100 Jahre Grob: Industriegeschichte

Von einer Münchner Werkstatt zum globalen Innovationsführer

100 Jahre Grob stehen für eine außergewöhnliche Industriegeschichte. Aus einer kleinen Werkzeug- und Maschinenfabrik in München entwickelte sich ein global agierendes Unternehmen mit über 9.000 Mitarbeitenden und einem breiten Portfolio für moderne Produktionssysteme.

Die Maschinenfabrik Ernst Grob 1926 in München.
Die Maschinenfabrik Ernst Grob 1926 in München.

Summary: Grob blickt auf 100 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Aus der 1926 gegründeten Werkstatt entwickelte sich ein globaler Maschinenbauer mit Standorten auf drei Kontinenten. Technologische Innovationen, Internationalisierung und der Einstieg in Elektromobilitätslösungen prägen die Entwicklung bis heute.

Was 1926 als kleine Werkzeug- und Maschinenfabrik in München begann, ist heute ein weltweit agierendes Unternehmen mit Produktionsstandorten auf drei Kontinenten, Niederlassungen auf dem gesamten Globus, weltweit mehr als 9.000 Mitarbeitenden und einer klaren Vision für die Industrie von morgen: Grob feiert 100 Jahre Unternehmensgeschichte – geprägt von Pioniergeist, technischer Exzellenz und dem Mut, immer wieder neue Wege zu gehen.

Frühe Innovationskraft: Präzision als Fundament

Die erste Gewindefräsmaschine von Grob.
Die erste Gewindefräsmaschine von Grob.

Bereits in den Anfangsjahren zeigt sich der technologische Anspruch des jungen Unternehmens. 1933 entwickelt Grob seine erste Gewindefräsmaschine – ein Meilenstein, der den Einstieg in den Werkzeugmaschinenbau markiert. Nur wenige Jahre später folgt mit der eigenen Verfahrensentwicklung zur spanlosen Metallumformung ein weiterer Durchbruch. Die daraus entstehenden Gewindewalzmaschinen sind ihrer Zeit voraus: effizient, materialschonend und hochpräzise. Diese frühe Fähigkeit, Verfahren neu zu denken, wird zu einem wiederkehrenden Muster der Unternehmensgeschichte.

Sondermaschinen und Transfertechnik: Maßarbeit für die Großserienindustrie

Auslieferung der 500. Grob-Sondermaschine 1961.
Auslieferung der 500. Grob-Sondermaschine 1961.

Mit der Übernahme der Verantwortung durch Burkhart Grob und somit der zweiten Generation im Jahr 1952 beginnt eine Phase konsequenter technischer Spezialisierung. Der Fokus liegt auf Sonderwerkzeugmaschinen für die Großserie – hochwirtschaftlich, robust und exakt auf Kundenprozesse abgestimmt.

In den 1960er- und 1970er-Jahren setzt Grob Maßstäbe im Transfermaschinenbau. Mehrwege- und Mehrstationenmaschinen und flexible Transferhübe ermöglichen erstmals eine bis dahin unerreichte Produktivität. 1970 wird in Mindelheim, drei Jahre nach der Standorteröffnung, die erste komplett eigenständig entwickelte Transferstraße realisiert – ein klares Bekenntnis zur eigenen Engineering-Kompetenz.

Erste Grob-Transferstraße in 1968.
Erste Grob-Transferstraße in 1968.

Der Schritt zur Universalmaschine: Flexibilität als Erfolgsprinzip

Mit dem technologischen Wandel in den 1990er-Jahren erkennt Grob früh den steigenden Bedarf an flexiblen Fertigungslösungen. Die Einführung hochdynamischer Bearbeitungszentren mit kompakter Bauweise und später der Einsatz von Linearmotorantrieben markieren den Übergang von starren Linien hin zu modularen Konzepten.

1998 präsentiert Grob mit dem BZ 600L eines der ersten Bearbeitungszentren mit Linearmotoren – ein entscheidender Schritt in Richtung Hochgeschwindigkeitsbearbeitung. Ein weiterer Meilenstein folgt ab 2004 mit der Markteinführung der modularen G-Baureihe. Die Idee: Ein durchgängiges Maschinenkonzept, das maximale Flexibilität, hohe Präzision und industrielle Robustheit vereint. Die Resonanz ist enorm – innerhalb weniger Jahre werden mehrere Tausend Maschinen weltweit installiert.

