Welche Vorteile bringen Zentrischspanner in der Fertigung
Mit der richtigen Beratung fand Fraune Metallbearbeitung den Schlüssel zu mehr Effizienz und Flexibilität. Dank Gressel-Spanntechnik ist das Unternehmen heute optimal für automatisierte Fertigung und künftiges Wachstum aufgestellt.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Bei der automatisierten Fertigung mit einem 5-Achs-BAZ ‚Hedelius Acura 65‘ fertigt Fraune Metallbearbeitung mit einem umfangreichen Werkzeugmagazin, großem Palettenspeicher sowie Werkstückspanntechnik von Gressel.Gressel)
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Um Bauteile so prozesssicher wie effizient spannen zu
können, muss für jeden Werkstückpool das richtige Spannmittel gefunden werden.
Wie entscheidend dabei Beratung sein kann, zeigte sich bei Fraune
Metallbearbeitung, wo anfangs auf Festbackenspanner gesetzt wurde. Zum Umdenken
brachte die Delbrücker Reiner Hartmann von Gressel. Eine Neuorientierung, die
sich bis heute als investitionssicher erwiesen hat – etwa bei der Bestückung
eines automatisierten 5-Achs-BAZ.
Für die Zerspanung nutzen die Delbrücker einen
Technologiepark, der aus 3-Achs- und 5-Achs-BAZ, Dreh-Fräsmaschinen sowie
3-D-CAD/CAM-Systemen besteht. Im Zusammenspiel mit taktiler 3-D-Messtechnik ist
das Unternehmen damit in der Lage, komplexe Geometrien hochgenau zu fertigen –
vom Prototypen bis zur Serie. Diese Fähigkeiten ergänzt Fraune um Leistungen
wie das 2-D-Laserschneiden und das Schweißen zur Baugruppenfertigung sowie die Oberflächenveredlung
per Eloxieren, Galvanisieren, Verzinken, Verchromen oder Pulverbeschichten.
Gegründet wurde das Unternehmen 1991 von Martin Fraune,
wobei über das konventionelle Drehen und Fräsen, das Flach- und Rundschleifen
anfangs noch Einzel- und kleine gewerbliche Kunden bedient wurden. 2012 stieg
dann Sohn Heinrich in die Firma ein und trieb seither die Umstellung auf
CNC-Technik konsequent voran. Bereits im selben Jahr kam so die erste
5-Achs-Maschine ins Haus. „Das war auch der Moment, an dem die Entscheidung für
eine bestimmte Werkstückspanntechnik anstand“, erzählt Fraune. Mit Schnell- und
Festbackenspannern gab es dabei mehrere Optionen, in die natürlich auch die
Kosten hineinspielten. Für seinen Vater jedoch war klar: „Du kannst jetzt
günstig kaufen, aber dann wirst du dich irgendwann noch einmal mit dem Thema
beschäftigen. Oder du kaufst bei Gressel und hast Ruhe.“ So ist es dann auch
gekommen. Dass der Juniorchef mit seiner Entscheidung richtig lag, zeigt sich
daran, dass der Spanner von damals bis heute im Rennen ist. Nach fast 13
Dienstjahren. „Er hat sein Geld verdient und tut es weiter“, so Fraune und
meint den ‚Gripos‘ von Gressel.
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Maßgeblich für die Entscheidung zugunsten des
Schnellspanners war vor allem auch die Beratung durch Hartmann,
Vertriebstechniker DE Nord & Ost bei Gressel, der Fraune erst einmal die
Flexibilität gegenüber dem Prägesystem aufzeigte. „Ich war ja kurz davor, in
die Prägetechnik einzusteigen. Gott sei Dank habe ich es nicht getan, denn mit
unseren Teilen wir sind viel zu breit aufgestellt. In 90 Prozent der Fälle
hätte das nicht funktioniert“, sagt er. Hartmann dazu: „Wenn ein junger
Unternehmer eine neue Maschine gekauft hat und um jeden Cent kämpft, braucht man
schlagkräftige Argumente.“ Weil der Festbackenspanner gemeinhin als etwas
genauer gilt, gehörte dazu auch der Nachweis, dass der Gripos die geforderte
Präzision dauerhaft erreicht. Und das bei verschiedensten Anwendungen sowie
Materialien. Und das in Dimensionen von 250 x 250 x 250 mm und Losgrößen von 1
bis 1.000. Heute steht das
Resümee von Fraune längst
fest: „Er ist bis jetzt der flexibelste
Schraubstock, den wir haben.“
Um der Forderung verschiedener Kunden nach Serien gerecht zu
werden, muss Fraune bis heute regelmäßig wachsen. Flankiert wird dies durch
Automatisierung, wobei die Erfahrung gezeigt hat: Das Automatisieren von
Bestandsmaschinen ist nicht selten mit ungeplanten Folgen verbunden. Als der
bislang letzte Kauf einer 5-Achs-Maschine anstand, favorisierte Fraune daher schon
bald eine Komplettlösung von Hedelius. „Die Produktion über Nacht und am Wochenende
hätte mit einer nachgerüsteten Bestandsmaschine nicht funktioniert“, ist er überzeugt.
