Wie CNC-Technik von Hedelius Präzision in den Spitzensport bringt
CNC-Technik spielt auch im olympischen Spitzensport eine wichtige Rolle. Das Berliner Forschungsinstitut FES entwickelt Sportgeräte für deutsche Athleten und setzt bei der Fertigung auf vier Bearbeitungszentren von Hedelius.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Ein Maschinenpark in Rot und Weiß: Das FES setzt in der CNC-Fertigung vor allem auf Bearbeitungszentren von Hedelius.Thomas Rosenthal, Berlin
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Das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin entwickelt Sportgeräte und technische Systeme für 14 deutsche Spitzensportverbände.
Seit 2016 stellt das FES seinen CNC-Maschinenpark schrittweise auf Bearbeitungszentren von Hedelius um. Die jüngste Anschaffung erfolgte 2026.
Vier CNC-Bearbeitungszentren decken unterschiedliche Anforderungen ab – von der hochpräzisen 5-Achs-Bearbeitung bis zur Fertigung großformatiger Bauteile.
Die hohe Fertigungstiefe ermöglicht individuelle Anpassungen, schnelle Entwicklungszyklen und kurzfristige Reaktionen auf Anforderungen der Athleten.
Was haben die Olympischen Spiele mit Metallbearbeitung zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Manch einer könnte spontan an den obligatorischen Biss siegreicher Athleten auf ihre Medaillen denken. Doch es lohnt sich, genauer hinzuschauen – denn die richtige Ausrüstung kann über die nötigen Hundertstel entscheiden.
Wenn deutsche Athletinnen und Athleten bei Olympia um Medaillen kämpfen, steckt dahinter in vielen Fällen auch jede Menge Entwicklungs- und Fertigungsarbeit. Beim Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin gehört dazu auch CNC-Technik der Hedelius Maschinenfabrik aus Meppen.
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Das FES: ein begehrter Partner im deutschen Spitzensport
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Das FES ist das technologische Zentrum für den deutschen olympischen und paralympischen Hochleistungssport. Als Institut im Trägerverein IAT/FES e. V. entwickelt es hochmoderne Sportgeräte sowie Mess- und Informationssysteme und stellt diese für Training und internationale Wettkämpfe bereit. In dieser Funktion unterstützt das Institut deutsche Athletinnen und Athleten aus 14 verschiedenen Spitzensportverbänden.
Auf einer Hedelius Maschine präzise gefertigt, bildet die Aluminium-Form die Grundlage für den aerodynamisch optimierten Bahnradlenker aus CFK.Thomas Rosenthal, Berlin
Das ingenieurwissenschaftliche Know-how umfasst Bereiche wie Aero- und Hydrodynamik, Leichtbau, Tribologie und Strukturmechanik. Konstruiert und gefertigt wird mit modernster CAD- und CNC-Technologie, unter anderem Komponenten für Sportgeräte, Prototypen, Präzisionsbauteile für Trainings- und Wettkampfsysteme sowie Entwicklungs- und Versuchsteile. Das Ergebnis der CNC-Bearbeitung ist dabei später nicht immer unmittelbar am Sportgerät sichtbar: So werden beispielsweise auch hochpräzise Formen hergestellt, etwa für die Fertigung ultraleichter und zugleich hochfester CFK-Komponenten für den Radsport.
Hedelius als „CNC-Alleinausrüster“
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In der CNC-Fertigung des FES bietet sich ein Anblick mit echtem Seltenheitswert: Fast alle Fräsmaschinen kommen vom selben Hersteller – und das ist kein Zufall. Ab 2016 wurde der Maschinenpark sukzessive auf Hedelius umgestellt.
Den Anfang machte eine TILTENTA 6 Single, 2019 wurde dann eine ACURA 65 angeschafft, 2023 folgte eine TILTENTA 6-2300 und 2026 kam schließlich eine FORTE 65 hinzu – ein schlüssiger Fertigungsverbund, der den FES-typischen Mix aus Unikaten, Entwicklungsvarianten, individuellen Anpassungen und wenigen wiederkehrenden Bauteilen flexibel unter einem Dach abdeckt. Hier sticht keine Maschine als „Star“ hervor, sondern der Erfolg ist Teamarbeit – ganz so wie im Sport auch. Die hohe Fertigungstiefe ermöglicht Nico Zimmermann und seinen Kollegen volle Kontrolle über Materialien, Abläufe und Qualität: „Bevor wir etwas zukaufen, bauen wir es lieber selbst“, betont er.
