Warum für die Produktion von Feindrehteilen eine Hochdruck-KSS-Versorgung unverzichtbar ist
Hochdruck-KSS wird für Feindreh zum zentralen Faktor in der Zerspanung kleiner Präzisionsdrehteile.
Mit Knoll LubiCool-Systemen fertigt das Unternehmen komplexe Bauteile ab 0,3 mm Durchmesser schneller, präziser und prozesssicherer. Vor allem bei Tieflochbohrungen, feinen Konturen und anspruchsvollen NE-Metallen zeigt sich der Nutzen der Hochdruckversorgung.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Sie sind die Lieblinge der Feindreh-Zerspaner: die beiden Knoll LubiCool®-M-Anlagen, die SR-20 Langdrehautomaten von Star Micronics bedarfsgerecht mit KSS versorgen.Knoll
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Summary: Feindreh in Arnsdorf richtet seine Fertigung stärker auf kleine, komplexe Präzisionsdrehteile ab. Dafür nutzt das Unternehmen Knoll LubiCool-Hochdrucksysteme an Star-Langdrehautomaten. Die KSS-Hochdruckversorgung verbessert Geschwindigkeit, Präzision, Prozesssicherheit und Werkzeugstandzeiten.
Der Zerspanungsdienstleister Feindreh in Arnsdorf
fokussiert sich zunehmend auf die Herstellung von kleinen Teilen ab 0,3 mm
Durchmesser, die verhältnismäßig tiefe Bohrungen und feine Konturen aufweisen
dürfen. Beste Ergebnisse erzielt das modern ausgestattete Unternehmen auf
seinen Langdrehautomaten, seit diese mit Knoll LubiCool-Hochdrucksystemen
ausgestattet sind. Denn dadurch ist die Zerspanung schneller, präziser und
prozesssicherer geworden, und die Werkzeugstandzeiten haben sich deutlich
verlängert.
2023 wurde aus der F&G Normteile Dresden GmbH die
Feindreh GmbH, Arnsdorf – „eine Umbenennung, die unsere neue strategische
Ausrichtung widerspiegelt“, erklärt Geschäftsführerin Anja Peplinski, die 2021
zusammen mit Michael Grünler die Leitung des von den Vätern gegründeten
Betriebs übernahm. Die beiden waren sich schnell im Klaren darüber, dass das
bisherige Hauptgeschäft – Normteile wie Zylinderstifte und Bolzen für die
Automobilindustrie – hierzulande nicht dauerhaft wirtschaftlich betrieben
werden kann. Zu teuer seien Energie und Arbeitskosten. Außerdem gäbe es immer
weniger Mitarbeiter, die mit Kurvendrehautomaten umgehen können.
Feindreh ist spezialisiert auf Drehteile mit feinen Geometrien und Durchmessern von Fingernagel- bis Fingerstärke.Knoll
„Die Zukunft gehört den Präzisionsdrehteilen, die auf
modernen CNC-Drehautomaten gefertigt werden“, sagt Anja Peplinski. „Je kleiner,
feiner und anspruchsvoller, desto lieber übernehmen wir die Aufträge, auch wenn
die Anforderungen an Technik und Know-how in diesen Bereichen besonders hoch
sind. Wir stellen uns diesen Herausforderungen gerne und haben unseren
Maschinenpark samt Peripherie und Messtechnik weitgehend umgestellt.“ Von den
80 Drehautomaten sind bereits die Hälfte topmoderne CNC-Maschinen, Kurz- und
Langdrehautomaten, die für die flexible Produktion von Feindrehteilen prädestiniert
sind. Der Rest sind kurvengesteuerte Drehautomaten, die Feindreh für die
Produktion der Normteile benötigt. Sie sind nach wie vor ein wichtiger
Bestandteil des Portfolios, denn nicht jeder kann solche µm-genauen
Zylinderstifte für die Automobilindustrie fertigen. Zum einen ist eine Zertifizierung
des Qualitätsmanagements nach IATF 16949 erforderlich, zum anderen müssen die
Teileoberflächen nach dem Drehen häufig noch durch Schleifverfahren und
galvanisch veredelt werden.
Feindreh GmbH – Präzision in kleinsten Dimensionen
Die Feindreh GmbH mit Sitz in Arnsdorf ist ein
familiengeführtes Unternehmen, das mit 100 Mitarbeitern und 90 Maschinen auf
5.000 qm Produktionsfläche jährlich 200 Millionen Drehteile produziert.
Das Leistungsspektrum umfasst Drehen, Schleifen und Kerben. Feindreh ist zum
einen auf Normteile für die Automobilindustrie spezialisiert, die in mittleren
bis großen Serien gefertigt werden. Zum anderen sind es komplexe Drehteile mit
kleinen Durchmessern von 0,3 bis 16 mm, die für die Zukunft immer mehr in den
Fokus rücken. Die Kunden stammen vorwiegend aus der Automobilindustrie und Elektronik,
dem Maschinenbau, der Mess- und Regeltechnik sowie der Medizintechnik. Das
Unternehmen ist nach IATF 16949 (Qualitätsmanagement) und ISO 14001
(Umweltmanagement) zertifiziert.