CSO Christian Müller bringt das Prinzip, nach dem Grob noch heute lebt auf den Punkt: „Die beste Maschine ist die, die sich an den Kunden anpasst – nicht umgekehrt.“

Christian Müller, CSO bei Grob

Grob-Hausmesse

Vom 17. bis 20. März lädt die Grob-Hausmesse dazu ein, die Unternehmensgeschichte von damals bis heute zu erleben und die neuesten Technologien aus erster Hand kennenzulernen. Tickets gibt es hier.

Automation, Digitalisierung und Industrie 4.0

Parallel zur mechanischen Innovation treibt Grob früh die Integration von Automation und Digitalisierung voran. Flexible Fertigungssysteme, verkettete Produktionslösungen und eigene Automationskomponenten werden systematisch weiterentwickelt.

Mit dem Produktionsleitsystem Grob-NET4Industry entsteht eine eigene Industrie-4.0-Plattform, die Maschinen, Prozesse und Daten intelligent vernetzt. Automationslösungen wie Palettenrund- und Palettenlinearspeichersysteme, Roboterzellen und fahrerlose Transportsysteme machen Grob zunehmend zum Komplettanbieter. Christian Müller verdeutlicht: „Unsere Maschinen denken heute mit – aber sie entscheiden immer im Sinne der Menschen, die sie bedienen.“

Elektromobilität: Vom Maschinenbauer zum Systemanbieter

Ein besonders prägendes Kapitel der jüngeren Geschichte beginnt ab 2016 mit dem strategischen Einstieg in die Elektromobilität. Grob erweitert sein Portfolio weit über klassische Werkzeugmaschinen hinaus und entwickelt komplette Anlagen- und Systemlösungen für Elektromotoren, Batteriezellen, Batteriemodule und Brennstoffzellen.

Hairpin-Technologie, Nadelwickeln, Stator- und Rotorfertigung, Batteriezellassemblierung und Cell-to-Pack-Konzepte machen Grob zu einem der führenden Anbieter für die industrielle E-Mobilitätsproduktion. CEO German Wankmiller betont: „Wir bauen nicht nur Maschinen – wir schaffen Produktionssysteme für die Mobilität von morgen.“

Grob-Chef German Wankmiller über E-Mobilität, Fachkräftemangel und die USA

Additive Fertigung und neue Technologien

Mit der Entwicklung der Liquid Metal Printing Maschine GMP300 öffnet Grob ein weiteres Innovationsfeld. Die additive Fertigung ergänzt klassische Zerspanung und Serienproduktion – insbesondere für Funktionsbauteile, Prototypen und neue Werkstoffe. Grob bleibt dabei seiner Linie treu: Neue Technologien werden erst dann zur Marktreife gebracht, wenn sie industrietauglich, wirtschaftlich und prozesssicher sind. German Wankmiller:  „Was wir bauen, ist mehr als Technik – es ist Vertrauen in unsere eigene Ingenieurskunst.“

Technik mit Haltung

Trotz aller Hightech-Lösungen bleibt der Mensch bei Grob im Mittelpunkt. Ausbildung, eigene Fertigungstiefe und Engineering-Kompetenz im eigenen Haus sind bewusste Entscheidungen. Sie sichern nicht nur Qualität, sondern auch Unabhängigkeit und Innovationsfähigkeit und das noch heute.

Burkhart Grob hat es zu Lebzeiten treffend formuliert:

Burkhart Grob.
Burkhart Grob.

„Mein größtes Erlebnis, das richtungsweisend für mein ganzes Leben wurde, war das Verhältnis meines Vaters zu seinen Mitarbeitern. Es war geprägt durch eine tiefe Verantwortung ihnen gegenüber. Er war nicht nur Chef, sondern hatte immer ein offenes Ohr für sie, verbunden mit einem breiten Verständnis für ihre Probleme und Nöte. Sein Umgang mit ihnen führte letztendlich zum Erfolg des Unternehmens und zum Wohlergehen der Mitarbeiter.“

GMP300 von Grob.
GMP300 von Grob.