Expertentalk: Maschinenbau trifft Defence – Synergien für eine neue Ära der Sicherheit
Termin: Dienstag, 01.12.2026 | 14:00 Uhr
Wie nutzen Industrieunternehmen die Wachstumschancen der Sicherheits- und Verteidigungsbranche? Erfahren Sie im exklusiven PRODUKTION-Expertentalk, wie Sie etabliertes Fertigungs-Know-how für Defence-Anforderungen skalieren und regulatorische Hürden meistern. Im Gespräch: Bernd Kögel, Geschäftsführer DSEI Germany, und Stefan Weinzierl, Chefredakteur PRODUKTION.
Kerninhalte:
Technologietransfer: Präzision und Automatisierung für Defence-Anforderungen nutzen.
Resilienz & Supply Chain: Höchste Sicherheits- und Zertifizierungsstandards verankern.
Marktzugang: Dual-Use-Potenziale in einem hochregulierten Umfeld erschließen.
Denn anders als in klassischen Zerspanungsbetrieben zählt beim FES nicht die Wettbewerbsfähigkeit der Fertigung, sondern einzig die Qualität und die Performance des Endproduktes. „Wir wollen hier keine Stückzahlen oder Maschinenauslastung maximieren, sondern einfach gute Sportgeräte bauen“, fasst Einkäufer Torsten Schmidt das Ethos am Institut zusammen. Anstatt also Menge zu machen, wird vor allem getüftelt. So entstehen immer wieder neue Prototypen mit teils großer Teilevielfalt, die anschließend getestet und weiter verfeinert werden. „Bei uns ist es so ähnlich wie im Theater: Wir haben oft Premieren, dazwischen wird mal kurz durchgefegt, dann geht’s von vorn los“, ergänzt Schmidt augenzwinkernd.
Vor diesem Hintergrund kann die Entscheidung für Hedelius als „CNC-Alleinausrüster“ vor allem als Entscheidung für verlässliche Bearbeitungsqualität bei voller Flexibilität interpretiert werden. „Wir waren schon immer regelmäßig auf den einschlägigen Messen unterwegs und haben uns über den Stand der Technik informiert“, erläutert Schmidt. „Für uns war klar, dass wir uns gerne auf einen Lieferanten festlegen wollten, und den haben wir in Hedelius gefunden.“
Die TILTENTA 6 Single war 2016 die erste Anschaffung aus dem Hause Hedelius. Sie übernimmt beim FES vor allem die Bearbeitung mittelgroßer, geometrisch anspruchsvoller Werkstücke. Durch die Kombination aus stufenlos schwenkbarer Hauptspindel, integriertem NC-Rundtisch und zusätzlichem Festtischbereich sind sowohl die präzise 5-Seiten- und 5-Achs-Bearbeitung kubischer Komponenten als auch die wirtschaftliche Fertigung verschiedenster Einzelteile möglich.
ACURA 65: Konstante Präzision auf 5 Achsen
Mit ihrem X-Verfahrweg von 2.300 Millimetern spielt die TILTENTA 6-2300 besonders bei der Fertigung langer Bauteile ihre Stärken aus – wie etwa der Kufe eines Bobs, die Thomas Proksch hier präsentiert.Thomas Rosenthal, Berlin
Für kompaktere und besonders präzisionskritische Bauteile steht dem FES die ACURA 65 zur Verfügung. Das 5-Achs-Bearbeitungszentrum verbindet einen beidseitig gelagerten Dreh-Schwenktisch mit einem Arbeitsraum für Werkstücke bis zu einem Störkreisdurchmesser von 700 Millimetern und einem Gewicht von bis zu 500 Kilogramm. Direkte Messsysteme und die stabile Maschinenkonstruktion schaffen dabei die Grundlage für eine konstant hohe Bearbeitungsqualität.
