Elektronische Löseeinheit, Ortlieb

Die elektromechanische Löseeinheit EML ist ein Baustein im ganzheitlichen Konzept bei Ortlieb. - Bild: Ortlieb

Standardisierungen, die auf die DIN-Normen des Deutschen Normenausschusses zurückgreifen, und ISO-Normen, die in der Welt des Maschinenbaus auch über deutschsprachige Grenzen hinweg anerkannt sind, regeln solche Standards. Hersteller von Werkzeugmaschinen sind durch Standardisierung in der Lage, Produkte verschiedener Zulieferer einzusetzen, sollten spezifische Aufgaben dies erfordern. Preisvergleiche werden per Standardisierung transparent und können in Summe mitunter erheblich Kosten einsparen.

Auch die Schnittstelle zwischen Werkzeugmaschine und Werkzeug wurde im modernen Maschinenbau sinnvollerweise standardisiert. Die Notwendigkeit dafür entstand mit der zunehmenden Automatisierung von Maschinen und dem damit einhergehenden automatischen Werkzeugwechsel. Aus dieser Aufgabenstellung heraus ist der Morsekegel nach DIN 228 entstanden, dem im Zuge der Automatisierung die Entwicklung des Steilkegels zur Werkzeugaufnahme folgte, welcher in der DIN Norm 69871 definiert und international standardisiert in der DIN ISO 7388 geregelt ist.

Komplettsystem
Ein Komplettsystem besteht aus dem HSK-Spannsatz, dem Federpaket, einem Zugrohr und dem Rotorkörper. - Bild: Ortlieb

Eine Weiterentwicklung des Steilkegels stellt der Hohlschaftkegel dar (HSK, DIN69893), der teilweise den SK-Spanner ersetzt hat, diesen aber nicht gänzlich vom Markt verdrängen konnte. Bis heute haben beide Spannsysteme ihre Berechtigung in der Anwendung. Werkzeugmaschinenhersteller waren dank der normbedingten Sicherheit in der Lage, über einen längeren Zeitraum Entwicklung zu betreiben und somit die Schnittstelle sukzessive zu optimieren. Als Resultat finden wir heute im Angebot der Spannmittelhersteller effiziente, in der Wiederholgenauigkeit zuverlässige und kostengünstige Spannwerkzeuge mit langen Standzeiten.

Innovationstreiber

Ortlieb Präzisionssysteme, einer der Innovationstreiber auf dem Gebiet der Spannwerkzeugherstellung, hat sich schon früh mit dem Thema Standardisierung und Automatisierung befasst. Ausgehend von dieser Strategie entwickelte Ortlieb als einer der ersten Hersteller eigene Spannsysteme für standardisierte Schnittstellen. So bietet das Unternehmen für die Steilkegel seine SK-Spannzangen an, die bei Bedarf auch als Individuallösung nach Kundenanforderung hergestellt werden. Für die Hohlschaftkegel-Schnittstelle bietet Ortlieb seine bewährten TG-(Tool-Grip-)Spannsysteme bestehend aus Spannsegment und Zugbolzen, die sowohl als Standardware als auch in beschichteter, verschleißbeständiger sowie in Keramikausführung erhältlich sind.

Einfache TG-Spannsysteme aus der Präzisionsfabrik Ortlieb werden in der Metall- und Holzbearbeitung zur Werkzeugspannung in Dreh- und Fräsmaschinen eingesetzt. Für die unterschiedlichen Anwendungen sind HSK-Standardschnittstellen definiert, die über die Kennzeichnung HSK-(x) unterschieden werden. Die am häufigsten verwendeten Formen sind der HSK-A (automatische und manuelle Werkzeugwechsel) und der HSK-C (manuelle Werkzeugwechsel) für die Dreh- und Fräsbearbeitung. In der Holzbearbeitung wird als Sonderform der HSK-F eingesetzt. Unterschiede ergeben sich hauptsächlich in der Form der Mitnehmersysteme sowie in den Abmaßen des Kegels und der Planfläche zueinander.