Die luftgelagerte A-Achse mit Taumelkompensation wird auch für Teilungsmessungen genutzt.
Bilder: Zecha/Werth

Die luftgelagerte A-Achse mit Taumelkompensation wird auch für Teilungsmessungen genutzt. Bilder: Zecha/Werth

Den Fokus seines Unternehmens beschreibt Stefan Zecha, geschäftsführender Gesellschafter der Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH: „Unsere Stärke liegt bei hochwertigen Werkzeugen mit Durchmessern unter 3 mm. Unser kleinstes Werkzeug ist momentan im Katalogbereich ein 0,03 mm-Fräser, im Sonderbereich ein 0,02 mm-Fräser mit zwei Schneiden. Viel kleiner geht es momentan nicht.“ Das stellt die Qualitätssicherung vor große Herausforderungen.

Seit der Firmengründung vor 50 Jahren ist Zecha auf Kleinstwerkzeuge fokussiert. Abnehmerbranchen sind etwa Mikromechanik, Formenbau und Medizintechnik, die mit besonders

Stefan Zecha, Alexander Fabry

Geschäftsführer Stefan Zecha (hinten) im Gespräch mit seinem Produktionsleiter Alexander Fabry.

schwer zu zerspanenden Materialien wie Titan und Kobaltchrom sowie hohen Qualitätsanforderungen oftmals Sonderlösungen benötigt. Geschäftsführer Zecha und seine Werkzeugspezialisten stellen sich gern diesen Herausforderungen: „Kundenspezifische Entwicklungen zählen zu unseren Stärken. Sie bringen auch unsere Standardkatalogwerkzeuge voran und sichern uns einen technologischen Wettbewerbsvorsprung.“

 

Individuelle Dokumentation

Er weist darauf hin, dass „prozesssichere Produktion und Rückverfolgbarkeit insbesondere in der Medizintechnik unabdingbar sind. Bei uns erhält jedes Werkzeug eine individuelle Nummerierung und Dokumentation.“ Der Aufwand, den Zecha über die gesamte Prozesskette der Werkzeugproduktion hinweg betreibt, ist enorm. Bei einem Rundgang durch das Werk in Königsbach-Stein wird dies deutlich.

„Wir brauchen eine hochwertige Messtechnik, damit der Werker die Maschine anhand der Bearbeitungsresultate kontrollieren und korrigieren kann.“
Stefan Zecha, geschäftsführender Gesellschafter der Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH.

 

Der Geschäftsführer weist darauf hin, dass auch das zur Firmengruppe gehörende Unternehmen MPK Special Tools hinsichtlich Produktions- und Messtechnik vergleichbar ausgestattet ist. Der Schwerpunkt bei MPK liegt auf Werkzeugen für die Stanz- und Umformtechnik. Zecha nennt ein Beispiel: „Ein Lochstempel muss im Schaft auf 1 µm genau rund sein, und sein Durchmesser darf nicht mehr als 2 bis 3 µm von der Vorgabe abweichen.“

 Werth-VideoCheck S 400

Der Werth-VideoCheck S 400 mit spannungskonstantem Führungssystem dient der Endkontrolle im Messraum.

Einen besonderen Stellenwert, berichtet er weiter, haben die Mitarbeiter, die bevorzugt selbst ausgebildet werden: „Pro Standort und Lehrjahr haben wir zwei bis drei Auszubildende. Bei Produkten < 3 mm genügt es nicht, eine Maschine und entsprechende Messtechnik zu kaufen. Der Mitarbeiter muss mit den kleinen Dimensionen umgehen können.“

Spezielles Equipment

Den hoch qualifizierten Mitarbeitern wird ebenso spezielles Equipment zur Verfügung gestellt, zum Beispiel moderne Schleifmaschinen, überwiegend von Rollomatic, deren Temperatur in klimatisierten Räumen auf ± 1 °C genau gehalten wird. Die Werkzeugmaschinen sind aber nur die halbe Lösung, erklärt Zecha: „Wir brauchen daneben eine hochwertige Messtechnik, damit der Werker die Maschine anhand der Bearbeitungsresultate kontrollieren und korrigieren kann. Die Werkzeugmaschinen sind in der Lage, µm-genaue Ergebnisse zu liefern, aber nur, wenn sie richtig eingestellt sind.“

