 30 % – maßgeschneidert für den Werkzeug- und Formenbau großformatiger Druckgussbauteile.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
(v. l.) Cornelius Kiesel, Präsident von Zimmermann Inc., Brian Czapla, Verkaufsleiter bei Century Tool, Yousif Sallan, Projektleiter bei Zimmermann Inc. und Tom Bradford, Fertigungsleiter von Century Tool vor der Portalfräsmaschine FZU37.Ivette Gerstenschlager
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Wie lässt sich die immense
Anzahl an Stunden für die Endbearbeitung und das Schruppen von sehr großen
Werkstücken reduzieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich Century Tool, ein Werkzeug-
und Formenbauer mit Sitz in Fenton, Michigan. Das Unternehmen ist Teil der
Tooling Tech Group (TTG), einem in den Vereinigten Staaten führender Hersteller
von Werkzeugen.
Um die Produktivität
deutlich zu steigern, sollte eine kleinere Maschine, die nicht mehr im Einsatz
war, durch eine neue Portalfräsanlage ersetzt werden und damit den umfangreichen
Maschinenpark erweitern. Mit dieser Anforderung ging Century Tool auf
Zimmermann Inc. in Wixom, Michigan zu. Cornelius Kiesel, Geschäftsführer
von Zimmermann Inc: „Wir wussten, welche Maschine sich für den Kunden am besten
eignet, und legten die Spezifikationen entsprechend aus.“
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Mehr Verfahrweg auf
gleicher Fläche
David Hawes, Maschinenbediener bei Century, setzt die Werkzeuge auf die Spindel der Zimmermann-Maschine.Ivette Gerstenschlager
Zimmermann lieferte eine CNC-Portalfräsmaschine
der Baureihe FZU37 mit einem Bauraum von 5.000 × 4.000 × 1.500 mm. Bei
gleichem Platzbedarf steht dem Zerspaner im Vergleich zur Vorgängermaschine 79
% mehr Verfahrweg zur Verfügung. Sie eignet sich für die Bearbeitung von
Aluminium und Verbundwerkstoffen. Weil sie kein festes Maschinenfundament benötigt,
lässt sie sich flexibel auf soliden Industrieböden aufstellen – das bestehende
Fundament konnte durch gezielte Anpassungen weitergenutzt werden.
Der
Maschinentisch ist fest mit der FZU37 verbunden. Dadurch muss das Werkstück bei
der Bearbeitung nicht bewegt werden. Ausgestattet ist die Maschine mit
Werkzeugwechsler, Abdeckung, Nebelabsaugung, Hochdruck-Kühlmittelzuführung,
Werkzeuglaser und einem Messtaster. Zum Einsatz kommen die Werkzeugaufnahmen HSK
63 und HSK 80. Cornelius Kiesel: „Wir integrierten ein verlängertes
Spindelgehäuse für tiefere Kavitäten und erhöhten die Seitenwände. Zudem haben
wir den Maschinentisch verstärkt, um auch anspruchsvolle Formen bearbeiten zu
können.“ Dank intensiver Vorbereitung und enger Abstimmung mit dem Kunden
verlief die Inbetriebnahme zügig und reibungslos. Zimmermann-Projektleiter
Alfio Campagna begleitete die Installation vor Ort.
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Intuitiv gesteuert, präzise gefertigt
Die Zimmermann-Maschine verfügt über einen Arbeitsraum von 5.000 × 4.000 × 1.500 mm. Das erweitert die Produktionsmöglichkeiten bei Century erheblich.Ivette Gerstenschlager
Prozesssicher durch moderne
Software
Ausgerüstet ist die Portalfräsmaschine mit der TNC7, der aktuellen
Steuerungsgeneration von Heidenhain. Diese bietet unter anderem die Möglichkeit,
beliebige Werkstücke bis hin zu komplexen Freiformteilen mithilfe neuer
Tastzyklen in kürzester Zeit grafisch einzumessen, heißt es. Damit visualisiert die TNC7
die gesamte Fertigungsumgebung: Spannmittel, Werkstück und Maschinenraum. Diese
Daten lassen sich schon vorab während der Programmierung für eine
wirklichkeitsgetreue 3D-Simulation der Bearbeitung nutzen.
