Jahresbericht 2025 | Verband der Deutschen Drehteile-Industrie
Erste Lichtblicke nach zwei Krisenjahren: Drehteile-Branche zeigt Stabilisierungssignale
Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie (VDDI) hat seinen Lagebericht für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Die Auswertung basiert auf den Angaben von 47 Mitgliedsunternehmen mit zusammen 8.061 Beschäftigten und zeichnet ein Bild, das trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen erste Lichtblicke erkennen lässt.
Eine moderne CNC-Drehmaschine: Hier entstehen hochpräzise Drehteile, die trotz herausfordernder Rahmenbedingungen zur Stabilisierung der Branche beitragen.Julius Klinke GmbH & Co. KG
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Summary: Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie hat 47 Unternehmen mit 8.061 Beschäftigten für die Jahresauswertung 2025 befragt. Die Umsätze gingen zurück, während sich Auftragseingänge, Auftragsreichweite und Exportanteil stabil zeigten. Bei Investitionen und Beschäftigung bleibt die Lage angespannt, für das erste Halbjahr 2026 wächst jedoch vorsichtiger Optimismus.
Umsatz erneut rückläufig – aber Rückgang verlangsamt sich
Die Umsätze der befragten Drehteilehersteller gingen 2025 um 4,8 % zurück. Das ist zwar der zweite Rückgang in Folge, fällt aber deutlich geringer aus als das Minus von 7,4 % im Jahr 2024. Ähnlich positiv entwickelt sich der Auftragseingang: Mit einem Rückgang von nur 0,8 % signalisiert er eine vorsichtige Trendwende gegenüber dem Vorjahreswert von -7,9 %.
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Die durchschnittliche Auftragsreichweite blieb mit rund 33 Wochen nahezu unverändert und bietet den Betrieben eine gewisse Planungssicherheit. Dennoch meldet mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen eine unzureichende Auslastung ihrer Produktionskapazitäten – ein strukturelles Problem, das sich in der Nutzung von Kurzarbeit widerspiegelt: Zum Jahresende 2025 griffen 24 % der Unternehmen auf dieses Instrument zurück. Gleichzeitig suchten 13 % der Betriebe aktiv nach zusätzlichem Personal.
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Exportgeschäft als Stabilitätsanker
Das Auslandsgeschäft entwickelt sich leicht positiv: Der Exportanteil stieg minimal auf 37 % (Vorjahr: 36,3 %). Das unterstreicht die ausgeprägte internationale Ausrichtung der Branche und macht sie weniger abhängig von der schwachen Inlandsnachfrage.
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Der Anteil der Personalkosten am Umsatz stieg auf 34,7 %, während die Materialkosten leicht auf 30,4 % sanken. Die Beschäftigtenzahl ging im zweiten Jahr in Folge um knapp 5 % zurück. Besonders auffällig bleibt die anhaltende Investitionszurückhaltung: Die Investitionsquote verharrt mit 5,2 % nun im sechsten Jahr in Folge auf niedrigem Niveau. Pro Mitarbeiter wurden real durchschnittlich 8.881 EUR investiert – rund 50 % weniger als in den Vorkrisenjahren. Rund 79 % der Investitionsmittel flossen in die Produktion.
Ausblick: Vorsichtiger Optimismus für 2026
Beim Blick auf das erste Halbjahr 2026 überwiegt eine stabile Erwartungshaltung: 64 % der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftslage, 19 % mit einer Verbesserung – und nur noch 17 % mit einer weiteren Verschlechterung.
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FAQ wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Drehteile-Industrie
Wie hat sich der Umsatz der deutschen Drehteile-Industrie 2025 entwickelt? Der Umsatz der befragten Drehteilehersteller sank 2025 um 4,8 % gegenüber dem Vorjahr. Zwar ist das der zweite Rückgang in Folge, jedoch fiel er deutlich moderater aus als 2024, als noch ein Minus von 7,4 % verzeichnet wurde. Die Verlangsamung des Rückgangs gilt als erstes Stabilisierungssignal.
Warum sprechen Branchenvertreter trotz sinkender Umsätze von Stabilisierung? Ausschlaggebend ist vor allem die Entwicklung beim Auftragseingang: Mit einem Rückgang von lediglich 0,8 % fiel dieser wesentlich geringer aus als im Vorjahr ( -7,9 %). Zudem blieb die Auftragsreichweite mit rund 33 Wochen stabil, und die Geschäftserwartungen für das erste Halbjahr 2026 sind deutlich weniger pessimistisch als noch ein Jahr zuvor.
Wie entwickeln sich Beschäftigung und Kurzarbeit in der Branche? Die Zahl der Beschäftigten ist im zweiten Jahr in Folge um knapp 5 % gesunken. Zum Jahresende 2025 setzte knapp ein Viertel der Unternehmen Kurzarbeit ein, um auf die schwache Kapazitätsauslastung zu reagieren. Gleichzeitig meldeten 13 % der Betriebe Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitenden – ein Hinweis auf strukturell unterschiedliche Belastungen innerhalb der Branche.
Warum sind die Investitionen der Drehteile-Hersteller so gering? Die Investitionsquote liegt 2025 bei 5,2 % des Umsatzes – und damit bereits im sechsten Jahr in Folge auf niedrigem Niveau. Die realen Ausgaben pro Mitarbeiter betragen durchschnittlich 8.881 EUR, was etwa der Hälfte des Vorkrisenniveaus entspricht. Als Ursache gilt die anhaltend schwache Auslastung der Betriebe sowie die wirtschaftliche Unsicherheit, die größere Investitionsentscheidungen hemmt.
Welche Rolle spielt das Exportgeschäft für die Branche? Das Auslandsgeschäft ist ein wichtiger Stabilitätsfaktor: Der Exportanteil stieg leicht auf 37 % (Vorjahr: 36,3 %). Die starke internationale Ausrichtung puffert die schwache Binnennachfrage teilweise ab und macht die Drehteile-Hersteller robuster gegenüber konjunkturellen Einbrüchen im Inland.