Messtaster OMP60

Entlastet das Personal und verkürzt Rüstzeiten: Messtaster OMP60 mit optischer Datenübertragung zum automatisierten Erfassen der Lage aufgespannter Rohlinge. - Bild: Renishaw

Anton Sukale
Anton Sukale, Konstrukteur und Produktionsleiter bei Schlögl Hydraulik in Wernberg: "Wegen umfassender Vorteile haben wir uns entschieden, Werkzeuglängen und Werkzeugdurchmesser sowie die Lage aufgespannter Rohlinge mit Messtastern von Renishaw zu messen."

Die Werkstücke sind durchaus speziell: "Unsere Bauteile kann man oft sprichwörtlich als Schweizer Käse bezeichnen", erläutert Anton Sukale, Produktionsleiter bei Schlögl Hydraulik, die Konstruktion eines etwa 350 x 200 x 120 mm messenden Hydraulikblocks. "Speziell die Steuerblöcke: Diese Bauteile bestehen aus einer speziellen Stahllegierung. Die Kosten für Rohlinge betragen etwa das 8- bis 10-Fache, verglichen mit gängigen Stählen, die höherfest und korrosionsbeständig sind." Ursache dafür sind die besonderen Eigenschaften dieser Legierung. Verglichen mit üblichen zähharten Stählen lässt sie sich besonders gut spanend bearbeiten. Beim Bohren und Fräsen bilden sich nur kurze Bröckelspäne. "Da wir in die Steuerblöcke sehr viele, sehr tiefe und schlanke Bohrungen einbringen müssen, bevorzugen wir selbstverständlich diese Werkstoffeigenschaften", berichtet Sukale.

Hohe Kosten für Rohlinge

Allerdings müssen die Fachkräfte äußerst sorgfältig arbeiten. Ausschuss ist unbedingt zu vermeiden. "Nicht nur die hohen Kosten für Rohlinge, sondern auch die sehr langen Beschaffungszeiten von teilweise mehreren Monaten müssen wir unbedingt vermeiden", betont Sukale. Denn beim Ausrüsten der schweren Lkw für den Straßenunterhalt zählen vor allem hohe Flexibilität und kurze Lieferzeiten.

LKW mit hydraulisch einstellbaren Anbauplatten
Universell und flexibel nutzbar: Der Hydraulikspezialist Schlögl rüstet schwere Lkw unter anderem mit rechnergesteuerten, hydraulisch einstellbaren Anbauplatten zum wechselnden Einsatz von Kehrwalzen, Schneepflügen, Schneeschleudern und anderen Anbaugeräten für den Straßenunterhalt aus. - Bild: Renishaw

Beinahe jedes Fahrzeug wird individuell ausgestattet. Deshalb gibt es für einzelne Lkw keinen Ersatz. Auftraggeber, die Neufahrzeuge oder bestehende Lastkraftwagen von Schlögl aus- und umrüsten oder modernisieren lassen, wollen selbstverständlich Ausfallzeiten minimieren. Denn sie investieren mehrere hunderttausend Euro für ein universell ausgestattetes Fahrzeug, das beispielsweise flexibel für Reinigung, Wartung und Winterdienst einsetzbar ist.

Prozesssicherheit

"Um flexibel, schnell und dennoch äußerst prozesssicher zu arbeiten, haben wir uns für das automatisierte Überwachen und Messen der Werkzeuglängen und Werkzeugdurchmesser mit Messtastern TS27R von Renishaw entschieden", sagt Sukale zur Ausstattung seiner Micromill-Bearbeitungszentren von Volz Maschinenhandel. Zu dieser Entscheidung hat beigetragen, dass Renishaw seine Messtaster problemlos an die vom Maschinenhersteller bevorzugte NC-Steuerung von Fagor anbinden konnte. Mit umfangreichen Schnittstellen und spezialisierten Softwareroutinen will Renishaw dem Anwender auch für diese eher exotische Steuerungstechnik alles zur Verfügung stellen, damit dieser bei kürzester Inbetriebnahmezeit mit den Messtastern wirtschaftlich und zuverlässig arbeiten kann. Die Subroutinen zum Messen der Werkzeuglängen lassen sich einfach auf Tastendruck in jedes NC-Programm integrieren.