Diese Haltung ist untrennbar mit der Geschichte von Grob als Familienunternehmen verbunden. Seit der Gründung im Jahr 1926 ist das Unternehmen in Familienbesitz – seit 2016 mit Christian Grob bereits in dritter Generation. Gleichzeitig wirkt die vierte Generation mit Florian Grob schon heute aktiv im Unternehmen mit und wird Schritt für Schritt auf ihre zukünftige Verantwortung vorbereitet. Damit ist Grob bereits heute bestens für die Zukunft aufgestellt. Was über Jahrzehnte weitergegeben wurde, ist mehr als Verantwortung für Technik und Märkte: Es ist ein tief verankertes Verständnis dafür, dass unternehmerischer Erfolg untrennbar mit Verantwortung für die Menschen verbunden ist.

Aufsichtsratsvorsitzender Christian Grob: „Ein Familienunternehmen zu führen bedeutet, in Generationen zu denken – Entscheidungen zu treffen, die nicht nur heute richtig sind, sondern auch morgen noch Bestand haben. Verantwortung endet nicht am Werkstor, sie beginnt dort.“

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Internationalisierung als konsequenter Wachstumspfad

Parallel zur technologischen Weiterentwicklung baute Grob seine internationale Präsenz systematisch aus. Was zunächst als Export einzelner Maschinen begann, entwickelte sich zu einem globalen Produktions- und Servicenetzwerk. Mit Niederlassungen, Fertigungsstandorten und Technologiezentren in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien folgte Grob stets dem Anspruch, nah bei seinen Kunden zu sein. Die Internationalisierung war nie Selbstzweck, sondern Ausdruck gelebter Kundennähe: lokale Marktanforderungen verstehen, schnell reagieren und globale Qualitätsstandards sichern. Heute steht Grob weltweit für verlässliche Partnerschaften, interkulturelle Kompetenz und die Fähigkeit, komplexe Produktionslösungen international auszurollen – getragen von der gleichen Präzision und Innovationskraft, die das Unternehmen seit 1926 prägen.

Das Jubiläumsjahr als Bühne für technologische Meilensteine

Das Jubiläumsjahr nutzt Grob bewusst als Ausblick auf die Zukunft und unterstreicht den Anspruch als Innovationsführer mit mehreren technologischen Premieren:

  • 5-Achs-Portal-Fräs-Bearbeitungszentrum GP1350: Präzise Bearbeitung noch größerer Werkstücke bei höchster Steifigkeit, Dynamik und Prozessstabilität.
  • Roboterzelle GRC-M60: Flexible, skalierbare Automationslösung für eine effiziente Maschinenauslastung und zukunftssichere Produktionsprozesse.
  • MES/MOM-System „Grob Cosera“: Leistungsfähiges Leitsystem zur Steuerung und Erfassung des gesamten Teileflusses, das Maschinen, Automation und IT intelligent vernetzt und eine datengetriebene Fertigung ermöglicht.

Die Premieren verdeutlichen: Auch nach 100 Jahren denkt Grob konsequent nach vorn – mit Lösungen, die den industriellen Alltag der Kunden messbar verbessern.

Quelle: Grob-Werke GmbH & Co.KG, bearbeitet von: Sabine Königl

FAQ: 100 Jahre Grob

Was bedeutet 100 Jahre Grob für die Industrie? – 100 Jahre Grob stehen für die Entwicklung vom Werkzeugmaschinenhersteller zum globalen Anbieter für Produktionssysteme, Automationslösungen und Technologien für Elektromobilität.

Welche Technologien prägen 100 Jahre Grob besonders? – Zu den prägenden Technologien zählen Transfermaschinen, modulare Bearbeitungszentren der G-Baureihe, Automationslösungen sowie Systeme für Elektromotoren- und Batteriefertigung.

Welche Rolle spielt Elektromobilität bei 100 Jahre Grob? – Seit 2016 baut Grob Systemlösungen für die industrielle Produktion von Elektromotoren, Batteriezellen und Batteriemodulen auf.

Wie ist das Unternehmen nach 100 Jahre Grob organisiert? – Grob ist weiterhin ein Familienunternehmen und wird von der dritten Generation geführt, während die vierte Generation bereits aktiv im Unternehmen mitarbeitet.

Welche neuen Technologien zeigt Grob im Jubiläumsjahr? – Vorgestellt werden unter anderem das 5-Achs-Portalbearbeitungszentrum GP1350, die Roboterzelle GRC-M60 sowie das MES/MOM-System Grob Cosera.