Wie die Kern Micro HD den Werkzeugbau bei Toolcraft beschleunigt
Die Kern Micro HD bringt im Werkzeugbau der Toolcraft AG deutliche Effizienzgewinne. Das fünfachsige Präzisionsbearbeitungszentrum verkürzt Fertigungsprozesse und reduziert Durchlaufzeiten um mehr als eine Woche.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Seit 2024 bei Toolcraft im Einsatz: das mit Schleifpaket ausgestattete, fünfachsige Präzisionsbearbeitungszentrum Kern Micro HD.Kern Microtechnik
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Summary:
Die Toolcraft AG investierte 2024 in das Fünfachs-Bearbeitungszentrum Kern Micro HD. Im Werkzeugbau am Standort Spalt reduziert die Maschine mehrere Prozessschritte und verkürzt Durchlaufzeiten deutlich. Möglich wird dies durch präzise Fräs- und Schleiftechnologien sowie automatisierte Fertigungsabläufe.
Als Lieferant von hochanspruchsvollen Branchen wie der Luft-
und Raumfahrt sowie der Medizintechnik weiß Toolcraft, was höchste Genauigkeit
bedeutet. Um speziell die stetig steigenden Anforderungen im Werkzeugbau zu
erfüllen, hat das Unternehmen im Jahr 2024 wieder investiert und sich für das
fünfachsige Premium-Bearbeitungszentrum Kern Micro HD entschieden.
Aufsichtsrat, Vorstand, Teamleitung und Mitarbeiter sind sich einig: „Wir
hätten es nicht besser treffen können – mit der Maschine und der Zusammenarbeit.“
Vom Gründer zum Aufsichtsratsvorsitzenden – Bernd Krebs hat
seit 1989 stets ein wachsames Auge auf seine Firma, die Toolcraft AG. Die
operativen Geschäfte legte er vor rund fünf Jahren im Rahmen der Umfirmierung
zur AG in jüngere, ebenso kompetente Hände. Und so entwickelt
sich sein Unternehmen gleichmäßig weiter und beschäftigt heute knapp 500
Mitarbeiter. Mit Hochpräzisionszerspanung, Additiver Fertigung, Robotik und
Automatisierung sowie Spritzguss und dem in Spalt bei Nürnberg ansässigen Werkzeugbau
– mit 90 Mitarbeitern – hat Toolcraft vielfältige innovative Dienstleistungen
im Portfolio.
Als entscheidend für die positive Entwicklung sieht Bernd
Krebs unter anderem die hohe Motivations- und Vertrauenskultur in seinem
Unternehmen. Er ist überzeugt: „Nur wenn das Arbeitsklima stimmt, schöpfen
Mitarbeiter ihr volles Potenzial aus und bringen Ideen ein, die uns wirklich
weiterbringen.“ Dass dies gelingt, ist nicht nur an den guten Zahlen in
allgemein schwierigen Zeiten zu sehen, es ist auch allerorten zu spüren, wenn
man in die freundlichen Gesichter der Beschäftigten schaut.
Auch Johannes Herzog, Teamleiter im Werkzeugbau, weiß das
angenehme Umfeld bei Toolcraft zu schätzen. Darüber hinaus unterstreicht der
gelernte Werkzeugmechaniker und Industriemeister, die innovative Einstellung
seines Arbeitgebers: „Bernd Krebs und unsere Vorstände haben immer ein offenes
Ohr, wenn es um Investitionen in moderne Technik geht, die uns besser machen.“
Kern Micro HD schon lange im Blick
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Johannes Herzog, Teamleiter und Verantwortlicher für Frästechnologie im Werkzeugbau (links), und Barbara Bergmann, Gebietsverkaufsleiterin von Kern, freuen sich über die rundum gelungene Zusammenarbeit, die zu perfekten Ergebnissen führt.Kern Microtechnik
Dies bestätigte sich nicht zuletzt im Jahr 2024, als mit dem hochpräzisen Fünfachszentrum Kern Micro HD eine große Investition im Bereich
des Werkzeugbaus getätigt wurde. Ein wohlüberlegter Schritt. Schon seit gut
zehn Jahren findet ein regelmäßiger Austausch mit Kern-Gebietsverkaufsleiterin
Barbara Bergmann statt. Seit Markteinführung der Kern Micro HD im Jahr 2019 hat
sich der Kontakt weiter intensiviert. Diverse Besuche bei Kern in Eschenlohe
inklusive. Was Johannes Herzog und seine Kollegen dort sahen, hat sie
beeindruckt: „Die Mitarbeiter sind dort genauso motiviert wie bei uns. Es
herrscht ein respektvoller Umgang miteinander und ein spürbar gutes
Arbeitsklima. Das hat bei uns jedes Mal ein richtig gutes Gefühl hinterlassen.“
Nach den Leistungsdemonstrationen der Micro HD in der
Anwendungstechnik war dann auch schnell klar, dass dieses
Präzisionsfünfachszentrum die bestmögliche Lösung für den Toolcraft Werkzeugbau
darstellt. Einziger kleiner Wermutstropfen: Die bearbeitbare Bauteilgröße
entspricht nicht ganz dem Optimum. „Wenn wir Paletten mit
320 x 320 mm aufspannen könnten, wäre das perfekt. Nachdem wir
aber feststellten, dass die kompakte Micro HD Einzelbauteile bis zu einem
Durchmesser von 350 mm bearbeiten kann und darüber hinaus
Koordinaten-Schleifen ermöglicht, waren unsere letzten Zweifel beseitigt.“
Kreative Lösung für beengte Platzverhältnisse
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Eine Spezialkonstruktion für das Spindelkühlaggregat hat dazu beigetragen, die Kern Micro HD bei Toolcraft optimal in den Werkzeug- und Formenbau zu integrieren: Es steht nicht (wie üblich) neben der Maschine oder auf dem Hybridaggregat, sondern über dem Bandfilter.Kern Microtechnik
Die Entscheidung fiel im März 2024. Gut fünf Monate später
ging die Kern Micro HD in Betrieb. Aufgrund der im Spalter Werkzeugbau beengten
räumlichen Verhältnisse, waren in dieser Zeit noch einige Anpassungsarbeiten
notwendig. Um nur eine zu nennen: Das normalerweise separat am Boden oder auf
dem Hybridaggregat stehende Spindelkühlaggregat wurde durch Spezialkonstruktion
der Kern-Konstrukteure über dem Bandfilter platziert. So nimmt die komplette
Maschine samt Automatisierung und notwendiger Zugänglichkeiten lediglich rund
5 x 5 m² Fläche in Anspruch.
