Weniger Rüstzeit, mehr Output: Modulares Drehsystem im Praxiseinsatz
Rüstzeiten sind in der Lohnfertigung oft der größte Produktivitätskiller. Die Stork Automatendreherei hat deshalb ihre Langdreher auf den Prüfstand gestellt – und mit dem modularem Drehsystem NEOSWISS von Iscar eine Lösung gefunden, die Werkzeugwechsel in Sekunden statt Minuten ermöglicht. Das Ergebnis: spürbar mehr Effizienz, höhere Prozesssicherheit und ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Um die Rüstzeiten bei seinen Langdrehern zu verkürzen und produktiver zu arbeiten, setzt Stork auf das modulare NEOSWISS-Drehsystem von Iscar.Iscar)
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Die Stork Automatendreherei im hessischen
Babenhausen ist seit beinahe 60 Jahren ein gefragter Lohnfertiger. Die 15
Mitarbeiter produzieren im Zweischichtbetrieb eine große Zahl unterschiedlicher
Seriendrehteile mit Durchmessern zwischen einem und 50 Millimetern in Losgrößen
zwischen 50 und 25.000 Teilen und Jahresmengen von 1.000 bis 1.000.000 Stück für
europäische Kunden aus der Automobilbranche, dem (Bau-)Maschinenbau und der
Hydraulik. Das Unternehmen bearbeitet hauptsächlich Automaten-, Bau- und
Einsatzstahl, Edelstahl und Nichteisenmetalle. „Unsere Kunden erwarten von uns
faire
Preise, Qualität, Liefertreue und Flexibilität“, sagt Geschäftsführer Björn
Birkholz. „In unserer Branche herrscht ein starker Wettbewerb. Deshalb sind wir
stets offen für neue Lösungen, mit denen wir Prozess-, Zyklus- und Rüstzeiten
verringern können. Denn – Zeit ist Geld, und am Ende des Tages verdienen wir da
unsere Brötchen.“
Modulares System für kürzere Rüstzeit
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Auf der Suche nach wertvollen Sekunden bekommt
der Geschäftsführer wertvolle Unterstützung: Sein langjähriger Werkzeugpartner
Iscar steht ihm mit Rat, Tat und passenden Werkzeuglösungen zur Seite. „Bei
einem meiner regelmäßigen Besuche kamen die langen Neben- und Rüstzeiten bei
den Langdrehern zur Sprache“, sagt Michel Trill, technische Beratung und
Verkauf bei Iscar. Bislang setzte das Team um Produktionsleiter Jonas Ecker Monoblockhalter
ein. Deren Austausch in einer solchen Anlage ist nicht ganz einfach, der
Maschinenraum eng und schlecht zugänglich, tropfendes Kühlschmiermittel macht
die Werkzeuge glitschig. Zum Schneidenwechsel musste zudem das gesamte
Werkzeug entfernt und nach dem Wiedereinbau neu eingefahren werden. „Passt der
Werker beim Einlegen der Halter nicht auf, kann er sehr schnell das Werkzeug
oder das Material beschädigen, wenn er dagegen schlägt“, erklärt Björn Birkholz.
„Für meinen Geschmack dauerte das alles viel zu lang.“ Michel Trill hatte die
passende Lösung parat und stellte Birkholz kurzerhand Iscars modulares
Drehsystem NEOSWISS vor.
