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Die E-Revolution naht - Bild: Olivier Le Moal/ Fotalia

Einige interessante Einblicke und Ausblicke zur E-Mobilität gaben in jüngster Zeit Veranstaltungen namhafter Werkzeughersteller wie Komet und Mapal. Anfang Mai startete etwa die Komet Group mit ihrer Tagung. Das Unternehmen ist einer der führenden Komplettanbieter für Präzisionswerkzeuge und vertreibt technologisch zukunftsweisende Lösungen und Premium-Produkte rund um den Zerspanungsprozess. Das Ideen-Forum+ hat sich als führende Tagung für die produzierende Industrie etabliert. Die eintägige Veranstaltung steht für Innovation, Zukunftsgestaltung und Dialog und will vor allem neue Impulse setzen. Die Tagung richtet sich an Entscheider und Experten führender Unternehmen in der Metallbearbeitung, im Maschinenbau, der Automobil- und Zulieferindustrie sowie in der Medizin- und Energietechnik.

"Lenken oder Mitfahren? – Wie die Digitalisierung die Automobilproduktion verändert", so lautete das Thema des diesjährigen Ideen-Forums, das am 4. Mai 2017 in der Ideen-Fabrik+ in Besigheim stattfand. Die Tagung für die produzierende Industrie überzeugte einmal mehr mit einem dichten Vortragsprogramm und hochkarätigen Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Technik.

Gespräch bei der Eröffnung der Fachtage
"Genaue Vorhersagen zur E-Mobilität sind schwierig, Konzepte aber gibt es. Darüber sollten wir reden", meinte Jochen Kress (rechts), Mitglied der Mapal-Geschäftsleitung, bei der Eröffnung der Fachtage. - Bild: Mapal

Die Automobilbranche, die auch für Komet eine bedeutsame Rolle spielt, gilt als Treiber und Vorreiter des technologischen Fortschritts in Deutschland und steht, wie auch die Zulieferindustrie, vor einem gewaltigen Umbruch. Themen wie Elektromobilität, vernetztes Fahren und die Digitalisierung der Automobilproduktion werden in den kommenden Jahren zu einer völlig neuen Marktdynamik führen. "Die Antriebsrevolution im Mobilitätsbereich wird eine Neuausrichtung der auf Automotive konzentrierten Unternehmen aus der Zerspanungsbranche erforderlich machen", machte Christof Bönsch, Geschäftsführer der Komet Group, deutlich.

Digitale Prozesslösungen

Gehörten die Produkte der Zerspanungsunternehmen bislang zu den Schlüsseltechnologien beim Verbrennungsmotor, so wird im Elektroauto die Zerspanung bei der Herstellung von Antriebskomponenten eine weitaus geringere Rolle spielen. Die Komet Group hat dies frühzeitig erkannt und bereits in den vergangenen Jahren konsequent neben Produktlösungen auch intelligente, digitale Prozesslösungen entwickelt. "Komet hat im Bauteilkomponentenbereich intelligente Lösungen entwickelt, die für die Automobilbranche im Zuge der Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen werden", erklärte Bönsch.

Zitat

"Auch wenn der Anteil der reinen Elektroantriebe derzeit noch sehr gering ist, ist es sicher ratsam, sich schon jetzt intensiv mit den Veränderungen zu beschäftigen." Christof Bönsch

Christof Bönsch, Geschäftsführer Komet Group
Christof Bönsch, Geschäftsführer Komet Group - Bild: fertigung

Wie schnell setzt sich die Elektromobilität durch, und welche Veränderungen bringt sie für die zerspanende Industrie? Darüber diskutierten Ende Juni rund 200 Teilnehmer bei den Fachtagen Mapal Dialog. Expertenvorträge bilden den Rahmen der Veranstaltung. Auch der Besuch im Versuchs-zentrum der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist ein fester Programmpunkt. Hier stellt der Präzisionswerkzeughersteller alljährlich die neuesten Entwicklungen in der Praxis vor, diesmal unter anderem die Bearbeitung von Statorgehäusen für Elektromotoren.

Zwei innovative Exponate

In diesem Jahr sorgten aber nicht nur die Neuheiten bei Präzisionswerkzeugen für Gesprächsstoff, sondern auch zwei ungleich größere Exponate. Ein Smart electric drive und ein BMW i8 hatten auf dem Firmengelände Aufstellung genommen und waren in den Vortragspausen dicht umringt. Der Automobilsektor ist ein wichtiger Markt für die zerspanende Industrie. Sie ist von dem Wandel zur Elektromobilität ebenso betroffen wie die Automobilhersteller selbst. Um über diese Herausforderungen zu diskutieren, kamen Ende Juni rund 200 Teilnehmer, darunter Fertigungsspezialisten, Anwender und Entscheider, zum Mapal Dialog nach Aalen. "Genaue Vorhersagen zur E-Mobilität sind schwierig, Konzepte aber gibt es. Darüber sollten wir reden", meinte Jochen Kress, Mitglied der Mapal-Geschäftsleitung, bei der Eröffnung der Fachtage.

Mapal hatte Referenten verschiedener Branchen und Fachbereiche eingeladen, um ein möglichst breites Informationsspektrum abzudecken. Beteiligt haben sich der VDMA (Verband der Präzisionswerkzeugindustrie), der Antriebstechnikspezialist Aradex, der Automobilhersteller BMW sowie Vertreter mehrerer Werkzeugmaschinenhersteller. Einig waren sich die Experten darin, dass der Trend zu Elektrofahrzeugen unumkehrbar sei. Niemand könne jedoch derzeit präzise vorhersagen, wie schnell sich diese Entwicklung auf breiter Front durchsetzen wird. Dafür gäbe es zu viele Unwägbarkeiten, etwa im Hinblick auf den Ausbau von Stromnetzen, Ladestationen oder der Batteriereichweite sowie zur Entwicklung des Nutzerverhaltens.