Additive Fertigung

Vom Prototyp zur Serie: Wie 3D-Druck die industrielle Produktion verändert

Die additive Fertigung wächst jährlich um bis zu 20 % und ist längst in der Serienfertigung angekommen. Was Unternehmen aus Maschinenbau, Luftfahrt und Medizintechnik davon haben – und worauf sie bei der Einführung achten sollten.

Die Hofmann Group bietet nun auch im Rahmen eines 3D-Druck-Services eine weitere Möglichkeit, Bauteile und Prozesse zu optimieren.
Die Hoffmann Group bietet nun auch im Rahmen eines 3D-Druck-Services eine weitere Möglichkeit, Bauteile und Prozesse zu optimieren.

Additive Fertigung jenseits des Prototypenbaus

Die additive Fertigung hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Was lange als Werkzeug für Prototypen und Ersatzteile galt, ist heute in vielen Branchen fester Bestandteil der Serienproduktion. Luftfahrt, Medizintechnik und Maschinenbau nutzen 3D-Druckverfahren, um geometrisch anspruchsvolle Bauteile effizient herzustellen – ohne den Aufwand klassischer Werkzeugkosten und mit deutlich kürzeren Durchlaufzeiten.

Der Verzicht auf bauteilspezifische Werkzeuge macht die Technologie besonders attraktiv für kleine und mittlere Losgrößen sowie für Komponenten mit hoher geometrischer Komplexität. Gleichzeitig sinken die Kosten für Materialien und Anlagen, sodass 3D-Druck zunehmend auch für mittlere Serien wirtschaftlich wird.

Total Cost of Ownership: Der richtige Blickwinkel auf die Kosten

Ein häufiger Fehler bei der Bewertung additiver Fertigungsverfahren ist der isolierte Blick auf die Stückkosten. Entscheidender ist die Betrachtung der gesamten Prozess- und Lebenszykluskosten – die sogenannte Total Cost of Ownership (TCO).

Durch bedarfsgerechte Fertigung lassen sich Lagerbestände erheblich reduzieren. Die Integration mehrerer Baugruppen in ein einziges Bauteil senkt zusätzlich Montage- und Logistikaufwand. Aus der Praxis liegen belastbare Zahlen vor: In der Chemieindustrie führte ein optimiertes Edelstahlbauteil nicht nur zu kürzeren Ausfallzeiten, sondern auch zu einer Reduktion der Ersatzteilproduktion um bis zu 80 %.

Stärken und Grenzen realistisch einschätzen

Additive Fertigung ist kein Universalwerkzeug. Bei großen Stückzahlen und einfachen Geometrien bleibt die spanende Bearbeitung in vielen Fällen wirtschaftlicher. Die Stärken des 3D-Drucks liegen dort, wo es auf Komplexität, Individualität und Geschwindigkeit ankommt: Lieferzeiten von wenigen Tagen, hochgradige Anpassung an spezifische Anforderungen und die Möglichkeit, Funktionen direkt ins Bauteil zu integrieren, sind Vorteile, die konventionelle Verfahren kaum bieten können. Entscheidend ist daher eine technologieneutrale Bewertung des jeweiligen Anwendungsfalls – mit Blick auf Geometrie, Losgröße, Material und den gesamten Produktionsprozess.

3D-Druck-Service: Zugang zu einem dezentralen Produktionsnetzwerk

Wer additive Fertigung nutzen möchte, ohne eigene Kapazitäten aufzubauen, kann auf externe Serviceanbieter zurückgreifen. Die Hoffmann Group beispielsweise bietet über einen Online-Konfigurator Zugang zu einem dezentralen Produktionsnetzwerk mit mehr als 200 verfügbaren Materialien. Der Service richtet sich sowohl an Einzelteilfertigung als auch an Serienproduktionen mit bis zu 50.000 Stück.

Die Bestellung läuft vollständig digital: Datei hochladen, Material wählen, bestellen. Eine KI-gestützte Auswahl schlägt auf Basis der Bauteilgeometrie und Anforderungen geeignete Technologien und Materialien vor. Echtzeit-Statusberichte sorgen für Transparenz im Prozess. Für komplexere Beschaffungsprojekte steht zusätzlich ein Engineering-Team für Beratung, Konstruktion und Bauteiloptimierung zur Verfügung.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Die Technologie erreicht einen Wendepunkt: Kosten sinken, Materialvielfalt wächst, und die Wirtschaftlichkeit verbessert sich auch für mittlere Losgrößen kontinuierlich. Unternehmen, die 3D-Druckverfahren frühzeitig in ihre Beschaffungs- und Fertigungsprozesse integrieren, verkürzen Entwicklungszeiten, reduzieren Werkzeugkosten und gewinnen an Flexibilität gegenüber Marktveränderungen. Das ist kein kurzfristiger Trend – sondern ein struktureller Wandel in der industriellen Fertigung.

Quelle: Hoffmann Group, bearbeitet von: Annika Ostermeier

FAQ: Additive Fertigung & 3D-Druck-Service

  • Für welche Anwendungsfälle eignet sich additive Fertigung besonders? - Überall dort, wo Bauteile komplex, individuell oder kurzfristig benötigt werden – etwa in der Luftfahrt, Medizintechnik oder im Maschinenbau. Besonders stark ist die Technologie bei kleinen bis mittleren Losgrößen und wenn Funktionen direkt ins Bauteil integriert werden sollen.
  • Ist additive Fertigung immer günstiger als konventionelle Verfahren? - Nein. Bei großen Stückzahlen und einfachen Geometrien bleibt die spanende Bearbeitung oft wirtschaftlicher. Der Kostenvorteil zeigt sich erst bei einer ganzheitlichen Betrachtung – inklusive Lager-, Montage- und Logistikkosten.
  • Wie läuft eine Bestellung über einen 3D-Druck-Service ab? - Datei hochladen, Material wählen, bestellen – fertig. Eine KI-gestützte Auswahl empfiehlt die passende Technologie, Echtzeit-Statusberichte sorgen für Transparenz. Bei komplexen Projekten unterstützt zusätzlich ein Engineering-Team.