CNC-Fräsen

CNC‑Fräsen automatisieren: Präzision und Produktivität steigern

Asedo hat mit der Integration automatisierter CNC‑Fräslösungen signifikante Effizienz‑ und Präzisionsgewinne erzielt, indem wiederverwendbare Spannmittel eingebunden und Robotiksysteme integriert wurden – ein Musterbeispiel für moderne Fertigungsprozesse.

Zuverlässig und hochpräzise: der RKE125 LV – aufgrund der ausgezeichneten Erfahrungen ist aktuell die Anschaffung weiterer 45 Röhm-Spannmittel geplant.
Zuverlässig und hochpräzise: der RKE125 LV – aufgrund der ausgezeichneten Erfahrungen ist aktuell die Anschaffung weiterer 45 Röhm-Spannmittel geplant.

Asedo ist ein innovativer Partner für individuelle zukunftssichere Lösungen in der Fertigungs- und Prozessindustrie. Seit knapp drei Jahrzehnten vertrauen die Mittelfranken immer wieder auf Produkte von Röhm. Als sich die Verantwortlichen für ein neues Projekt auf die Suche nach dem am besten geeigneten Angebot begaben, entschieden sie sich erneut für Spannmittel des Anbieters mit Sitz in Sontheim.

Bei dem neuen Projekt wurden für die neue Anlage mit inzwischen drei Hermle-Bearbeitungszentren vom Typ C42 – inklusive Hermle-Automationslösung RS2L –Kompaktspanner für die Paletten gesucht. Im Jahr 2021 lieferte der Anbieter aus Gosheim seine erste Maschine, gefolgt vom Automa­tionssystem. Das zweite und dritte Bearbeitungszentrum platzierte Asedo anschließend ebenfalls direkt an der Roboterzelle. Die ersten Prototypen der Röhm-Spannbacken konstruierte und fertigte das Asedo-Team selbst – legte jedoch hohen Wert darauf, dass Röhm für diese Spannmittel die Produkthaftung übernahm. „Dass Röhm sich darauf einließ, war der ausschlaggebende Punkt für unsere positive Entscheidung in diesem Projekt“, erinnert sich Geschäftsführer Andreas Schwab.

Auf einen Blick

Asedo setzt bei der Automation einer Anlage auf Spanntechnik von Röhm – mit allen Vorteilen einer Automatisierung. Zahlreiche Spanner des Typs RKE125 LV kommen im Regal bei der automatisierten Lösung rund um Hermle-Bearbeitungszentren (BAZ) zum Einsatz. Die Spanner sind auf Paletten befestigt. Ein Roboter entnimmt die Paletten mit den Spannern/Werkstücken und führt sie der jeweiligen Maschine zu.

Asedo erweiterte die Automatisierung um mittlerweile insgesamt drei Hermle-BAZ. Die letzte Maschine wurde Mitte des Jahres 2024 installiert – begleitet von den Produkten des Spann- und Greifmittelspezialisten aus Sontheim a.d. Brenz.

„Der Standard RKE basic war zu schwer und zu lang, daher schlug mein Vorgänger Gerhard Häutle den leichteren RKE LV mit gleicher Spannkraft, aber kurzer Bauart vor“, erläutert Dirk Gaarz, Sales Engineer beim Spann- und Greifmittelspezialisten. Da Gerhard Häutle in Pension geht, übergibt er das Projekt an seinen Kollegen Gaarz, steht für weitere Beratungen aber stets gerne zur Verfügung: „Asedo hatte für die Fertigung bereits Sonderbacken entworfen, die den Röhm-Spannern angepasst und als Komplett-Spannmittel angeboten wurden. Den Verantwortlichen bei Asedo war es in diesem Zusammenhang auch besonders wichtig, dass Röhm die Haftung für diese Sonderbacken übernimmt. Nach anfänglichen Versuchen fiel die Wahl auf die Spanner RKE125 LV mit geringem Gewicht (27 kg), enormer Spannkraft und passender Backenbreite von 125 mm. Diese tragen nun die speziell von Asedo konstruierten Backen.“

