Bei Alcutec werden die Frässpäne vollautomatisch verpresst. Sobald ein Sensor Aluminiumspäne im Sammeltrichter erkennt, startet die Anlage.

Bei Alcutec werden die Frässpäne vollautomatisch verpresst. Sobald ein Sensor Aluminiumspäne im Sammeltrichter erkennt, startet die Anlage.

In Königsbrunn werden anspruchsvolle und hochpräzise Aluminiumteile in mittleren Losgrößen gefertigt. Mit den steigenden Ansprüchen an Teilequalität, -komplexität und zunehmenden Stückzahlen wuchs auch der Maschinenpark. So fertigt das Königsbrunner Unternehmen inzwischen auf acht 3-, 4- und 5-Achsen-Bearbeitungszentren. Um die geforderte Präzision zu gewährleisten, kommen zudem eine CNC-gesteuerte und eine handgesteuerte Koordinatenmessmaschine zum Einsatz, mit denen Teile mikrometergenau vermessen werden können.

„Bei besonders anspruchsvollen Teilen messen wir auch fertigungsbegleitend, um bei Abweichungen sofort korrigierend eingreifen zu können“, erläutert David Kubis, Auftragsbearbeitung/Einkauf bei

Alcutec. Denn schon die in den eingekauften Aluminiumblöcken vorhandenen Spannungen können dem Experten zufolge das Fräsergebnis so verändern, dass während des Fertigungsablaufs nachjustiert werden muss.

Um in Deutschland wettbewerbsfähig zu sein, arbeitet Alcutec seinen Angaben zufolge kontinuierlich daran, die Produktivität zu steigern. Ein Meilenstein in dieser Hinsicht stellte die Anschaffung von

Gesammelte Aluminiumspaene

An jedem Bearbeitungszentrum werden die Aluminium­späne gesammelt.

zwei horizontalen 4-Achsen-CNC-Fertigungszentren dar, die mit einem 24-fach-Palettensystem verkettet sind. Und mit der damit verbundenen Automation können die Mitarbeiter nun mit zwei Schichten den Betrieb fast rund um die Uhr aufrechterhalten.

Die Spätschicht rüstet die Anlagen so auf, dass sie die Nacht über weiterlaufen können. Weitere Effizienzgewinne erzielte auch die Einführung einer elektronischen Werkzeugverwaltung, berichtet Kubis weiter. Dank der Transparenz über alle vorhandenen und auch die schon gerüsteten Werkzeuge lassen sich sowohl Arbeitszeit sparen als auch Werkzeugkosten reduzieren.

 

Spänehandhabung

Um die hohe Effizienz und Qualität des Fräsens voll ausschöpfen zu können, sind ebenso optimale Prozessabläufe notwendig. Diese wurden früher regelmäßig durch viele Fässer voller Aluminiumabfälle gestört. „Die leichten und voluminösen Späne bereiteten uns riesige Platzprobleme in der Halle. Eine Lagerung auf dem Hof war aus verschiedenen Gründen ebenfalls nicht möglich“, beschreibt Kubis die Problematik und ergänzt: „Das waren erhebliche Mengen. Abhängig von der Geometrie der gefertigten Teile fällt bei uns durchschnittlich ein Container pro Woche an.“

Vorratstrichter mit Spaenen

Wird der extra große Vorratstrichter mit Spänen befüllt, startet das Brikettiersystem und läuft vollautomatisch, bis das Material aufgebraucht ist.

Die Handhabung dieser Menge an Spänen störte die Abläufe der spanenden Fertigung beträchtlich. Diesen Zustand wollte Alcutec-Geschäftsführer Jochen Schwarz unbedingt ändern. Bei einem Erfahrungsaustausch mit verantwortlichen Führungskräften anderer Fertigungsbetriebe entdeckte er eine moderne Brikettieranlage von Ruf. Für Schwarz ein Initial, diese Technik

Aluminiumbriketts

Die Aluminiumbriketts mit dem Format 60 x 40 mm sind fast vollständig von den Kühlschmierstoffen befreit und werden nach dem Pressvorgang in einem Vorratsbehälter gesammelt.

ebenfalls zu nutzen.

Nach fundierten Beratungsgesprächen mit Ruf-Vertriebsberater Andreas Jessberger kaufte Alcutec die Brikettiermaschine vom Typ Ruf 4/1700/60 x 40. Eine Entscheidung, die sich Schwarz zufolge innerhalb kürzester Zeit als goldrichtig herausgestellt hatte, denn das Späne-Handling vereinfachte sich schlagartig.

Der Ablauf der Entsorgung ist sehr simpel. Ein Mitarbeiter hebt mithilfe eines Hubwagens einen vollen Kippbehälter mit Aluminiumspänen über den großen Vorratstrichter der Anlage und schüttet den Inhalt hinein. Die weiteren Schritte laufen automatisch ab. Ein Sensor registriert die Späne im Trichter und startet die Presse. Ist der Trichter befüllt, läuft die Anlage, bis die Späne komplett verarbeitet sind.

Mit einem spezifischen Pressdruck von 1700 kg/cm² komprimiert der 4 kW starke Motor dabei die Aluminiumspäne und erzeugt Briketts im Format 60 x 40 mm. Diese Aluminiumbriketts werden automatisch in einen bereitstehenden Sammelbehälter gefördert. Sind alle Späne verpresst, stoppt die Anlage automatisch.

Die Dichte der Briketts liegt den Brikettier-Experten zufolge bei 2,0 bis 2,1 g/cm3, und das Schüttvolumen sinkt durch die Brikettierung drastisch. Liegen typische Werte für lose Aluminiumspäne bei etwa bei 0,15 bis 0,2 kg/l, so werden mit den Briketts 1,4 bis 1,5 kg/l erreicht. Die maximale Durchsatzleistung des Brikettiersystems liegt bei 100 kg/h.

Praezisionsteile von Alcutec

Alcutec liefert Präzisionsteile inklusive Montage und Beschichtung. Nicht nur beim Fräsen, sondern auch beim Einpressen solcher Bolzen ist höchste Genauigkeit erforderlich.

Teilweise tropft bereits in den Sammelbehältern an jedem Fräszentrum Emulsion ab und wird aufgefangen. Der größte Teil wird allerdings erst in der Brikettieranlage herausgepresst und in einer Auffangwanne gesammelt. Von dort pumpt eine in der Wanne integrierte Absaugpumpe es zur späteren Entsorgung in bereitstehende Fässer.

Neben dem einfachen Handling freuen sich die Verantwortlichen bei Alcutec über weitere Vorteile, die den Verkaufswert der Produktionsabfälle erhöhen. Während des Brikettierens werden die Aluminiumspäne fast komplett von den noch anhaftenden Kühlschmierstoffen befreit und erzielen so in der kompakten

David Kubis, Alcutec

„Unser Handling- und Platzproblem ist mit der Brikettierpresse perfekt gelöst.“
David Kubis, Auftragsbearbeitung und Einkauf, Alcutec

Brikettform einen höheren Erlös beim Weiterverkauf. „Unser Handling- und Platzproblem ist damit perfekt gelöst“, resümiert Einkäufer Kubis.

Kontakt: Alcutec GmbH & Co. KG, www.alcutec.de
Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG, www.brikettieren.de
AMB Halle 4, Stand B76