Werkzeugüberwachung als Gamechanger in der Produktion
Sechsstellige Einsparungen durch smarte Werkzeugüberwachung
Steigende Kosten, knappe Fachkräfte und ungenutzte Maschinenlaufzeiten setzen die Fertigung unter Druck. Moderne Werkzeugüberwachung zeigt, wie sich Stillstände, Ausschuss und unnötige Werkzeugwechsel vermeiden lassen – mit messbaren Effekten: höhere Auslastung, mehr Prozesssicherheit und Einsparpotenziale im sechsstelligen Bereich. Ein wirtschaftlicher Hebel, der sich schneller rechnet, als viele erwarten.
Natalie WeirichNatalieWeirich
Eine moderne Werkzeugüberwachung ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein wirtschaftlicher Gamechanger.Nordmann GmbH & Co. KG)
Anzeige
Eine professionelle,
smarte Werkzeugüberwachung ist heute mehr als ein einfaches Bruchmeldesystem.
Sie erkennt kleinste Veränderungen im Prozess frühzeitig, analysiert Kraft- und
Schallverläufe, integriert sich in digitale Maschinensteuerungen und reagiert
flexibel auf unterschiedliche Bearbeitungssituationen. Das Ergebnis: geringere
Stillstände, weniger Ausschuss, längere Werkzeugstandzeiten und eine
signifikante Steigerung der Maschinenauslastung – alles direkte Faktoren zur
Reduktion der Produktionskosten.
Maschinenlaufzeiten
ausreizen – ohne zusätzliches Personal
Anzeige
Ein häufig übersehener
Kostenfaktor liegt in den ungenutzten Laufzeiten von Maschinen. Pausen,
Nachtschichten, Wochenenden – Maschinen stehen oft länger still, als es
notwendig wäre. Nicht, weil sie technisch nicht arbeiten könnten, sondern weil
niemand vor Ort ist, um bei einem möglichen Werkzeugbruch sofort einzugreifen.
Eine Werkzeugüberwachung schafft hier Abhilfe. Durch präzise Sensorik – etwa
zur Messung von Kraft, Körperschall und/oder Wirkleistung – erkennt sie
frühzeitig, wenn ein Werkzeug oder Werkstück aus seinem Toleranzbereich läuft.
Die Überwachung erfolgt über Hüllkurven, die den normalen Verlauf der
Bearbeitung einhüllen, den oberen und unteren Toleranzbereich markieren und bei
Abweichungen sofort Alarm schlagen und die Maschine stoppen.
„Die Systeme können sich automatisch an veränderte Bedingungen anpassen, zum
Beispiel bei Verschleiß der Werkzeuge, falls das Hauptaugenmerk auf der
Erkennung von Schneidenbruch liegt oder Mehrpsindelbohrköpfe mittels
Wirkleistung auf Bruch einzelner Bohrer überwacht werden", erklärt Alexander Nordmann, Werkzeugüberwachungsexperte der Nordmann GmbH & Co. KG aus Köln." Ansonsten soll
natürlich übermäßiger Werkzeugverschleiß automatisch erkannt und damit Brüche
verhindert werden. Das System erlaubt die parallele Anwendung beider
Überwachungsstrategien. Auf diese Weise entsteht Vertrauen: einerseits darin,
dass die Maschine auch dann weiterlaufen darf, wenn kein Mitarbeiter direkt
danebensteht. Andererseits darin, dass sich Prozesse in Pausen, Nachtschichten
oder am Wochenende automatisiert überwachen lassen – ohne Risiko.“
Wirtschaftlichkeitsbeispiel einer modernen Werkzeugüberwachung: Gegenüberstellung von jährlichem Nutzen durch Mehrertrag und vermiedene Kosten (197.000 EUR) und den vergleichsweise geringen Systemkosten (3.500 EUR).Nordmann GmbH & Co. KG)
Ein konkretes
Rechenbeispiel eines Kundenfalls verdeutlicht das enorme Potenzial schon einer
halben Geisterschicht: Bei einem Ertrag von 80 EUR/h ergab sich aus
durchschnittlich vier zusätzlichen Stunden pro Tag ein täglicher Mehrwert von
320 EUR. Hochgerechnet auf 250 Arbeitstage im Jahr entsprach das einer
Einsparung – oder besser gesagt: einer Ertragssteigerung von beeindruckenden
80.000 EUR.
Anzeige
Darüber hinaus eröffnet eine
kontinuierliche Werkzeugüberwachung die Möglichkeit, Schnittparameter gezielt
zu optimieren und bis zu 22% höhere Schnittwerte –
im Schnitt meist ca. 10% – mit vertretbarem Risiko zu fahren. Durch die
permanente Prozesskontrolle lässt sich das Potenzial moderner Werkzeuge und
Maschinen besser ausschöpfen: Bearbeitungszeiten pro Werkstück sinken, der
Ausstoß pro Stunde steigt – und das bei gleichbleibender Prozesssicherheit und
Werkstückqualität, ganz ohne zusätzliches Personal, allein durch intelligente
Werkzeugüberwachung und die optimale Nutzung vorhandener Kapazitäten.
Ausschuss und
Maschinenschäden vermeiden – präventiv statt reaktiv
Die zweite große
Kostenquelle in der Fertigung sind Schäden und Ausschüsse – verursacht durch
Werkzeugversagen, unentdecktem Verschleiß oder fehlerhafte Bearbeitung. Oft
treten diese Probleme nicht plötzlich auf, sondern kündigen sich durch subtile
Veränderungen an: Erhöhter Kraftaufwand, abweichende Körperschallmuster oder
untypische Lastverläufe.