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TILTENTA 6-2300: Erste Wahl für große Teile
Die TILTENTA 6-2300 erweitert dieses Spektrum um die Bearbeitung langer und großformatiger Komponenten. Mit einem X-Verfahrweg von 2.300 Millimetern und der schwenkbaren Hauptspindel können auch ausgedehnte Werkstücke – zum Beispiel lange Gehäuseteile und Kufen für Viererbobs – an mehreren Seiten und an den Stirnflächen bearbeitet werden, ohne sie mehrfach neu ausrichten zu müssen.
FORTE 65: Wirtschaftliche 3-Achs-Bearbeitung
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Komplettiert wird das Hedelius-Quartett durch das kompakte 3-Achs-Bearbeitungszentrum FORTE 65. Das Fahrständerbearbeitungszentrum bietet Verfahrwege von 1.320 × 650 × 600 Millimetern, eine Aufspannfläche von 1.500 × 650 Millimetern und einen hochbelastbaren Festtisch. Die Fahrständerbauweise sorgt dafür, dass die Dynamik weitgehend unabhängig vom Werkstückgewicht bleibt.
Flexibel und reaktionsschnell
Wesentlich für den Erfolg der Arbeit des FES ist aber nicht zuletzt auch das Feedback der Athletinnen und Athleten selbst: „Oft kommen sie auch persönlich hier in der Werkstatt vorbei“, erklärt Nico Zimmermann. „Wir scannen sie dann ein, nehmen Abdrücke oder simulieren verschiedene Szenarien, um die Sportgeräte genau auf ihre Bedürfnisse zuzuschneiden“. Die jeweiligen Themenleiter des Instituts begleiten die Sportler nicht nur in der Vorbereitung, sondern häufig auch vor Ort beim Wettkampf.
Ihren Höhepunkt erreichen die Vorbereitungen in den Olympia-Jahren: „Dann geht es hier immer richtig rund, noch bis kurz vorm Wettkampf“, schildert Zimmermann. „Da müssen wir sehr flexibel und reaktionsschnell sein“. Gerade unter diesen Bedingungen muss auf jede Maschine Verlass sein – und Hedelius liefert, so ist man sich beim FES einig.
Was Sie zum Thema CNC-Technik im Spitzensport wissen müssen
Welche Bedeutung hat CNC-Technik für den Spitzensport? CNC-Technik ermöglicht die präzise Herstellung von Sportgerätekomponenten, Prototypen, Werkzeugformen sowie Bauteilen für Trainings- und Wettkampfsysteme. Beim FES unterstützt sie die Entwicklung individuell angepasster Sportgeräte.
Welche CNC-Technik setzt das FES in Berlin ein? Das Institut nutzt vier Bearbeitungszentren von Hedelius: TILTENTA 6 Single, ACURA 65, TILTENTA 6-2300 und FORTE 65. Die Maschinen decken unterschiedliche Anforderungen der 3-Achs- und 5-Achs-Bearbeitung ab.
Warum setzt das FES bei der CNC-Technik auf Hedelius? Ausschlaggebend sind laut Institut die zuverlässige Bearbeitungsqualität und die Flexibilität der Maschinen. Bereits bei der Auswahl bestand der Wunsch, sich auf einen zentralen Lieferanten zu konzentrieren.
Wie unterstützt CNC-Technik die individuelle Anpassung von Sportgeräten? Das FES erfasst die Anforderungen der Athleten unter anderem durch Scans, Abdrücke und Simulationen. Anschließend können individuelle Komponenten und Prototypen gefertigt, getestet und weiterentwickelt werden.
Welche Anforderungen muss CNC-Technik in Olympia-Jahren erfüllen? Besonders wichtig sind Flexibilität, Präzision und zuverlässige Bearbeitungsprozesse. Da Anpassungen teilweise noch kurz vor Wettkämpfen erfolgen, muss die Fertigung schnell auf neue Anforderungen reagieren können.