BW MCT 900 Gesamtmaschine

Die Bearbeitungszentren der MCT-Baureihe sind auf Komplettbearbeitung ausgelegt. Speziell die Neuauslegung der Drehtische mit Torqueantrieb und die Adaption der Drehwerkzeughalter am Schwenkkopf bringen optimale Verhältnisse beim Drehen. - Bild: Burkhardt+Weber

Bearbeitungszentrum MCT 900 von Burkhardt+Weber

Die Vorteile in der MCT liegen vor allem bei der steifen und dynamischen Achskinematik, in der Nutzung der neuen Funktionalitäten für Drehoperationen und in den Einsatzmöglichkeiten der reichhaltig vorhandenen Automatisierungskomponenten für das Werkstück- und Werkzeughandling.

Maschinenaufbau

Die neue MCT-Baureihe besteht im Maschinenaufbau aus Baugruppen der MCX-Baureihe und deckt von 1400 bis 2800 mm Störkreis eine große Bandbreite an Maschinen ab. Neue Baugruppen sind die Torque-Tischkonstruktion mit den

Auswuchtfunktionalitäten bei exzentrischen Tischlasten und ein automatisch einwechselbarer Drehwerkzeughalter, der sich separat am Schwenkkopf über vier hydraulische Spanneinsätze abstützt und dadurch die Lager der Hauptspindel nicht belastet. Verfahrgenauigkeiten im Langzeitbetrieb sind für B+W sehr wichtig, daher werden diverse Maßnahmen zur Verifizierung durchgeführt. Wärmeerzeuger, wie Getriebe, Hauptspindel, Torquetisch und Schwenkkopf mit Träger werden über mehrere Kühlkreisläufe gekühlt. Zusätzlich wird über eine Temperaturmessung am vorderen Lager der Spindel wird eine Kompensation der Achspositionen in Z-Richtung in der Steuerung verrechnet. Auch die Kühlschmiermittelversorgung ist temperaturgeführt. Ein Sensor in der Z-Achse wird in der Regelung mit berücksichtigt.

Meine Meinung

Mit den neuen Baugruppen, Drehstahladapter und Torquetisch, wurde die MCT 900 sehr gut für die Drehbearbeitung qualifiziert. Die Abstützung des Drehstahlhalters am Schwenkkopfgehäuse ist bestens geeignet, auch schwere Schnitte zu bewältigen, was beim Maschinencheck eindrucksvoll gezeigt wurde. Die Zugänglichkeit zum Arbeitsraum, alle notwendigen Bedienelemente im Griffbereich und auch das neue Bedienfeld mit übersichtlichem Layout unterstützen den Bediener in hervorragender Weise. Bei der Automatisierung der Werkstückbereitstellung und Werkzeugversorgung ist ein reichhaltiges Spektrum an Baugruppen vorhanden. Der Kunde wird individuell bedient.
Edwin Neugebauer

Schwenkkopf

BW MCT 900 Schwenkkopf
Die Bearbeitungseinheit ist das Herzstück der Maschine. Sie wird über ein steifes YRT-Lager mit Ø 480 mm abgestützt. Bei schweren Schnitten kann sie zusätzlich hydraulisch geklemmt werden. Eine leistungsstarke Hauptspindel (41 kW (S1) und 2000 Nm) erlaubt Schrupp- und Schlichtbearbeitungen. - Bild: Burkhardt+Weber

Im Aufbau der Bearbeitungseinheit setzt Burkhardt+Weber auf seine bewährte Technik in der unter 45° eingebauten Schwenkkopfeinheit. Die Drehung des Fräskopfs übernehmen zwei NC-Antriebe mit nachgeschaltetem Getriebesatz. Diese Anordnung zeigt, dass der Kopf bei voller Leistung im Span simultan mit allen Achsen gefahren werden kann. Bei besonders schweren Schnitten und fester Position des Fräskopfs wird die Steifigkeit der Einheit zusätzlich durch eine hydraulische Klemmung der Schwenkachse gewährleistet. Die Hauptspindel wird mechanisch steif über einen zweistufigen Getriebesatz mit Schrägverzahnung und 41 kW (S1) Leistung angetrieben. Bis zu 2000 Nm an Drehmoment können bei der Zerspanung über den Schwenkkopf abgerufen werden. Bei Implementierung einer vollwertigen Drehfunktion war es wesentlich, die Lager einer stillstehenden Hauptspindel nicht zu belasten, wie sie etwa bei unterbrochenen Schnitten mit Schlagbelastungen beaufschlagt werden. Für das Drehen hat B+W einen Drehwerkzeughalter entwickelt, der aus dem Magazin eingewechselt wird, sich am äußeren Gehäuse der Hauptspindelhülse abstützt und damit komplett von der Spindellagerung abgekoppelt ist. Die Klemmung mit 8 t Klemmkraft geschieht über eine Art Nullpunktspannung mit vier Spannzylindern. Diese massive Klemmung erlaubt höhere Querkräfte beim Drehen als ein in der Hauptspindelaufnahme positionierter Drehstahl. Die Werkzeugaufnahme für die Drehwerkzeuge ist gleich wie die der Hauptspindel.

Tischeinheit

BW MCT 900 Werkzeugmagazin
Eine Domäne bei B+W ist die Werkzeugbereitstellung. Systematisch, organisiert und schnell verfügbar. Magazingrößen werden dem Kundenbedarf angepasst, Kapazitäten bis 608 Werkzeuge sind machbar. - Bild: Burkhardt+Weber

Bei einem direkt angetriebenen Drehtisch wird Wärme einmal durch den Torquemotor erzeugt und auch bei Einsatz berührender Dichtungen durch Reibungswärme bei der Mediendurchführung am Tisch. Beide Effekte beeinflussen direkt die Arbeitsgenauigkeit am Werkstück. An beiden Wärmequellen hat B+W mit hohem konstruktiven Aufwand und langwierigen Tests, Eigenbaulösungen entwickelt und sehr effektive Abhilfe geschaffen. Der Torquemotor wird kopfseitig gekühlt, und für die Dichtung am Tisch ist bei einer 16-kanaligen Mediendurchführung, eine berührungslos arbeitende Spaltdichtung mit wenig Leckverlusten implementiert. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Langzeitstabilität und -genauigkeit der Maschine bestimmt, ist die Reduzierung von Schwingungseinflüssen im Drehprozess. Dazu ist im Drehtisch ein Schwingungsaufnehmer installiert, der bei einer Drehzahl von 80 min-1 Lage und Größe der Unwucht am aufgespannten Werkstück misst und anzeigt. Der Bediener kann auf der Palette entsprechende Gegengewichte anbringen und Kontrollläufe machen, bis der Drehprozess freigegeben wird.