Andreas Schwab ergänzt: „Wir waren für die Automation von Stückzahl 1 mit Palettenspeicher für die Einzelteilbearbeitung auf der Suche nach einem geeigneten Spannmittel. Röhm war dabei aufgrund der langjährigen ausgezeichnten Erfahrungen sicherlich als Favorit gelistet – und bekam letztlich auch den Zuschlag – wobei wir uns bezüglich Qualität und Serviceunterstützung durchaus nach Alternativen umgeschaut hatten. Die Umsetzung verlief über das gesamte Projekt hinweg hervorragend. Wir planen außerdem in näherer Zukunft, die Magazinkapazität des Werkstückspeichers zu erweitern und aufzustocken.“

Das ‚All-Star-Team‘ im Zentrum der hochproduktiven Bearbeitungsanlage.
Das ‚All-Star-Team‘ im Zentrum der hochproduktiven Bearbeitungsanlage.

Prozessanstoß und Fertigungsbeschreibung

Nachdem bei der aktuellen Suche der erste Lieferant ausgeschieden war, konzentrierte sich Asedo auf die schon in der Fertigung befindenden Spannmittel von Röhm. Diese eigneten sich allerdings nur bedingt für die 5-Achs-Bearbeitung. „Bei unserem Bestand in der Fertigung befanden sich selbst gefräste Backen im Einsatz. Aufgrund der Modifikationen war dies bereits eine optimale Lösung und für den 5-Achs-Bereich geeignet. Nichtsdestotrotz wollten wir noch mehr in Richtung ‚Standard‘. Nach der Beratung und gemeinsamen Abstimmung konnte Röhm uns anbieten, dass wir diese Backen als konstruierte und geprüfte sowie als Originalbestellteile von Röhm beziehen können. Das ist schon ein Top-Service, den wir hier geboten bekommen“, weiß Schwab zu schätzen.

Und die Sontheimer lieferten weitere hilfreiche Unterstützung: Es gab Versuche mit den Spannmitteln und Beratung ‚vor Ort‘ in Zusammenarbeit mit Asedo. Die Kundenwünsche fanden in Zusammenarbeit mit der Konstruktionsabteilung von Röhm Berücksichtigung. Vorab lieferten die Sontheimer Versuchsspanner an Andreas Mack (Meister Fertigung) und Industriemeister Wladimir Lang. „Der Prozess umfasste die Konstruktion, Fertigung und Überprüfung bis hin zu heute bestellfähigen Produkten, die wir uns ausgedacht hatten“, fasst Schwab zusammen.

Gesamtblick auf die Anlage: Die Hermle-Automationslösung RS2L bedient drei Hermle-Bearbeitungszentren C42.
Gesamtblick auf die Anlage: Die Hermle-Automationslösung RS2L bedient drei Hermle-Bearbeitungszentren C42.

35 % des CNC-Fräsens werden mit automatisierter Anlage abgedeckt

Zunächst kamen die neuen Röhm-Produkte an der Einzelmaschine von Hermle zur Anwendung und wurden dann in die Robotik- beziehungsweise Automatisierungslösung RS2L – ebenfalls von Hermle aus Gosheim – überführt. Anschließend wurden zwei weitere Hermle-Maschinen in den Prozess eingebunden, der sicher und hochproduktiv selbst komplexe Teile produziert. Inzwischen sind die Röhm-Artikel als Standard-Spannsysteme für die restliche Fertigung im Bereich Fräsen installiert, um ein einheitliches Spannkonzept zu erhalten. „Es sollen in Zukunft nur noch zwei verschiedene Spannmittel bei uns zur Anwendung kommen. Die automatisierte Anlage deckt in ihrer Endausbaustufe mittlerweile knapp 35 Prozent der gesamten Produktion in unserem Bereich des CNC-Fräsens ab“, konkretisert Schwab. „Die Modifikation der Backen war eine direkte Lösung der Mitarbeiter aus früheren Anforderungen. Die Idee war, einen ursprünglich für den Einsatz im 3-Achs-Bereich gedachten Schraubstock für 5-Achs-Anwendungen zu nutzen. Das ist uns bis hin zur Umsetzung als Standardprodukt bei Röhm gelungen.“

„Die Anlage deckt mittlerweile knapp 35 Prozent der gesamten Produktion beim CNC-Fräsen ab.“

Andreas Schwab, Geschäftsführer, Asedo

Aufspannsituation – dargestellt im CAM-System.