Die Automatisierung der ‚Acura 65‘ dagegen wurde mit einem umfangreichen Werkzeugmagazin
abgesichert. Hinzu kamen ein Palettenspeicher für 22 Paletten sowie weitere zwölf für das Vorrüsten. Beim Werkstückspannen setzte Fraune einmal mehr auf die
durchgängigen Systeme von Gressel. „Heute bereiten wir die jeweiligen
Spannmittel vor, bauen sie auf die Hedelius-Paletten auf und arbeiten mit
unterschiedlichsten Batches. So kommt etwa ein Serienteil auf die Paletten 1
bis 14. Auf den anderen acht fertigen wir zum Beispiel variabel per Nullpunktspannsystem.“
Bei der Fertigung langer Teile auf einer ‚Hedelius BC 60‘ setzt Fraune den Festbackenspanner SC2.0 ein, kombiniert aber auch mehrere Zentrischspanner C.20.Gressel)
Auch mannlos arbeiten die Delbrücker in dieser
Konstellation. „Dafür rüsten wir entsprechend um, sodass die Maschine in die
Nacht oder das Wochenende hinein autark arbeiten kann.“ Die Bearbeitung der
Teile erfolgt üblicherweise in einer ersten Spannung, dann wird umgespannt und
die andere Seite bearbeitet. Nichts Ungewöhnliches also. Auf der Acura kommen
dafür Zentrischspanner C.20 in der Baugröße 125 zur Anwendung. Dass Fraune mit
ihnen „nie Probleme hatte“, ist auf die hohe Spannkraft bis 35 kN genauso zurückzuführen wie
auf die hohe Präzision. „Zugleich lassen sich viele Umbaumöglichkeiten schnell
realisieren“, berichtet Fraune. „Zum Beispiel der Aufbau von zwei
Zentrischspannern oder die Verwendung schwimmender Backen. So machen wir aus
dem C.20 einen 4-fach-Spanner und können mit 22 Paletten 88 Teile fertigen.“
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Regelmäßig arbeiten die Delbrücker auch mit dem Nullpunktspannsystem ‚Gredoc‘, mit dem sich diverse Spannvorrichtungen besonderes flexibel einsetzen lassen.
