Rund 300 Teilnehmer tauschten sich bei der Fachtagung Mapal Dialog über Vollhartmetallwerkzeuge und neue Anwendungslösungen aus.
Bild: Mapal

Rund 300 Teilnehmer tauschten sich bei der Fachtagung Mapal Dialog über Vollhartmetallwerkzeuge und neue Anwendungslösungen aus. Bild: Mapal

Dialog kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Wortfluss“. Dass die Fachtagung daher nicht allein darauf abzielt, das Technologiewissen der Teilnehmer zu vertiefen, unterstrich Jochen Kress, Mitglied der Geschäftsleitung, bei deren Eröffnung: „Für uns ist der Mapal Dialog auch ein Tag der persönlichen Begegnung mit unseren Kunden. Wir wollen mit ihnen ins Gespräch kommen und ihre Bedürfnisse kennenlernen. Sie sind der Motor unserer Innovationen.“ So bot die Fachtagung den rund 300 Teilnehmern aus allen Branchen der metallverarbeitenden Industrie neben den acht Fachvorträgen reichlich Gelegenheit, sich sowohl untereinander als auch mit den Referenten und Entwicklern intensiv auszutauschen. Und sie konnten die neu erworbenen Kenntnisse zudem praxisnah vertiefen, ob bei den Vorführungen an den Maschinen oder bei einem Rundgang durch die Fertigungsanlagen und die begleitende Fachausstellung, an der sich mehrere Partnerunternehmen von Mapal beteiligten.

In diesem Jahr standen Vollhartmetallwerkzeuge im Zentrum der Tagung. Diese verzeichnen sowohl anteilsmäßig als auch absolut die höchsten Wachstumsraten bei Mapal. Ihr Umsatzanteil liegt an dritter Stelle, hinter PKD- und Führungsleistenwerkzeugen. „Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, weil das Fräsen und Bohren zu den häufigsten Bearbeitungsverfahren gehört“, zeigte sich  Kress überzeugt. Seit einigen Jahren hat das Unternehmen deshalb seine Entwicklungstätigkeit in diesem Bereich intensiviert. Mapal beschäftigt sich bei der Optimierung und Neuentwicklung von VHM-Werkzeugen stark mit deren Geometrie. Ulrich Krenzer, Geschäftsführer des Mapal Kompetenzzentrums VHM-Werkzeuge, stellte einige Neuentwicklungen vor, darunter den dreischneidiger Bohrer Tritan-Drill sowie einen Kleinsttieflochbohrer mit Innenkühlung.

Die optimale Funktion eines Vollhartmetallbohrers hängt jedoch auch von anderen Faktoren ab. Ebenso essenziell wie die Geometrie sind die optimale Beschichtung und das Material des Grundkörpers. Dies verdeutlichten die Experten von Ceratizit (Hersteller von pulvermetallurgischen Sinterteilen für Zerspanungswerkzeuge) und Oerlikon Balzers (Anbieter von PVD-Beschichtungen). Dirk Biermann, Institutsleiter am Institut für Spanende Fertigung in Dortmund, ging in seinem Vortag auf das technisch anspruchsvolle Verfahren des Tieflochbohrens ein. Mit großer Spannung verfolgten die Teilnehmer seine wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Ausgestaltung der Werkzeugschneidkante mit Industrierobotern.

Im Zentrum der Ausführungen von Peter Müller Hummel, Leiter des Bereichs Aerospace und Composite bei Mapal, stand die Bearbeitung von Leichtbauwerkstoffen wie Titan und Verbundmaterialien. Mit speziellen Werkzeugentwicklungen lassen sich diese schwierig zu zerspanenden Werkstoffe einfach und kostensparend bearbeiten, berichtete Müller-Hummel. Doch auch außerhalb des eigentlichen Bearbeitungsprozesses gibt es Möglichkeiten, die Wertschöpfung eines Produktes zu erhöhen. Dazu trägt die Datentechnik bei. Wie Giari Fiorucci, Leiter Digitale und Logistikdienstleistungen bei Mapal, erläuterte, lässt sich beispielsweise der Verwaltungsaufwand bei der Wiederaufbereitung von VHM-Werkzeugen durch Digitalisierung deutlich reduzieren. Er kündigte dazu eine Internetplattform an, die Mapal in Zusammenarbeit mit renommierten Partnern entwickelt hat. Diese wird im September erstmals auf der Leitmesse AMB in Stuttgart vorgestellt.

Kontakt: Mapal Präzisionswerkzeuge Dr. Kress KG, www.mapal.com