Konfigurieren der Module

Die Module lassen sich immer wieder neu entsprechend der jeweiligen Bearbeitungsaufgabe konfigurieren. - Bild: fertigung

Nicht nur in der Automotive-Industrie ist das "Clinchen" eine weit verbreitete Methode, Bleche zu verbinden. Seinen Ursprung hat das Verfahren bei TOX Pressotechnik im schwäbischen Weingarten. Dort entstehen unter anderem Pressen, Roboterzangen, Antriebe und Werkzeuge für diese Verbindungstechnologie. Viele Anlagen und Komponenten sind exakt auf die Fügeaufgabe maßgeschneidert: Von einem Grundkonzept werden die passenden Varianten gewählt. Das bedeutet, dass auch in der Zerspanung individuelle Geometrien zu fräsen sind, die nicht über die Serienfertigung abgebildet werden können.

Presse
Presse von TOX Pressotechnik - Bild: fertigung

Im Werk in Weingarten stehen an einem flexiblen Fertigungssystem von Fastems unter anderem mehrere DMU- 80-Bearbeitungszentren, an denen Serien gefertigt werden. Auf der anderen Seite des Regals arbeitet eine DMC 100 U DuoBlock der 3. Generation – hier werden maßgeschneiderte Komponenten gefertigt. "Das sind unter anderem C-Bügel, TZ-Roboter und Maschinenzangen und andere Maschinenbauteile – oft Einzelstücke, selten mehr als vier gleiche Teile", erklärt Christian Forster, Meister mechanische Fertigung bei TOX Pressotechnik. "Wir haben ein weites Teilespektrum, das zu bearbeiten ist. Und ebenso vielfältig sind die geforderten Werkstückspannungen."

Individuelle Bügel für Zangen

C-Bügel mit Gewindebohrungen
C-Bügel werden auch auf ihre Anwendung hin maßgeschneidert. Gut sichtbar: die Gewindebohrungen, die das FCS-Spannsystem aufgenommen haben. - Bild: fertigung

Die individuellen Bügel, Spannzangen und ähnliche Teile werden konstruiert und offline programmiert. "Wenn es dann an die Zerspanung ging, musste früher der Werker an der Maschine interpretieren, wie die Aufspannung des Werkstücks gedacht war und wie sie letztlich in der Praxis auszusehen hat", erläutert Forster. "Dabei durfte nichts übersehen werden, sonst war Ausschuss vorprogrammiert. Der versierte Einrichter musste mit großer Sorgfalt, viel Erfahrung und profundem Wissen rüsten, um ein brauchbares Bearbeitungsergebnis zu bekommen." Dazu kam, dass auf der Maschine gerüstet wurde – tote Zeit, in der das Bearbeitungszentrum keine Späne machen konnte.

Herausforderung für Spanntechnik

Rasterplatten
Die Rasterplatten ermöglichen eine definierte, sehr einfache Aufspannung nach den Koordinaten aus dem Rüstplan.- Bild: fertigung

Eine wirtschaftliche Bearbeitung unterschiedlichster Werkstücke ist eine Herausforderung für die Spanntechnik. Ein Spannsystem für die Einzelfertigung muss sich flexibel einsetzen und immer wieder neu konfigurieren lassen – ein modulares System, das sich auf den jeweiligen Anwendungsfall und das Werkstück exakt maßschneidern lässt. Dabei soll es zudem einfach, sicher und komfortabel zu handhaben sein, so wenig Störkonturen in die Bearbeitung einbringen wie möglich, dabei aber sehr stabil und zuverlässig in der Aufspannung sein.

Um das zu erzielen, kam für die Verantwortlichen bei TOX Pressotechnik nur ein manuell zu bedienendes Spannsystem in Frage. "Bei hydraulisch oder pneumatisch betriebenen Systemen sehen wir immer das Risiko, dass die Spannung sich lösen kann", erklärt Forster. "Ein mechanisch verriegeltes System gibt uns dagegen die Sicherheit, dass sich nichts verändert. Zudem macht eine Hydraulik bei Einzelteilen, die ich sowieso jedes Mal individuell spannen muss, wenig Sinn."

Im Profil

TOX Pressotechnik

Das Unternehmen TOX Pressotechnik sieht sich als kompetenter Partner für innovative Produkte und Lösungen im Bereich Blechverbindungen, für Pressantriebe, Pressen und Sondermaschinen. Es wurde im Jahr 1978 von Eugen Rapp gegründet. Heute ist das Familienunternehmen mit mehr als 1100 Beschäftigten weltweit einer der globalen Anbieter von Pressen und Komponenten für die blechverarbeitende Industrie. Der Hauptsitz und die Hauptproduktionsstätte sowie das Technologiezentrum befinden sich im süddeutschen Weingarten. Weitere Produktionsstätten sind in den USA, China, Indien und Brasilien zu finden. TOX Pressotechnik ist weltweit in mehr als 35 Ländern vertreten.