Der C.20 125 bildet stets die Basis der Erstseitenbearbeitung. Aber auch kürzere
Ausführungen finden Anwendung. Hinzu kommt in der Leistenspannung der kleine Bruder
des C.20, der Festbackenspanner SC2.0. Schließlich wird im Messraum – neben dem
C.20 – der kleine C3 eingesetzt, der neueste Zentrischspanner aus dem Hause
Gressel. „Als der Kollege den C3 das erste Mal gesehen hat, nahm er ihn gleich
auf seine Messmaschine.“
Der Zentrischspanner C3 wird von Fraune nicht nur – wie hier – an einer taktilen Messmaschine eingesetzt, mit Spannkräften bis 16 kN und hoher Zugänglichkeit ist er auch in der Zerspanung „richtig klasse“.Gressel)
Dass er auch das Gredoc einsetzt, zeigt einmal mehr
die Durchgängigkeit der Gressel-Systeme. „Um das Potenzial der Automation mit
der Acura 65 voll ausschöpfen zu können, hat Fraune größer gedacht und die
5-Achs-Maschine mit einem großen Werkzeugmagazin, einem großen Palettenspeicher
sowie universellen Spannmitteln ausrüsten lassen“, zieht Michael Jürging Bilanz,
Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens für Werkzeugmaschinen und Zerspanungstechnik,
das Hedelius wie auch Gressel vertreibt. „Dabei sind wir unserem Motto treu
geblieben, im Haus möglichst immer alles mitzuziehen“, ergänzt Fraune. „Wenn
wir in der Fertigung einen Schritt nach vorn gehen, tun wir das möglichst auch in
anderen Bereichen.“ Und meint hier den Messraum. Beratung sei dabei immer
wieder wichtig. „So sind wir zum Beispiel bei der Fertigung eines Bauteils vom
Quader auf das Rundteil gegangen. Nach einem Hinweis von Reiner Hartmann
konnten wir mit acht Paletten und zwei Gredoc auf 16 Teile erhöhen.“ Hartmann
gehe auch schon mal per Post ein Musterteil zu, für das eine Lösung zu finden
sei. Zum Beispiel für kleine Teile. „Dem C3, der daraufhin bei uns eintraf,
haben wir in der Zerspanung erstmal nichts zugetraut. Wir hatten Bedenken
hinsichtlich der Stabilität und Haltekräfte. Inzwischen wissen wir: Der ist
richtig klasse. Vor allem auch in der Zugänglichkeit.“
Fraune ist bei der Werkstückspanntechnik heute
zukunftssicher aufgestellt. Zumal diese wie Lego funktioniert: Gibt es ein
spezielles Bauteil, lassen sich zum Beispiel auf das Gredoc immer wieder die
passenden Ergänzungen aufbauen. „Deshalb sind wir froh, dass wir mit dem Zentrischspanner
ebenso in Richtung Nullpunktspannsystem gegangen sind. Vom Gressel-Baukasten
ausgehend, sind die Systeme durchgängig erweiterbar.“
Quelle: Gressel AG
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bearbeitet von: Sabine Königl
FAQ – Zentrischspanner und automatisierte Fertigung bei Fraune
Was ist ein Zentrischspanner?
Ein Zentrischspanner ist ein Spannmittel, das Werkstücke
mittig zwischen zwei beweglichen Backen einspannt. Dies ermöglicht hohe
Präzision und Wiederholgenauigkeit – ideal für 5-Achs-Bearbeitungen und
automatisierte Prozesse.
Warum hat sich Fraune für Gressel-Zentrischspanner
entschieden?
Entscheidend war die Kombination aus hoher Flexibilität,
Präzision und durchdachter Beratung durch Gressel. Die Spanntechnik ließ sich
problemlos in automatisierte Abläufe integrieren und unterstützt vielfältige
Werkstückformen und -größen.
Welche Vorteile bringen Zentrischspanner im Vergleich zu
Festbackenspannern?
Zentrischspanner bieten eine deutlich höhere Flexibilität,
da sie sich an wechselnde Geometrien anpassen lassen. Zudem ermöglichen sie
eine zentrale Spannung, was bei 5-Achs-Bearbeitungen wichtig für die
Zugänglichkeit und Genauigkeit ist.
Welche Spannsysteme nutzt Fraune aktuell?
Fraune verwendet den Schnellspanner Gripos, den
Zentrischspanner C.20 in verschiedenen Konfigurationen sowie das
Nullpunktspannsystem gredoc. Für kleinere Teile kommt auch der neue
C3-Zentrischspanner zum Einsatz.
Wie unterstützt Gressel die Automation bei Fraune?
Durch modulare, kombinierbare Spannsysteme, die sich perfekt
in die Palettentechnik der Hedelius Acura 65 integrieren lassen. So können bis
zu 88 Teile über Nacht oder am Wochenende mannlos gefertigt werden.
Warum ist Beratung bei der Auswahl der Spanntechnik so
wichtig?
Die richtige Spanntechnik ist entscheidend für
Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Eine qualifizierte Beratung – wie
durch Reiner Hartmann von Gressel – hilft dabei, Fehlinvestitionen zu vermeiden
und zukunftssichere Lösungen zu finden.
Welche Rolle spielt das Nullpunktspannsystem?
gredoc ermöglicht den schnellen und wiederholgenauen Wechsel
von Spannmitteln und Werkstücken. Dies reduziert Rüstzeiten erheblich und
erlaubt eine flexible Reaktion auf unterschiedliche Fertigungsanforderungen.