Moderne Voreinstelltechnik steigert Produktivität, Präzision und Prozesssicherheit
Berg Spanntechnik setzt bei der Fertigung seiner kundenspezifischen Spannsysteme auf moderne Fertigungstechnik und investierte dafür in das Werkzeugvoreinstellgerät Microset VIO linear von Haimer. Die Lösung sorgt für reproduzierbare Messgenauigkeit im Mikrometerbereich und unterstützt dank Anbindung an das Werkzeug- und Datenmanagement die durchgängige Digitalisierung der Fertigung.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Werkzeugvoreinstellung auf höchstem Niveau: Das Haimer Microset VIO linear 20/50 erzielt nicht nur hochgenaue Messwerte, es ist auch in der Lage, mit einer Vielzahl an Daten- und Werkzeugmanagementsystemen digitale Daten auszutauschen.Haimer
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Berg Spanntechnik
produziert modulare Spannsysteme für zerspanende und umformende
Werkzeugmaschinen. Das Unternehmen unterscheidet dabei vier Anwendungsbereiche:
die Werkzeug- und die Werkstückspannung, Sonderanwendung und Umformtechnik. Vertriebsleiter
Christian Wenge erklärt: „Wir sind der Spezialist für anspruchsvolle Spanntechnik, die
man nicht von der Stange kaufen kann. Wir produzieren fast ausschließlich
Maßanfertigungen, die speziell auf den kundenspezifischen Anwendungszweck
ausgerichtet sind.“ Dementsprechend gibt es BERG-Spannsysteme von klein bis
groß – für die Medizin- bis zur Energietechnik, für die Automobilindustrie, den
allgemeinen Maschinenbau und viele andere Branchen.
Das Bielefelder
Unternehmen verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung in Konstruktion,
Fertigung und Montage anspruchsvoller Spanntechnik. „Entscheidend ist für uns,
dass wir stets beste Qualität liefern, damit auch unsere Kunden qualitativ
hochwertig produzieren können“, sagt Christian Wenge. „Dafür besitzen
wir einen durchgängig modernen Maschinenpark, den wir zunehmend automatisieren
und digitalisieren – und zwar bis ins Detail.“
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Einen wichtigen
Part übernimmt das Werkzeugmanagement, das BERG 2021 mit dem COSCOM ECO-System
auf aktuellen Stand brachte. Seitdem sind alle Werkzeuge und Aufnahmen als
digitaler Zwilling im System hinterlegt. Für die digitale Durchgängigkeit
fehlte in den letzten Jahren allerdings noch der direkte Datenaustausch mit dem
Werkzeugvoreinstellgerät.
Werkzeugvoreinstellung – ein wichtiges Element der zerspanenden
Fertigung
CAM-Programmierer
Oliver Oberkoch weist darauf hin, dass Berg die Vorteile der Werkzeugvoreinstellung
schon seit den 1980er Jahren nutzt: „Damals hatten wir noch manuelle Geräte, um
unsere Werkzeuge vor dem Prozess einzustellen und zu vermessen. Vor knapp 20
Jahren investierten wir dann in ein teilautomatisiertes Voreinstellgerät
Microset UNO, das bereits eine gewisse Datenübertragung ermöglicht hat. Doch
unser derzeitiges Highlight ist das im letzten Jahr beschaffte, vollautomatische
Haimer Microset Voreinstellgerät VIO linear, das auch den bidirektionalen
Datenaustausch mit unserem Werkzeug- und Datenmanagementsystem beherrscht.“
Oliver Oberkoch,
der bei Berg auch für die digitale Werkzeugverwaltung und Koordination der
Werkzeugvoreinstellung zuständig ist, erwähnt die grundsätzlichen Vorteile
einer Werkzeugvoreinstellung: „Da beim Einwechseln des Werkzeugs in die
Maschine die exakten Werkzeugdaten vorliegen, reduzieren wir die Maschinenstillstandzeiten,