Stork nutzt das NEOSWISS-System in den Schaftgrößen zwölf und 16 Millimeter mit unterschiedlichen Wechselköpfen zum Planen, Schruppen, Schlichten, Stechen und Gewindestechen.Iscar)
Dieses besteht aus einem Schaft und unterschiedlichen
Wechselköpfen für alle typischen Anwendungen wie Drehen, Ab- und Einstechen sowie
Gewinde- und Stechdrehen. Die Wechselköpfe lassen sich mit unterschiedlichen
Iscar-Schneiden bestücken, beispielsweise mit PENTA 17-Schneideinsätzen sowie
ISO- oder DO-GRIP-Wendeschneidplatten. Die 3D-gedruckten Köpfe verfügen über
strömungsoptimierte innere Kanäle, die das Schmiermittel direkt in die
Schnittzone transportieren. Das hilft bei der Spanabfuhr und erhöht die
Standzeit der Werkzeuge. Die Köpfe werden benutzerfreundlich mit nur einer
Schraube im Schaft befestigt. Dank speziellem Klemmmechanismus und Vierpunktanlage
sitzen sie fest und sicher. Damit bietet NEOSWISS die gleiche Stabilität wie
ein Monoblock-Schaftwerkzeug. „Der größte Vorteil ist, dass der Schaft beim Schneiden-
oder Werkzeugwechsel in der Maschine bleibt“, sagt Michel Trill. „Der Anwender
entfernt nur den Werkzeugkopf, den er nach dem Schneiden- oder Kopfwechsel
einfach wieder einsetzt. Einmessen oder erneutes Anfahren entfallen, die Anlage
ist praktisch ohne Rüstzeit sofort einsatzbereit.“
Aus dem Stand überzeugt
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„Ich war erst etwas skeptisch, ob das Werkzeug
stabil genug ist. Aber da es insgesamt interessant für uns klang, habe ich den Tests
sofort zugestimmt“, erzählt der Geschäftsführer. Schnell zeigte sich, dass die
Zweifel unbegründet waren. „Die Köpfe des NEOSWISS-Systems lassen sich einfach,
schnell und komfortabel wechseln“, sagt Jonas Ecker. „Der Mann an der Maschine
kann dabei eigentlich nichts falsch machen, die Wiederholgenauigkeit und die
Stabilität sind sehr gut.“ Dank der Bedienerfreundlichkeit sinkt die Rüstzeit,
was die Produktivität steigert. „Für den Schneidenwechsel brauchten wir bei den
Monoblockwerkzeugen inklusive Einmessen und Korrekturen etwa 20 Minuten“, sagt
der Geschäftsführer. „Mit dem NEOSWISS geht das blitzschnell, und nach wenigen
Sekunden läuft die Maschine wieder. Da war es keine Frage, dass wir das neue System
einführen.“
Haben gemeinsam die Rüstzeiten der Langdreher bei Stork reduziert (v.l.): Björn Birkholz, Geschäftsführer der Stork Automatendreherei, Michel Trill, technische Beratung und Verkauf bei Iscar, und Stork-Produktionsleiter Jonas Ecker.Iscar)
Stork nutzt das Werkzeug-System in den Schaftgrößen
zwölf und 16 Millimeter mit unterschiedlichen Wechselköpfen zum Planen,
Schruppen, Schlichten, Stechen und Gewindedrehen – neueste Errungenschaft ist
der NEOYSWISS-Kopf zum Stechen und Drehen auf der Y-Achse.
Unter anderem erstellt Stork mit dem NEOSWISS
Gewindebuchsen, die ein Kunde in Maschinen für die Lebensmittelindustrie
verbaut. Die nur wenige Millimeter großen Teile fertigt der Zerspaner aus drei
Meter langen Edelstahl-Stangen. Sind die Bohrungen gesetzt, bringt das
Stork-Team mit dem NEOSWISS Innen- und Außengewinde ein und sticht die Buchse
ab. Alle 30 Sekunden fällt ein Teil aus der Maschine, etwa 100.000 Stück
produziert Stork pro Jahr. Das Los läuft im Zweischichtbetrieb und mit etwa
10.000 Teilen pro Woche – also insgesamt zehn Wochen. „Wenn ich da bei jedem
Werkzeugwechsel zehn Minuten einsparen kann, kommt einiges zusammen,“ freut
sich Björn Birkholz.
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FAQ: Modulares Drehsystem NEOSWISS im Praxiseinsatz
Warum sind kurze Rüstzeiten für Lohnfertiger so entscheidend? - Bei häufig wechselnden Losgrößen und hohen Stückzahlen wirken sich Rüstzeiten direkt auf Produktivität und Wirtschaftlichkeit aus. Jede eingesparte Minute erhöht die Maschinenlaufzeit und senkt die Stückkosten.
Welches Problem hatten die bisherigen Monoblockhalter bei Stork? - Der Werkzeugwechsel war zeitaufwendig und umständlich. Für jeden Schneidenwechsel mussten die Werkzeuge komplett ausgebaut, neu eingesetzt und erneut eingemessen werden – das kostete rund 20 Minuten pro Wechsel.
Wie funktioniert das modulare Drehsystem NEOSWISS? - NEOSWISS besteht aus einem fest in der Maschine verbleibenden Schaft und austauschbaren Werkzeugköpfen für unterschiedliche Drehoperationen. Die Köpfe werden mit nur einer Schraube befestigt und lassen sich schnell und sicher wechseln.
Welche Vorteile bietet das System im täglichen Betrieb? - Der Werkzeugwechsel erfolgt in wenigen Sekunden ohne erneutes Einmessen. Das reduziert Rüstzeiten drastisch, erhöht die Prozesssicherheit und steigert die Produktivität spürbar.
Für welche Anwendungen setzt Stork NEOSWISS ein? - Das Unternehmen nutzt das System unter anderem zum Planen, Schruppen, Schlichten, Stechen und Gewindedrehen – auch auf der Y-Achse. Besonders bei großen Serien, wie Gewindebuchsen aus Edelstahl, summieren sich die Zeitersparnisse deutlich.