Eingesetzt wird eine
CAD-Software von VISI und eine CAM-Lösung von Tebis. Bediener David Hawes ist besonders
von der Smart-Programmierung überzeugt: „Konturen zeichne ich per Touchscreen,
das Programm überführt sie automatisch in Klartext.“ Auch die Anbindung der
bestehenden Programme mit der neuen Steuerung funktioniert einwandfrei und macht
das Anfahren und den Betrieb reibungslos. Bedienerfreundliche Bildschirmlayouts
und ein anpassbares Touchpad erhöhen zusätzlich die Ergonomie.
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Die CNC-Steuerung bietet
zudem die Möglichkeit der Komponentenüberwachung. Dadurch ist zum Beispiel das
Spindellager vor Überlastung geschützt. Gleichzeitig erkennt sie im laufenden
Betrieb einen erhöhten Komponentenverschleiß im Antriebsstrang. Diese Funktion
liefert wertvolle Daten für eine vorbeugende Wartung und die Bewertung der
Prozessfähigkeit der Maschine. Für Century Tool ist das ein wichtiges Feature,
da der Fertiger auf der Zimmermann-Maschine ausschließlich sehr große Formen
herstellt – und dabei über mehrere Tage oft mehr als 90 Prozent des Materials
abträgt. Die FZU37 ist eine der ersten Werkzeugmaschinen in den USA mit
TNC7-Steuerung. Die Mitarbeiter wurden mehrere Tage direkt
von HEIDENHAIN geschult.
Überzeugende
Anwendungsvielfalt
Tom Bradford ist
Fertigungsleiter bei Century Tool und bedient die FZU37: „Auf der neuen Zimmermann-Maschine
bearbeiten wir überwiegend Bauteile aus P20-Stahl, das ist der
Industriestandard für Gussformen. Dazu kommen verschiedene Aluminiumwerkstoffe.“
Century Tool stellt eine Vielzahl großer Werkzeuge für das Formpressen von
Verbundwerkstoffen und anderen Substraten für ganz unterschiedliche Industrien
her, von der Automobil- bis zur Schwerlastbranche, vom Off-Highway-Bereich bis
zur Landwirtschaft, und vom Motorsport bis zur Infrastruktur wie Wassertanks. „Spezialisiert
haben wir uns auf Karosserieteile der Klasse A, bei denen höchste
Oberflächengüte und enge Toleranzen gefragt sind“, beschreibt Bradford. „Mit
der Zimmermann-Maschine erzielen wir konstant hervorragende Ergebnisse – auch
bei großen Formstrukturen.“ Aktuell arbeitet die FZU37 im Zweischicht-Betrieb. Oft
auch im Lights-out-Modus: Der Betrieb läuft vollautomatisch, ohne dass ein
Bediener dabei ist – oder ein Mitarbeiter steuert und überwacht die Anlage aus
der Ferne.
Auf Expansionskurs
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Bradford: „Als Werkzeuglieferant versorgen wir Tier-1-Lieferanten und OEMs im
Fertigungsbereich. In der Automobil- und Schwerlastbranche haben wir uns einen
guten Ruf erarbeitet. Mit diesem Know-how wollen wir auch in andere Industrien
expandieren, wie Luft- und Raumfahrt oder Konsumgüter. Unsere Kernkompetenz beim
Verbundwerkstoff-Formen verschafft uns da einen echten Vorteil. Mit der FZU37
erreichen wir hervorragende RA-Oberflächen mit gleichbleibender Qualität,
selbst bei viel größeren Strukturen.“ Dank der Tischgröße sowie der schnellen
und präzisen Bearbeitung konnte Century Tool seine Produktivität bereits um bis
zu 30 % steigern.
Was macht die Tooling Tech Group (TTG)?
Die Tooling Tech Group (TTG)
bietet Fertigungslösungen für verschiedene Verfahren – vom Thermo- über das
Hochdruckformen von Verbundwerkstoffen bis hin zum Blas- und Rotationsformen,
Druckgießen und Stanzen. Zur TTG gehört neben Century Tool auch Century
Automation, Anbieter von Automatisierungslösungen für die Formteilindustrie und
spezialisiert auf Verbindungs-, Zier- und Schaumanwendungen.