Die Tschudin Spitzenlosschleifmaschine Cube 350 wird von einer zweistufigen Knoll KSS-Anlage (im Hintergrund) mit einem Kompaktfilter KF 600-E zur Vorreinigung und einem nachfolgenden Feinstfilter MicroPur® versorgt.Knoll
Für besonders anspruchsvolle Normteile investierte Feindreh
2022 in eine Spitzenlosschleifmaschine Cube 350 vom Schweizer Premiumhersteller
Tschudin, mit der sich Durchmessertoleranzen im Bereich von 2 µm einhalten
und Oberflächengüten bis Rz=1,5 µm / Ra=0,05 µm realisieren lassen.
Über Tschudin kam auch der Kontakt zu Knoll Maschinenbau, Bad Saulgau, zustande,
ein Unternehmen, das zu den weltweit führenden Anbietern von Filteranlagen und
Pumpen für die Metallbearbeitung zählt. „Für eine zuverlässige und qualitativ
hochwertige Öl-Reinigung empfahl uns Firmenchef Urs Tschudin eine Knoll KSS-Anlage.
Denn diese eigne sich, um das Beste aus seiner Maschine herauszuholen“,
berichtet Fertigungsleiter Jan Weber. Aus diesem Grund trafen die
Feindreh-Verantwortlichen die Entscheidung, eine zweistufige KSS-Anlage mit
einem Knoll Kompaktfilter KF 600-E zur Vorreinigung und einem nachfolgenden
Feinstfilter MicroPur anzuschaffen.
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Hochdruck – ein Produktivitäts- und Qualitätsfaktor
Die Erfahrungen mit dieser Knoll-Anlage waren durchwegs
positiv und legten den Grundstein für eine intensive Partnerschaft, die sich
vor allem auf die KSS-Hochdruckversorgung von neuen Kurz- und Langdrehautomaten
erstreckt. „Um unsere strategische Ausrichtung auf kleine, komplexe
Feindrehteile qualitativ hochwertig umsetzen zu können, brauchen wir die
passenden Maschinen“, erklärt Anja Peplinski. „Deshalb entschlossen wir uns
schon früh, nach und nach neue Star Langdrehautomaten zu kaufen, in
unterschiedlicher Größe und Ausstattung.“ Jan Weber ergänzt: „Doch damit allein
ist es nicht getan. Für anspruchsvolle Bearbeitungen, wie Tieflochbohrungen
oder tiefe Einstiche, benötigen wir ergänzend eine KSS-Hochdruckversorgung.
Unsere bisher vorhandenen HD-Anlagen erschienen uns verbesserungswürdig, so
dass wir gerne das Angebot von Knoll annahmen, ein nachrüstbares Hochdruckgerät
LubiCool®-S zu testen.“
(v.r.n.l.) Anja Peplinski und Jan Weber von der Feindreh GmbH setzen auf die Partnerschaft mit Knoll Maschinenbau, vertreten durch Matthias Wachter und Markus Rölleke. Insbesondere von den LubiCool®-Hochdruckanlagen sind sie begeistert: „Damit haben wir die Tür zu erweiterten Bearbeitungsmöglichkeiten aufgemacht."Knoll
Nach der Testphase war es dem Feindreh-Zerspanungsteam klar:
Das LubiCool-S Hochdruckaggregat bleibt, und wir bestellen weitere dieser
Geräte. So besitzt Feindreh momentan sechs Knoll LubiCool-S,
die an Star Micronics SB-12 und SR-20JII Langdrehautomaten installiert sind. Zwei
zusätzliche sind bestellt. „Das zeigt, wie zufrieden wir sind“, sagt Jan Weber.
Das liege an den grundsätzlichen Vorteilen, die die KSS-Hochdruckversorgung
bietet. „Einige Bauteile lassen sich ohne Hochdruck überhaupt nicht zerspanen,
bei anderen entfällt das nachträgliche Entgraten. Zudem verlängern sich die
Werkzeugstandzeiten deutlich – der Kühlschmierstoff trifft dank Hochdruck
präzise auf die Schneide. Unterstützt wird das durch das speziell von Arno entwickelte AWL-Schnellwechselsystem.“
Die individuellen Stärken der Knoll LubiCool-S-Geräte sieht
Jan Weber unter anderem im Aufbau, der so kompakt ist, dass sie an Kurz- und
Langdrehautomaten unter dem Stangenlader platziert werden können. Auch von den
erreichbaren 100 bar ist er begeistert: „Dadurch erzielen wir kurzbrechende
Späne, was uns höhere Schnittgeschwindigkeiten ermöglicht, die sich in
verkürzten Bearbeitungszeiten niederschlagen.“ Matthias Wachter, für die
LubiCool-Hochdrucksysteme zuständiger Knoll-Vertriebsmitarbeiter, erklärt:
„Den Druck erzeugt unsere bewährte Knoll Schraubenspindelpumpe KTS, von der wir
im Schnitt 9.000 Stück pro Jahr produzieren. Sie ist so verschleißfest, dass
unsere Kunden bis zu sechsfache Standzeiten gegenüber vergleichbaren Pumpen
erwarten dürfen. Eine entsprechend hohe Prozesssicherheit geht damit einher.“
Der LubiCool-S enthält ein austauschbares Filterelement,
das mit einer Filterfeinheit bis 15 µm dafür sorgt, dass selbst kleinste Späne,
feine Partikel und Fremdstoffe vom KSS getrennt werden. Jan Weber erklärt: „Wenn
wir die Filterkartusche austauschen müssen, dauert das nicht einmal eine
Minute. Die verschmutzte kommt in unsere Reinigungsanlage, aus der sie dann wieder
sauber – fast wie neu – zur Verfügung steht. Das ist preiswert und anwenderfreundlich.“
Der zuständige Knoll Außendienstmitarbeiter Markus Rölleke ergänzt: „Bedienerfreundlich
ist auch das von unseren Ingenieuren entwickelte Steuerungskonzept SmartConnect.