Anzeige
Genau hier setzt eine
smarte, multisensorielle Werkzeugüberwachung an: Sie kombiniert Kraftmessung
(z. B. über Dehnungsaufnehmer an der Maschine), Körperschallsensorik (z. B.
über ein in die Kühlschmierstoffdüse integriertes Schallemissionshydrophon) und
analoge oder digitale Leistungsdaten zu einem ganzheitlichen Prozessbild.
Anstelle statischer Grenzwerte wachsen „gleitende“ Hüllkurven – also der
Toleranzbereich – im Einsatz mit, wenn etwa ein Werkzeug stumpfer wird und der
Kraftaufwand steigt. So wird der normale Verschleißprozess berücksichtigt –
ohne dass es zu Fehlalarmen kommt – während kritische plötzliche Abweichungen
infolge Schneidenbruch dennoch sicher erfasst werden.
Wird auf diese Weise
beispielsweise ein Werkzeugbruch erkannt, zeigt sich auch hier welchen
wirtschaftlichen Unterschied moderne Überwachungssysteme leisten können:
Verursacht zum Beispiel ein einziger nicht sofort erkannter Bohrerbruch
Folgekosten in Höhe von rund 1.500 EUR, summiert sich das bei nur einem Vorfall
pro Woche bereits auf 75.000 EUR pro Jahr – und das pro Maschine. Eine Zahl,
die deutlich macht: Jeder verhinderte Schaden ist bares Geld wert. „Viele
Unternehmen merken aber erst bei einem Schaden, wie teuer fehlende Transparenz
wirklich ist. Dabei lässt sich ein Großteil dieser Ereignisse heute sicher
verhindern.“, ergänzt Nordmann.
Werkzeugkosten gezielt
senken – durch standzeitgerechtes Wechseln
Firmenprofil Nordmann
Die
Nordmann GmbH & Co. KG ist ein führender Anbieter von
Werkzeugüberwachungssystemen für die Zerspanungsindustrie. Ihre
Überwachungsgeräte, wie zum Beispiel das aktuelle Modell SEM-Modul-e2, lassen
sich nahtlos in Maschinensteuerungen integrieren. Mit ihnen können
Werkzeugzustände in Echtzeit überwacht und so die Produktionsqualität und
-effizienz gesteigert werden. Der Familienbetrieb wurde 1989 von Dr.-Ing. Klaus
Nordmann gegründet und hat seinen Hauptsitz in Hürth bei Köln.
Ein weiterer wichtiger
Aspekt ist das Handeln aus Unwissenheit: Werkzeuge werden oft vorsorglich
gewechselt – nicht, weil sie tatsächlich verschlissen sind, sondern weil es an
verlässlichen Informationen fehlt. Diese Unsicherheit führt zu ungenutztem Potenzial
und vermeidbaren Kosten, besonders bei teuren Spezialwerkzeugen. Der Einsatz
moderner Überwachungssysteme schafft hier Abhilfe: Durch kontinuierliches
Monitoring relevanter Prozessparameter lässt sich präzise erkennen, wann ein
Werkzeug erste Verschleißerscheinungen zeigt – und wann ein Austausch wirklich
notwendig ist. Die gute Nachricht: Der Weg zu dieser Transparenz ist oft
einfacher als gedacht. Viele Systeme kommen ganz ohne zusätzliche Sensorik aus.
Allein durch die intelligente Auswertung bestehender Maschinendaten wie
Wirkleistung oder Vorschubkraft innerhalb eines Werkzeugüberwachungssystems
lassen sich fundierte Aussagen zum Werkzeugzustand treffen – weit verlässlicher
als jede pauschale Erfahrungsregel.
Anzeige
Liegt dieses Wissen vor,
lassen sich die Werkzeugstandzeiten gezielt verlängern – und gleichzeitig die
Kosten spürbar senken. Betragen die jährlichen Werkzeugkosten beispielsweise 90.000 EUR
ohne Einsatz einer Werkzeugüberwachung, kann allein eine Standzeiterhöhung von
20 % bereits eine Einsparung von 18.000 EUR pro Jahr bedeuten.
Fazit: Große Wirkung bei
geringer Investition
Eine moderne
Werkzeugüberwachung ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein
wirtschaftlicher Gamechanger. Denn die Zahlen sprechen für sich: Bereits durch
das Fahren einer halben Geisterschicht kann sich ein jährliches
Einsparpotenzial von 80.000 EUR pro Maschine ergeben. Weil in einem Kundenfall zusätzlich
ein Werkzeugbruch pro Woche verhindert wurde, wodurch auch die Werkzeuge in den
Folgestationen der Rundtaktmaschine unbeschädigt blieben, kamen weitere 75.000 EUR
hinzu. Und durch die Standzeiterhöhung, infolge eines Werkzeugwechsels erst bei
tatsächlicher Abstumpfung, wurden noch einmal 18.000 EUR in einem Jahr eingespart.
In Summe ergab das eine beeindruckende Einsparung von 197.000 EUR in einem Jahr
– und das in etwa ähnlicher Höhe in jedem Jahr. Dem gegenüber steht die jährliche
Miete in das Werkzeugüberwachungssystem von gerade einmal 3.500 EUR. Ein
Bruchteil der Einsparung – mit enormer Hebelwirkung für Produktivität, Qualität
und Prozesssicherheit. „In vielen Betrieben liegen Einsparpotenziale im
sechsstelligen Bereich quasi brach – die Werkzeugüberwachung macht sie
sichtbar“, fasst Alexander Nordmann abschließend zusammen.
Anzeige
Quelle: Nordmann, bearbeitet von Annika Ostermeier