steigern die Präzision und verringern Nacharbeiten und Ausschuss. Wir erhalten konstante
und wiederholbare Prozesse.“ Und er fügt hinzu: „Ideal ist es, wenn das
Voreinstellgerät die Soll-Daten auf direktem Weg aus dem Werkzeugmanagement-
beziehungsweise aus dem CAM-System erhält und die gemessenen Ist-Daten dann
auch digital zur Maschine transferieren kann. Genau das schaffen wir mit
unserem neuen Haimer Microset Voreinstellgerät VIO linear.“
Entscheidung für die High-End-Lösung
Dass in ein Haimer Microset-Gerät investiert wird, war sehr schnell klar. Schon bisher war das
Fertigungsteam bei BERG mit den Microset-Geräten hochzufrieden. „Haimer pflegt
die gleiche Qualitätsphilosophie wie wir“, sagt Oliver Oberkoch. „So war letztlich
die gebotene Technik in höchster Qualität kaufentscheidend.“
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Papierlose Fertigung: Über den Touchscreen des Industrie-PC kann der Bediener unter anderem die Ist-Daten der Werkzeuge digital an die Maschine übertragen.Haimer
Das Microset VIO
linear ist als Komplettlösung im Bereich der vollautomatischen High-End-Voreinstellgeräte
konzipiert. Bei Berg kommt das Standardgerät 20/50 zum Einsatz, das perfekt zu
den Anforderungen passt. Laut Oberkoch wären die 400 mm Höhe eines neuen Microset
UNO – das auch in der Auswahl stand – nicht ausreichend gewesen. Das VIO 20/50 hingegen
lässt es zu, Werkzeuge bis zu 500 mm Länge zu vermessen, die Berg unter
anderem fürs Tieflochbohren benötigt.
Thorsten Böker,
der zuständige technische Verkaufsrepräsentant von Haimer, erwähnt einige
technische Details, die für die Qualität entscheidend sind: „Das Gerät verfügt
über eine FEM-optimierte und thermostabile Grauguss-Konstruktion, die durch
hohe Steifigkeit überzeugt. Dadurch entsteht auch bei maximal zulässiger
Belastung so gut wie keine Verwindung. Der Linearantrieb ist einzigartig. Er gewährleistet
ein schnelles, geräuschloses und hochgenaues Positionieren. Mit einer
Wiederholgenauigkeit von ±2 µm und einer Rundlaufgenauigkeit an der
Spindel von ebenfalls 2 µm erfüllt das VIO linear höchste
Präzisionsanforderungen.“
Ein wichtiges
Element ist die ISS-Ultra-Präzisionsspindel. Sie arbeitet mit dem gleichen
Spannsystem wie die Produktionsmaschine, wodurch sich hochgenaue, praxisnahe
Messergebnisse erzielen lassen.
Offen für den
Datenaustausch mit diversen Werkzeugverwaltungssystemen
Ein weiterer entscheidender
Vorteil des Haimer Microset Systems ist die Offenheit für die Kommunikation mit
Drittsystemen. Haimer Microset bietet über 50 Schnittstellen zu Systemen verschiedener
Anbieter und unterstreicht damit seine Flexibilität und Kundenorientierung. „Es
war für uns ein entscheidendes Kriterium, dass unser neues Voreinstellgerät mit
der COSCOM-Software Daten austauschen kann“, betont Oliver Oberkoch. „ Haimer konnte uns eine perfekt funktionierende Schnittstelle liefern und war uns auch
durch neuprogrammierte Postprozessoren für unsere Bearbeitungszentren eine
große Hilfe.“
Um die Arbeit mit
dem Haimer Microset VIO linear möglichst einfach zu gestalten, ließen die
Verantwortlichen statt einem Monitor gleich zwei installieren. Die Mitarbeiter
in der Werkzeugvoreinstellung können sich so auf einem Bildschirm den
Zusammenbau anschauen, während auf dem anderen Bildschirm die Messsoftware
läuft. So sind optimale Arbeitsabläufe gewährleistet und der Maschinenbediener
hat direkt alles im Blick.