Es enthält ein kleines Touchdisplay, über das der Anwender die gewünschte
Druckstufe und andere Parameter einstellen kann. Außerdem kann er darüber verschiedene
Anlagen-Betriebsdaten abrufen. Eine außen am Gehäuse positionierte
LED-Lichtleiste visualisiert die wichtigsten Zustände in acht Farben.“
Da die LubiCool-S-Anlagen bei
größeren Aufträgen mit Kupferwerkstoffen nah an ihre Leistungsgrenzen kamen, empfahl
Knoll dafür das nächst größere Gerät, einen LubiCool-M. „Dass man uns wieder
eine Teststellung genehmigte, war für uns eine große Hilfe“, freut sich
Geschäftsführerin Anja Peplinski. „Als wir sahen, dass sich der LubiCool®-M perfekt
für unsere Zwecke eignet, haben wir gleich einen zweiten bestellt.“
Die beiden
Hochdruckanlagen sind in der Lage, bis zu 150 bar Druck und einen Volumenstrom
bis 30 l/min zur Verfügung zu stellen. Feindreh hat sie deshalb an den
leistungsstärkeren Langdrehautomaten SR-20JII von Star Micronics installiert. Auf
diesen werden vorwiegend Teile mit größeren Durchmessern aus NE-Metallen, wie
Kupfer, Aluminium und bleifreiem Messing, zerspant. Jan Weber und sein
Fertigungsteam sind von den Knoll LubiCool-M-Anlagen begeistert: „Sie sind
weitgehend wartungsfrei. Denn sie arbeiten mit einem Filtervlies, das auch bei
der Zerspanung von Leichtwerkstoffen gefühlt ewig hält.“
Matthias Wachter weist noch darauf hin, dass sich die neuen LubiCool-Geräte
auch mit einer App bedienen lassen: „So können die Bediener jederzeit und
völlig unkompliziert die wichtigsten Betriebsdaten der Anlage einsehen und zum
Beispiel prüfen, ob die Standzeit der Filterkartusche des LubiCool®-S noch für
die mannlose Schicht genügt. Auch die Drücke und andere Einstellungen können
über die App verändert werden.“
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Bei Anja Peplinski und Jan Weber kommt diese Option gut an:
„Wir sind dabei, unsere Fertigung zunehmend zu automatisieren und zu
digitalisieren. Schön, dass Knoll auch in dieser Richtung Unterstützung
bietet.“ Überhaupt loben sie die Partnerschaft mit Knoll: „Es ist das Gesamtpaket,
das uns so zufrieden macht – die Qualität der Produkte, die
Bedienerfreundlichkeit, der geringe Wartungsaufwand und der vorbildliche
Service, der trotz der weiten Entfernung nach Bad Saulgau sehr schnell
funktioniert.“
• Warum ist KSS-Hochdruckversorgung bei Feindreh wichtig? – Die KSS-Hochdruckversorgung ermöglicht anspruchsvolle Bearbeitungen wie Tieflochbohrungen und tiefe Einstiche prozesssicherer.
• Welche Vorteile bringt KSS-Hochdruckversorgung bei kleinen Drehteilen? – Sie verbessert Spanbruch, Präzision und Bearbeitungsgeschwindigkeit und kann Werkzeugstandzeiten verlängern.
• Welche KSS-Hochdruckversorgung nutzt Feindreh? – Feindreh setzt Knoll LubiCool®-S und LubiCool®-M an Star-Langdrehautomaten ein.
• Welchen Druck erreicht die KSS-Hochdruckversorgung LubiCool®-M? – Die LubiCool®-M-Anlagen stellen bis zu 150 bar Druck und bis zu 30 l/min Volumenstrom bereit.
• Wie unterstützt KSS-Hochdruckversorgung die Automatisierung? – Betriebsdaten, Drücke und Einstellungen der LubiCool®-Geräte können laut Knoll auch per App eingesehen und angepasst werden.