Für Johannes Herzog ist dies nur einer von vielen Belegen
für die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit mit Kern. Er erklärt: „Die
technologische Überlegenheit der Maschine ist eine Sache. Zusammen mit der
stets unterstützenden Anwendungstechnik von Kern Microtechnik ist das Angebot
unschlagbar.“
Hochpräzises Fräsen und Schleifen mit Öl auf der Kern Micro HD bringt höchste Genauigkeiten im Toleranzbereich von bis zu 1,5 µm in die Werkstücke.Kern Microtechnik
Bei Toolcraft werden mit der Kern Micro HD zu 90 Prozent
harte Konturbauteile gefräst und geschliffen. Dabei ist die Materialpalette
breit gefächert: hauptsächlich Werkzeugstähle, aber auch Edelstahl, Titan,
Kupfer, HSS und Hartmetall. Für Elektroden kommt die Maschine nur dann zum
Einsatz, wenn außergewöhnlich gute Oberflächen erforderlich sind.
Generell sind die Anforderungen an die Fertigungsqualität im
Werkzeug- und Formenbau oft extrem. Toolcraft benötigt teils Oberflächen von
Ra = 0,015 µm und Genauigkeiten im Bereich von 1,5 µm. Am
prozesssicheren Erreichen dieser Werte hat laut Herzog das optional integrierte
Schleifpaket einen entscheidenden Anteil: „Für uns steht dabei vor allem die
Genauigkeit im Fokus. Jedes reduzierte µm am Bauteil spart uns Kosten und
Durchlaufzeit." Besonders bei gratanfälligen Werkzeugen für Flüssigsilikon
können wir mit der Micro HD Auswerfer und Kernbohrungen koordinatenschleifen.
Dank dieses „Hon“-Schliffs in den Bohrungen reduziert sich auch der Verschleiß
an den Auswerfern deutlich.
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Durchlaufzeiten im Fertigungsprozess extrem reduziert
Besonders wichtig sind Herzog die dank der Kern Micro HD
erzielten Prozessoptimierungen in den Fertigungsabläufen. Konkret: Früher
stellte sein Team typische Bauteile in sechs beziehungsweise sieben Schritten her. Nach
dem Schruppen auf einer Fünfachsfräsmaschine ging’s zum Härten. Anschließend
zum Fünf-Seiten-Flachschleifen. Dann folgte eine weitere Fräsbearbeitung in
zwei Aufspannungen, bevor Bohrungen via Drahterodieren eingebracht wurden und
Senkerodieren den maschinellen Fertigungsabschluss darstellte. Händische Nacharbeiten
waren dabei häufig unabdingbar.
Nach dem Programmstart beobachtet Maschinenbediener Matthias Grän noch kurz die Bauteilbearbeitung. Danach arbeitet die vollautomatisierte Kern Micro HD mit Schleifpaket bei Bedarf auch mehr als 150 Stunden mannlos.Kern Microtechnik
„Heute brauchen wir zwei bis drei Schritte weniger –
beispielsweise das aufwendige Flachschleifen“, freut sich Johannes Herzog. Nach
dem Schruppen und Härten wird das Bauteil mit der Kern Micro HD in nur zwei
Aufspannungen komplett gefräst, inklusive Außenmaße und
koordinatengeschliffener Bohrungen. Anschließend erfolgt, falls es durch Fräsen
und Koordinatenschleifen nicht herstellbar ist, noch das Senkerodieren und
Drahterodieren. Händische Nacharbeit ist nur noch in den seltensten Fällen
notwendig.