Andreas Schwab begleitete persönlich das Projekt, betont aber anerkennend: „Die CAM-Programierer und EDV-Abteilung sowie das Fertigungsteam waren von Beginn an vollständig involviert. Das ist der eigentliche Schlüssel! Insofern dürfen wir alle gemeinsam stolz darauf sein, dieses anspruchsvolle Konzept derart wirkungsvoll umgesetzt zu haben – und Röhm mit seinem Team hat daran einen ganz wesentlichen Anteil.“ Industriemeister Wladimier Lang ergänzt: „Die Kombination aus Top-Leuten der Firmen, exzellenten Programmen der CAM Experten sowie der gegenseitige Austausch im Team – das war das A und O für diesen Erfolg.“

„Das Projekt konnten wir auf der ‚grünen Wiese‘ umsetzen. Wir starteten mit modernsten Anlagen und top Equipment, um direkt hocheffektive Bearbeitungen zu erzielen“, erläutert Schwab. „Üblicherweise verläuft ein solcher Prozess umgekehrt. Wir haben das Ganze praktisch von hinten aufgesattelt… und das geht nur mit der vollen Einsatzbereitschaft des Teams.“ „Ohne die Zuverlässigkeit und Präzision der Röhm-Spannbacken wäre der Projekterfolg vielleicht gefährdet gewesen“, wirft Gerhard Häutle ein. „Es war in den letzten drei Jahren aber kein einziger Servicefall notwendig. Das ist super und zeigt, dass die Ausrüstung ausgezeichnet funktioniert.“ „Auch die Lieferung und Unterstützung von Röhm erfolgte stets erstklassig“, bestätigt Wladimir Lang. Die Anlage deckt inzwischen rund ein Drittel der gesamten Fertigung beim CNC-Fräsen ab. Geschäftsführer Andreas Schwab finalisiert: „Letztlich hat alles funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Die logische Folgerung daraus ist, dass sich bereits wieder 45 Röhm-Spannmittel in unserer weiteren Planung befinden.“

Quelle: Röhm GmbH

bearbeitet von: Sabine Königl

FAQ: CNC-Fräsen und Automatisierung bei Asedo

Was war das Ziel der Automatisierung bei Asedo?

Asedo wollte die Einzelteilbearbeitung durch automatisierte Prozesse effizienter und präziser gestalten. Das Ziel war es, die Stückzahl-1-Fertigung zu automatisieren und die Fertigungskapazitäten durch Palettenspeicherlösungen zu erweitern.

Welche Maschinen und Systeme kamen bei Asedo zum Einsatz?

Asedo setzte auf drei Bearbeitungszentren vom Typ Hermle C42 sowie auf die Automationslösung RS2L von Hermle. Diese wurden zentral an eine Roboterzelle angebunden.

Warum fiel die Wahl auf Röhm als Spanntechnik-Partner?

Röhm überzeugte durch hohe Qualität, kundenspezifische Unterstützung und die Bereitschaft, Produkthaftung für individuell gefertigte Spannbacken zu übernehmen. Auch die schlankere Bauform des Modells RKE125 LV war entscheidend.

Wie wurde die Spanntechnik an die Anforderungen angepasst?

Asedo entwickelte selbst Sonderbacken, die auf die Röhm-Spanner abgestimmt waren. Diese wurden gemeinsam mit Röhm konstruiert, geprüft und als offizielle Ersatzteile verfügbar gemacht.

Wie groß ist der Automatisierungsgrad der CNC-Fräserei bei Asedo?

Rund 35 % der CNC-Fräsprozesse laufen inzwischen automatisiert über das RS2L-System. Ziel ist es, mit einheitlichen Spannmitteln weiter zu standardisieren und die Magazinkapazität auszubauen.

Welche Vorteile brachte das Projekt für Asedo?

  • Erhöhte Produktionssicherheit

  • Schnellere Rüstzeiten

  • Standardisierte Spanntechnik

  • Hohe Prozesssicherheit durch geprüfte Komponenten

  • Keine Servicefälle in den ersten drei Jahren

Gibt es vergleichbare Lösungen in der Industrie?

Ja. Automatisierung durch standardisierte Spanntechnik und Roboterlösungen ist ein verbreiteter Ansatz.