Produktionswert Präzisionswerkzeuge, Schätzung 2017, Prognose 2018

Die Präzisionswerkzeuge-Industrie konnte ihre Produktion 2017 um sieben Prozent auf über zehn Milliarden Euro steigern. - Grafik: werkzeuge

Die Graphik zur werkzeuge Rangliste sehen Sie auf Seite 3 in diesem Artikel.

Nach dem Rekordjahr 2014 kann sich die Branche der Präzisionswerkzeughersteller mit dem Ergebnis von 2017 wieder über ein rekordverdächtiges Umsatzergebnis freuen.

Die Prognose des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA war im Januar 2017 offensichtlich etwas zu vorsichtig, denn der Auftragseingang hat sich im Laufe des Jahres besser als erwartet entwickelt.

"Der Auftragseingang bei den Zerspanwerkzeugen konnte die Ende 2016 begonnene Aufwärtsbewegung 2017 nahtlos fortsetzen", erklärte Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA, im Rahmen der Pressekonferenz im Januar 2018 in Frankfurt. "Insbesondere die ersten Monate lagen deutlich über den schwachen Vorjahresvergleichswerten. Dadurch erreichte die Branche 2017 ein unerwartet starkes Umsatzwachstum von sieben Prozent." Das Inlandsgeschäft begann 2017 schwach, konnte sich aber im Laufe des Jahres steigern und macht nach Angaben des Fachverbands für 2018 Hoffnung.

Das Exportgeschäft mit Zerspanwerkzeugen übertraf alle Erwartungen. Von den zwanzig größten Exportmärkten stagnierte nur Frankreich. Alle anderen Länder legten zu, zehn dieser Länder sogar zweistellig.

Für 2018 erwarten die Hersteller von Zerspanwerkzeugen im Heimatmarkt und den wichtigsten Auslandsmärkten überwiegend eine Auftragssteigerung.

Positive Auswirkungen

Lothar Horn, VDMA, Pressekonferenz
Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA: "Bei den Zerspanungswerkzeugen ist die Inlandsnachfrage endlich wieder angesprungen." - Bild: fertigung

Besonders positiv wirkte sich die wieder gestiegene Nachfrage in den beiden größten Einzelmärkten USA und China aus. Beide Länder bezogen 2017 wieder mehr Zerspanwerkzeuge aus Deutschland als im schwachen Vorjahr.

Das unterschiedliche Wachstumstempo zwischen Inlandsmarkt und Exportgeschäft spiegelt sich auch in den Entwicklungen der beiden großen Kundenbranchen Maschinenbau und Automobil wider.

Zwar legte der deutsche Maschinenbau insgesamt um drei Prozent zu, weltweit gesehen wuchs die Maschinenproduktion aber mit sechs Prozent doppelt so stark. Haupttreiber war China.

Bei der Pkw-Fertigung lagen die deutschen Werke 2017 mit zwei Prozent leicht im Minus, während die Weltproduktion um zwei Prozent anstieg.
Gerade in der Automobilindustrie ist aber neben der Stückzahlentwicklung auch der Wandel zu hocheffizienten Motoren und Hybridkonzepten ein wesentlicher Wachstumstreiber geworden. Hierfür fragt die Automobilindustrie derzeit viele neue Werkzeugkonzepte nach.