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„Wir reduzieren damit unsere Durchlaufzeit um mindestens
eine Woche", beziffert der Teamleiter die Prozessverbesserungen. Am
Beispiel eines Schiebers konkretisiert er: „Durch den Wegfall des
Flachschleifens sparen wir rund vier Stunden Maschinenzeit, beim Drahterodieren
ungefähr das gleiche nochmal. Zudem brauchen wir weniger Arbeitszeit, denn
unsere Mitarbeiter mussten sich früher in jedes Bauteil neu reindenken, es
programmieren und aufspannen.“ Das klingt zwar zunächst nicht nach mehr als
einer Woche Durchlaufzeitverbesserung. Aber wenn man berücksichtigt, dass bei Toolcraft alle Fertigungsstationen gut ausgelastet sind, ist schnell klar, dass
es durch Kapazitätsspitzen auch zu Liegezeiten der Bauteile vor dem nächsten
Bearbeitungsschritt kommen kann.“
Temperaturmanagement, Mikrospalttechnologie und Schleifpaket
machen den Unterschied
Gefragt, was den Unterschied der Kern Micro HD zu anderen
fünfachsigen Präzisionsbearbeitungszentren ausmacht, sieht Johannes Herzog
mehrere Faktoren. Einen hebt er besonders hervor: „Das Temperaturmanagement der
gesamten Maschine in Kombination mit der 45.000 min-1 schnellen,
wellengekühlten Spindel ist einzigartig.“ Dazu kommt die von Kern patentierte
Mikrospalttechnologie in allen Linearachsen, die Johannes Herzog und
Kern-Vertriebsberaterin Barbara Bergmann gleichermaßen hervorheben. Die Ingenieurin
ergänzt dazu: „Unsere Entwickler haben es geschafft, all diese einzelnen
Innovationen perfekt zu kombinieren.“ Als weiteren Vorteil nennt Bergmann die
Möglichkeit, mit Öl zu fräsen – speziell in Verbindung mit dem Schleifpaket:
„Dies erhöht die Prozesssicherheit noch weiter und ermöglicht optimale
Bearbeitungsergebnisse bei unterschiedlichsten Materialien.“
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Zur Maximierung der Maschinenauslastung hat Toolcraft seine
Kern Micro HD mit einer Erowa ERC-80 Automatisierung ausgestattet. Die Anlage
bietet Platz für 11 ITS50/72-Paletten und 48 ITS148-Paletten. Laufzeiten von
über 150 Stunden sind also keine Seltenheit mehr. Ein mannloser 24/7-Betrieb
ist damit nahezu realisierbar – auch über Wochenendschichten hinweg.
Mitarbeiter können also im Normalfall beruhigt auf einen einschichtigen
Arbeitsbetrieb vertrauen. Ein nicht unbedeutender Vorteil bei der Suche nach kompetenten
Fachkräften.
Die Toolcraft AG wurde im Jahr 1989 von Bernd Krebs gegründet und beschäftigt
heute rund 500 Mitarbeiter. Im Jahr 2020 firmierte das Unternehmen zur AG und
der Inhaber wechselte als Vorsitzender in den Aufsichtsrat. Für das operative
Geschäft sind seither die Vorstände Christoph Hauck (Technologie und Vertrieb),
Karlheinz Nüßlein (Personal und Produktion) und Marc Volkhardt (Finanzen)
verantwortlich. Zu den Geschäftsfeldern zählen Hochpräzisionszerspanung,
Additive Fertigung, Robotik und Automatisierung sowie Spritzguss und
Werkzeugbau.
Letzterer ist mit 90 Mitarbeitern in Spalt ansässig und
bietet Komplettlösungen für Form- und Spritzgussteile vor allem im Klein- und
Kleinstteilebereich. Diese werden in unterschiedlichsten Branchen u. a. in
medizinischen Bereichen eingesetzt. Zu den weiteren wichtigen Kundenbranchen
von Toolcraft zählen Luft- und Raumfahrt, die Halbleiterindustrie, Automotive
sowie der Sondermaschinenbau.
FAQ zur Kern Micro HD
Was ist die Kern Micro HD? – Die Kern Micro HD ist ein
fünfachsiges Präzisionsbearbeitungszentrum für hochgenaue Fräs- und
Schleifprozesse im Werkzeug- und Formenbau.
Warum nutzt Toolcraft die Kern Micro HD im Werkzeugbau? –
Die Maschine ermöglicht kombinierte Fräs- und Schleifbearbeitung in weniger
Aufspannungen und reduziert damit Prozessschritte.
Wie beeinflusst die Kern Micro HD die Durchlaufzeit? – Durch
den Wegfall mehrerer Fertigungsschritte verkürzt sich die Durchlaufzeit laut Toolcraft um mindestens eine Woche.
Welche Technologien zeichnen die Kern Micro HD aus? – Zu den
zentralen Merkmalen zählen Mikrospalttechnologie, präzises
Temperaturmanagement, eine 45.000 min-1 Spindel und ein integriertes
Schleifpaket.
Welche Rolle spielt Automatisierung bei der Kern Micro HD? –
Mit einer Erowa ERC-80 Automatisierung sind lange mannlose Laufzeiten von über
150 Stunden möglich.