Die G200 ist eine produktive Einheit, mit vielseitigem Einsatzspektrum, ausgelegt für die Komplettbearbeitung und ergonomisch im Handling. - Bild: fertigung

Die G200 ist eine produktive Einheit, mit vielseitigem Einsatzspektrum, ausgelegt für die Komplettbearbeitung und ergonomisch im Handling. - Bild: fertigung

Ausgestattet mit einem ausserordentlich steifen Maschinenbett, einem dritten Werkzeugträger, leistungsgesteigerten Antrieben und größerer Drehlänge, bietet die G200 optimale Voraussetzungen für einen multifunktionalen, produktiven Einsatz in der Komplettbearbeitung beim Drehen/Fräsen, sowohl von Stangenmaterial als auch Futterteilen. Ihre Vorteile sind: steifer Aufbau, sehr flexibler Werkzeugeinsatz, leistungsstarke Antriebe, breites bearbeitbares Werkstückspektrum und gute Flächennutzung.

Maschinenaufbau

Index CAD Achsen
Aus dem Index-Systembaukasten sind die einzelnen Funktionalitäten sinnvoll angeordnet. Steifigkeit, thermische und dynamische Stabilität und Schwingungsdämpfung sind die Haupteigenschaften der konstruktiven Auslegung. – Bild: fertigung

Das Layout der neuen G200 entstand nach einer Marktanalyse bei den Kunden, die die Auslegung nach wirtschaftlicher Bearbeitung als erste Priorität nannten, ein Dreh-Fräszentrum mit der Wirtschaftlichkeit eines Drehautomaten war gefordert. Als weitere Vorgabe stand, eine flächengleiche Maschine zum Vorgängermodell zu generieren, dazu wurde konstruktiv eine hohe Entwicklungsstufe benötigt, um die Zusatzfunktionalitäten unterzubringen.

Ein neues, schwingungssteifes Graugussbett wurde als Rohrquerschnitt ausgelegt und vertikal ausgerichtet, FEM gerechnet, die Verrippung torsionsorientiert. All dies bildete die Basis für die neue G200, auch um eine Genauigkeitsbearbeitung zu realisieren, ein Standard bei Index.

Index G200 Bearbeitung
Bei der Bearbeitung kann der über die Drehung der B-Achse eine winklige Bearbeitung am Werkstück durchgeführt werden. – Bild: fertigung

Die Grundkörper für Schlitten-, Spindel-, Werkzeugträger- und Fräseinheiten sind ebenfalls in Grauguss ausgeführt. Die Drehlänge der G200 wurde auf 660 mm erweitert, und durch die Neukonstruktion des Betts wurde der Einbau eines weiteren unteren Werkzeugträgers möglich, der mit dazu beiträgt, die Produktivität der Maschine weiter zu steigern. Dies wurde auch durch den Einbau einer zusätzlichen Y-Achse in allen Werkzeugträgern mit ermöglicht. Index spricht hier von Stückzeitreduzierungen bei bestimmten Produkten von bis zu 30 Prozent. Die je 14 Werkzeuge auf den Revolvern können allesamt angetrieben ausgeführt werden mit bis zu 7200 min-1.

Die markanteste Neuerung betrifft den oberen Werkzeugträger – mit B-Achse – und leistungsgesteigerter Frässpindel (HSK A40). Mit jetzt 22 kW-Leistung und mit einem Drehmoment von 52 Nm ausgestattet, kann sie ein breites Werkzeugspektrum nutzen, von Messerköpfen bis zu filigranen Bohrern. Die Versorgung wird durch ein Werkzeugmagazin mit sechs Werkzeugplätzen realisiert, das seitlich durch eine Luke in den Arbeitsraum gefahren wird, zur Übergabe der Werkzeuge an die Arbeitsspindel. Auch der obere Revolver mit B-Achse verfügt über 14 Werkzeugplätze und hat ebenfalls eine zusätzliche Y-Achse.

Meine Meinung

Mit der 2. Generation G200 hat Index ein auf wirtschaftliche Bearbeitung getrimmtes, flexibel einsetzbares und genau bearbeitendes Dreh-Fräszentrum für die Komplettbearbeitung realisiert. Basis dafür sind das torsionssteife Maschinenbett, die leistungsstarken Bearbeitungseinheiten und die eigene Steuerung. Konstruktiv wurde die Unterbringung von 13 Achsen im ergonomisch zugänglichen Arbeitsraum sehr gut gelöst. Der Kunde kann mit der Varianz an möglichen Bearbeitungen jede komplexe Teilegeometrie fertigen. Die Bedienplattform – X-Panel i 4.0 ready – hat eine offene Struktur, lässt sich spezifisch mit angebotenen Optionen erweitern und bietet diverse Möglichkeiten der eigenen Erweiterung, so dass die Anforderungen von Industrie 4.0 voll erfüllt sind.
Edwin Neugebauer

Haupt- und Gegenspindel sind baugleich ausgeführt und verfügen über nahezu gleiche Leistungsdaten, auch die dynamische Z-Achse der Gegenspindel trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Bearbeitung bei. Anstatt der Gegenspindel kann als Option auch ein Reitstock aufgebaut werden. Bei Bearbeitung von langen, schlanken Teilen kann darüber hinaus noch eine zusätzliche Lünette auf einen der unteren Werkzeugrevolver eingesetzt werden.

Index G200 Parkposition
Die beiden unteren Revolver können jeweils in Parkposition gefahren werden, so dass der jeweils andere oder der obere Revolver dann die komplette Drehlänge bearbeiten können. – Bild: fertigung

Eine weitere, sehr anwenderfreundliche Funktionalität sind die Parkpositionen der unteren Werkzeugträger. Konstruktiv wurde die Möglichkeit geschaffen, dass die Revolver jeweils so unter die Arbeitsspindeln fahren können, dass jeweils einem der unteren Revolver die komplette Drehlänge von 660 mm zur Verfügung steht, um lange Wellen ohne abzusetzen überdrehen zu können.

In der häufigsten Anwendung wird die Maschine mit einem Stangenlader betrieben. Die Entnahme der Fertigteile übernimmt dann ein integriertes Portal, das die Werkstücke auf ein Transportband ablegt.
Für die Futterbearbeitung steht ein indexeigenes Werkstückhandhabungssystem (Index-WHU) zum automatischen Be- und Entladen der Werkstücke zur Verfügung.

In Summe bietet die G200 dem Anwender eine Flexibilität in Vollendung, und der Programmierer kann die Bearbeitungsaufteilung optimal nach Wirtschaftlichkeit im Prozess gestalten. Bis zu vier Werkzeugschneiden gleichzeitig im Eingriff, und dies flexibel an der Haupt- oder der Gegenspindel, garantieren ein Optimum an Effizienz. Auch die Genauigkeit in der Bearbeitung, immer ein Highlight bei Index, liegt bei dieser Maschine im Bereich < 10 µm.