Steuerblöcke für Mobilhydraulik
Nicht nur außen ein "Schweizer Käse": In kompakten Steuerblöcken für Mobilhydraulik sorgen eine Vielzahl Bohrungen unterschiedlicher Durchmesser und Tiefen für ausgeklügelte Steuerfunktionen auf minimalem Raum. - Bild: Renishaw

Das Tastersystem TS27R ist auf dem Arbeitstisch des Bearbeitungszentrums aufgebaut. Beim Einwechseln eines Werkzeugs öffnet automatisch die Schutzkappe über dem Taster, die das Eindringen von Spänen verhindert. Die Maschine fährt das Werkzeug auf den Taster, der seinen Messwert als Korrektur an die NC-Steuerung sendet. "Mit diesem automatischen Messen der Werkzeuglängen und der Werkzeugdurchmesser versichern wir uns, dass Bohrungen mit dem vorgesehenen Durchmesser exakt auf die programmierte Tiefe bearbeitet werden", sagt dazu Sukale.

Hohe Genauigkeit

Wegen der zahlreichen, von allen sechs Außenflächen in den Steuerblock eingebrachten Bohrungen, die oft sehr dicht aneinander stehen, ist diese Genauigkeit unabdingbar. Um einen kompakten Aufbau der Steuerblöcke zu verwirklichen, sind die Wanddicken sehr knapp kalkuliert. Speziell entscheidend ist die Kenntnis der exakten Werkzeuglänge vor allem bei Stufenbohrern. Sie fertigen Steuerkanten und Bohrungen unterschiedlicher Durchmesser in einer Operation und somit Geometrien, die über die Funktion der Steuerblöcke entscheiden. "Schon bei nur minimal zu tief reichenden Bohrungen kann ein Steuerblock komplett Ausschuss sein", führt Sukale aus. "Es besteht die Gefahr, dass beim Betrieb der Hydraulik aufgrund der hohen Drücke eine Wandung zwischen den Bohrungen durchbrochen wird. Wegen der hohen Kosten und der langen Zeiten zum Beschaffen von Rohlingen sowie der dann verlorenen, bereits in die Bearbeitung des Steuerblocks investierten Fertigungszeit wollen wir das unbedingt vermeiden."

Im Profil

Schlögl Hydraulik GmbH


Das Unternehmen wurde im Jahr 1985 von Gerhard Schlögl zunächst als Fertigungsbetrieb für Hydraulikzylinder und -ersatzteile gegründet. Daraus hat sich ein Unternehmen mit heute 45 Fachkräften in Konstruktion, Fertigung, Montage und Vertrieb entwickelt. Derzeit befindet es sich im Generationenwechsel mit dem Übergang der Geschäftsführung auf Stefan Schlögl, einen der beiden Söhne des Gründers. Außergewöhnliches Wachstum verwirklicht das Unternehmen mit seiner spanenden Fertigung, mit Blechbearbeitung sowie Schweiß- und Montagearbeiten. Die Spezialisten produzieren Ersatzteile nach Skizzen und Mustern, darunter Hydraulikzylinder und komplette Aggregate. Zudem fertigen sie sämtliche Komponenten für die selbst konstruierten Mobilhydraulikanlagen. Dafür verfügen sie zum einen über Anlagen zum Trennen, Stanzen und Schweißen von Blechen, zum andern über vier Zyklen- und CNC-Drehzentren (Kern, Gildemeister) sowie über mehrere drei- und fünfachsige vertikale Bearbeitungszentren Mikromill von Volz Maschinenhandel GmbH in Witten.