Zecha hatte bereits seit 2006 Messgeräte der Tool MT GmbH im Einsatz, die seit 2009 zu der Werth Messtechnik GmbH gehört. Alexander Fabry, Leiter Produktion/Qualitätssicherung, kennt Werth

Zecha Mikrowerkzeuge

Mikrowerkzeuge von Zecha versprechen hohe Standzeiten und maximale Prozesssicherheit. Die Fertigung ist µm-genau, und das Ergebnis zeichnet sich durch hervorragende Schichthaftung, geringe Reibung, mechanische Belastbarkeit und gleichbleibende Güte aus.

bereits seit über 15 Jahren: „Die Messgeräte der Tool MT waren bereits sehr genau und lieferten absolut wiederholbare Ergebnisse. Die Werth Gruppe kann durch ihre Größe mehr Sicherheit und noch vielseitigere Messtechnik anbieten. Diese Koordinatenmessgeräte lassen sich mit einer Vielzahl von Sensoren, sowohl optisch als auch taktil, ausstatten und bieten auch mit der Röntgen-Computertomografie eine weitere interessante Perspektive für die Werkzeugmesstechnik.“

Letztendlich entschied sich Zecha, in der Fertigung eine Werth-NanoMatic einzusetzen, die sich besonders für die Messung von Mikrowerkzeugen in Werkstattumgebung eignet. Zur Spannung und Führung des Werkzeugs wird die gleiche Technik wie in der Schleifmaschine verwendet. Christopher Morcom, Geschäftsführer der Werth Tool MT GmbH, beschreibt das Prinzip: „Wir führen das Werkzeug in einem Prisma, dem sogenannten V-Block, in dem das Werkzeug um seine eigene Achse rotiert. Damit haben wir keinen Taumelfehler, also keine Rundlaufabweichung durch die Drehachse. Das ist unumgänglich, wenn man eine Formgenauigkeit von zwei Mikrometern bis zur Spitze des Werkzeugs halten will, sowohl beim Schleifen als auch beim Messen.“

Die Werth NanoMatic eignet sich besonders für die Messung von Mikrowerkzeugen in Werkstattumgebung.

Der VideoCheck S dient zur Endkontrolle im Messraum. Die hohe Flexibilität rührt auch von den zweierlei Spannmöglichkeiten her. Er ist, wie auch die NanoMatic, mit einem V-Block für

Werth Zecha Anwendung

Um die hohen Anforderungen beim Messen von Mikrowerkzeugen zu erfüllen, bieten die bei Zecha verwendeten Werth-Messgeräte NanoMatic und VideoCheck einen sogenannten „V-Block“ zur Werkzeugaufnahme. Das Werkzeug rotiert in einem speziellen Prisma auf dem Schaft um seine eigene Achse, wodurch Taumelfehler vermieden werden.

die hochgenaue Außenformmessung ausgestattet. Zusätzlich gibt es eine luftgelagerte A-Achse, die eine integrierte Taumelkompensation besitzt und für indizierte Messungen wie etwa der Ermittlung der Schneidenwinkel genutzt wird.

Fabry erklärt: „Mit dem Bildverarbeitungssensor kommt man nicht überall hin. Wir verwenden den integrierten Lasersensor WLP (Werth Laser Probe) etwa für die Span- und Freiwinkelmessung, also wenn wir Höhendifferenzen messen müssen.“ Bei Bohrungen, Aussparungen und Hinterschnitten kommt dagegen der Scanning-Taster SP25 zum Einsatz. Trotz unterschiedlicher Sensorausstattung verfügen die beiden bei Zecha installierten Messgeräte über die gleiche WinWerth-Software. Das Programm Micromills dient dabei dem Prüfen der Fräswerkzeuge. Es zeichnet sich durch eine sehr einfache Menüführung aus. Form- und Stufenwerkzeuge sind vielfältiger, daher ist das Programm Microform auch anspruchsvoller. Mit ihm lassen sich Sonderwerkzeuge messen, deren Konturen frei gestaltbar sind. Das Messprotokoll liefert Zecha bei Bedarf auch an seine Kunden.

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