Stäubli TX200, Tieflochbohren, Audi

Beim Tieflochbohren ermöglicht der Sechsachser ein exzellentes Bahnverhalten und hohe Steifigkeit. - Bild: Fischer/Audi

Konstruktionsbedingt eignen sich Stäubli Roboter besonders für die speziellen Anforderungen in der Metallbearbeitung, wo der direkte Kontakt mit Schleifstaub, Spänen und Kühlschmierstoffen tägliche Praxis ist. Mit den Sechsachsern sind Applikationen prozesssicher realisierbar bei denen jeder andere Standardroboter kapitulieren würde.

Stäubli, deckenmontierte Sechsachser, Be- und Entladen, Index
Der deckenmontierte Sechsachser beim Be- und Entladen einer Index-Maschine. - Bild: Index

Die neue TX2-Generation zeichnet eine voll gekapselte Bauweise aus. Die Maschinen erfüllen die Schutzart IP65 und haben innenliegende Kabel und Versorgungsleitungen. Eine durchdachte Handgelenkskonstruktion verhindert das Eindringen von Fremdkörpern. Die baulichen Auslegung der Hauptachsen ermöglicht den kompakten Robotern komplexe Bewegungsprofile mit minimalem Platzbedarf. Deshalb kommen die Roboter auch unter beengten Raumverhältnissen in Werkzeugmaschinen besser zurecht als herkömmliche Sechsachser.

Spezielle Feuchtraumroboter

Für Einsatzfälle, bei denen die Roboter permanent der Beaufschlagung von Kühlschmierstoffen oder Spritzwasser ausgesetzt sind, empfiehlt Stäubli die zusätzlich geschützten Humid Environment (HE) Roboter. Um einen störungsfreien Einsatz dieser Feuchtraumroboter möglich zu machen, finden Edelstahlteile, Spezialdichtungen sowie besonders beschichtete Gehäuseteile Verwendung. Das Handgelenk der Maschine ist wasserdicht und sämtliche Anschlüsse befinden sich unter dem Roboterfuß und sind so vor Kühlschmierstoffen und Spänen geschützt.

Seit kurzem kommen die HE-Roboter auch für die automatisierte Reinigung von Teilen mit dem Hochdruckwasserstrahl zum Einsatz. Das Verfahren ist effizient und schnell und setzt so neue Maßstäbe in der Teilereinigung.

Auf der EMO zeigt Stäubli außerdem, wie präzise sich Teile mit dem sechsachsigen TX200 bearbeiten lassen. Der besonders steife und bahngenaue Roboter ist für bestimmte Applikationen eine Alternative zur Werkzeugmaschine. Als Anwendungsmöglichkeiten nennt der Hersteller eine ganze Reihe von Bearbeitungsverfahren wie Fräsen, Entgraten, Bohren und Gewindeschneiden.

Einen Blick in die nahe Zukunft gewährt der Hersteller mit dem Robotersystem HelMo, das autonom fahren und navigieren kann. Dabei überwacht es sein Umfeld permanent über drei integrierte Laserscanner. Mit einem Sechsachser der TX2-Baureihe ausgestattet, kann HelMo alle möglichen Arbeiten bis hin zur direkten Mensch-Roboter-Kooperation ausführen. Um den hohen sicherheitstechnischen Anforderungen zu genügen, kommt ein komplexes Safety-Paket samt Sicherheitssteuerung CS9 zur Anwendung. Alle Sicherheitsfunktionen erfüllen die strengen Anforderungen der Sicherheitskategorie SIL3-/PLe.

Offene Schnittstellen

Dem Wunsch vieler Anwender nach einer einheitlichen Steuerungsplattform für Werkzeugmaschine und Roboter kommt Stäubli mit den ready-to-plug-Lösungen Unival Drive und Unival plc nach. Damit lassen sich alle Kinematiken über die Multiachssteuerungen der Werkzeugmaschinen oder über speicherprogrammierbare Steuerungen von Anbieter wie Siemens, Beckhoff und dergleichen betreiben.

Soll die Robotersteuerung über eine Multiachssteuerung erfolgen, kommt Unival Drive zum Einsatz. Dabei setzt die Werkzeugmaschinensteuerung über Unival Drive auf die Robotersteuerung auf und kann so über Bussysteme die einzelnen Roboterachsen ansteuern.

Unival plc hat vordefinierter Schnittstelle erlaubt den Betrieb der Roboter über speicherprogrammierbare Steuerungen. Die Programmierung der Roboter erfolgt über angelegte Funktionsbausteine. Die bisherige Stäubli Bahnplanung bleibt dabei im Hintergrund aktiv.

Die Roboter und Steuerungsplattformen stellt Stäubli auf der EMO Hannover 2017 vom 18. bis 23. September vor. jd

Halle 25 Stand A47