Durchgängiger digitaler Workflow
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Vertriebsleiter Wenge bestätigt: „Mit
dem Haimer Microset VIO linear und der Verknüpfung zur COSCOM-Software haben
wir einen großen Schritt in Richtung Industrie 4.0 getan und unsere
Systemlandschaft auf diese beiden Elemente vereinfacht.“ Die verbesserte
digitale Verknüpfung reduziert die Fehleranfälligkeit erheblich. „Vorher konnte
man noch aus Versehen die falschen Werkzeugdaten einlesen. Das ist heute fast
ausgeschlossen", ergänzt Oliver Oberkoch. „Das NC-Programm sowie alle
fertigungsrelevanten Informationen und Werkzeugdaten werden über eine
einheitliche Oberfläche übertragen, was zu sehr hoher Prozesssicherheit führt.“
v.l.n.r.: CAM-Programmierer Oliver Oberkoch, Vertriebsleiter Christian Wenge und Marketingleiter Hendrik Bönisch (alle Berg Spanntechnik).Haimer
Und so sieht der durchgängig
digitale Prozess aus: Wenn ein neuer Fertigungsauftrag eintrifft, wird das
Bauteil im CAD/CAM-System programmiert. Dazu lassen sich die Werkzeugdaten
beziehungsweise die digitalen Zwillinge der Werkzeuge übers
Werkzeugverwaltungssystem einlesen. Ist die Programmierung abgeschlossen, werden
die Werkzeugdaten an die Werkzeugvoreinstellung übertragen. Der zuständige
Mitarbeiter ruft sich diese Daten auf und weiß dann genau, wie die Werkzeuge
zusammengebaut werden müssen, damit das Programm funktioniert.
Anschließend vermisst
er die Werkzeuge über die Microset-Software und legt die Ist-Daten der
Werkzeuge über einen Haimer-Postprozessor auf dem Server ab. Der
Maschinenbediener kann sich dann an einem IPC-Terminal in unmittelbarer Nähe
der Maschine das Datenblatt seines zu fertigenden Bauteils aufrufen und das
Programm einlesen. Über die gleiche Oberfläche schickt er schließlich die
Werkzeugdaten an die Maschinensteuerung und startet den Zerspanungsprozess.
Oliver Oberkoch weist darauf hin, dass die grundsätzlichen Vorteile der
Werkzeugvoreinstellung nach wie vor gelten: „Wir verzeichnen zudem beim Rüsten einen
Zeitgewinn, der sich allerdings nicht exakt quantifizieren lässt, sondern je
nach Fertigungsfall unterschiedlich ausfällt.“
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Wertvolle
Partnerschaft
Oberkoch
begleitete die Einführung des neuen Microset-Geräts VIO linear von A bis Z und findet
lobende Worte für den Partner Haimer: „Die Unterstützung war perfekt, sei es
hinsichtlich der Schnittstelle zu unserer bestehenden Werkzeugverwaltung oder
auch der Programmierung der Postprozessoren. Ganz so, wie wir es von HAIMER aus
anderen Bereichen gewohnt sind.“
Schließlich sind
bei Berg Spanntechnik viele weitere Haimer-Produkte im Einsatz, zum Beispiel
die gesamte Palette der Schrumpftechnik – vom Schrumpfgerät Power Clamp bis zu
verschiedenen Schrumpfaufnahmen und -verlängerungen. Außerdem nutzt BERG weitere
Werkzeugaufnahmen, Aufsteckfräsdorne und testet derzeit Werkzeuge mit Duo-Lock-Schnittstelle
fürs Reiben in harten Materialien. Oliver Oberkoch resümiert: „Es ist für uns
ein großer Vorteil, dass Haimer ein Systemanbieter für den gesamten
Werkzeugbereich rund um die Werkzeugmaschine ist.“