Einfacher Wechsel, Schleifmedium, Walther Trowal

Alle Prozessschritte in derselben Maschine: Ein Arbeitsbehälter wird mit einem Handhubwagen aus der Maschine gezogen und innerhalb kürzester Zeit durch einen ersetzt, der andere Schleifkörper enthält. - Bild: Walther Trowal

| von Presseinformation der Walther Trowal GmbH & Co. KG

Walther Trowal hat die neuen Anlagen speziell für die Oberflächenbearbeitung hochwertiger Teile entwickelt, die besonders hohe Anforderungen an die Oberflächenqualität erfüllen müssen. Mit der neuen Maschine können selbst href="graphiken/die-aktuellen-stahlpreisindizes-im-ueberblick-356.html">härteste Werkstoffe auf Hochglanz poliert werden, so etwa Knieimplantate aus Chrom-Nickel-Stahl. Auch zur Bearbeitung von Turbinenschaufeln, Schaufelrädern von Turboladern, Präzisionsteilen – zum Beispiel für Pumpen und Kompressoren – werden die Anlagen eingesetzt.

Schleppschleifanlage M-TMD, Walther Trowal
Die neue Maschine ist kompakt und beansprucht wenig Platz. - Bild: Walther Trowal

Die neuen Maschinen der Serie M-TMD verfügen über ein Karussell mit mehreren Auslegern. An deren Enden sind rotierende Satelliten angebracht, die die einzelnen Werkstücke aufnehmen. Werden die Werkstücke durch das ruhende Schleifkörperbett bewegt, lassen sich aufgrund der Überlagerung der beiden Kreisbewegungen unterschiedliche Bewegungsmuster erzeugen – Grundlage der gleichmäßigen Bearbeitung der gesamten Werkstückoberfläche.
Christoph Cruse, der Vertriebsdirektor bei Walther Trowal, sieht großen Bedarf bei einigen seiner Kunden, die anspruchsvolle Komponenten herstellen: „Mit den neuen Maschinen wenden wir uns an die Hersteller von Werkstücken, die exzellente Oberflächen aufweisen müssen – bei denen beispielsweise schon kleinste Unebenheiten der Oberfläche oder gar Kratzer zu Ausschuss führen. Und es geht um Teile, bei denen schon wenige Tausendstel Millimeter Maßabweichung eine große Rolle spielen. Hier eröffnen die M-TMD-Anlagen mit der optimalen Anströmung der Teile vollkommen neue Möglichkeiten.“

Satelliten der neuen Schleppschleifanlage
Die Satelliten der neuen Schleppschleifanlage nehmen bis zu 18 Teile auf, nur für dieses Foto wurden unterschiedliche Werkstücke eingespannt. - Bild: Walther Trowal

Die Schleppschleifanlage M-TMD 4 verfügt über vier Satelliten und kann gleichzeitig zwölf Teile aufnehmen, die M-TMD 6 kann mit sechs Spindeln bis zu 18 Teile gleichzeitig bearbeiten. Ein Beispiel für die erfolgreiche Anwendung der Maschinen ist ein neues, speziell von Walther Trowal entwickeltes Verfahren für das Polieren von Knieimplantaten aus Chrom-Nickel-Stahl, auf die eine Keramikschicht aufgedampft wird. Sie wurden bisher meist in mehreren Schritten manuell bearbeitet – mit hohem Zeitaufwand und dem Risiko geringer Prozesssicherheit.

Spezielles Poliermedium

Werkstück, Absenken, Poliermedium
Ein Werkstück kurz vor dem Absenken in das Poliermedium. - Bild: Walther Trowal

In der neuen M-TMD wird die Keramikschicht nach dem Vorschleifen in einem automatischen Prozess mit einem speziell für diese Anwendung entwickelten Poliermedium poliert. Das Ergebnis: Obwohl die Keramikschicht extrem hart ist, entsteht aus der ursprünglich rauen eine glatte, hochglänzende Oberfläche, die extrem verschleißfest ist. Mit dieser Beschichtung verlängert sich die Lebensdauer der Implantate von bisher etwa 20 Jahren auf 30 und mehr. Dabei ist Walther Trowal neue Wege gegangen. Während üblicherweise mit eher weichem Material poliert wird, gibt das Unternehmen dem Poliermedium ein extrem hartes zu: Diamantpulver.
Cruse erläutert, welche Vorteile das neue Verfahren hat: „Weiche Oberflächen lassen sich schnell polieren. Doch das manuelle Polieren extrem harter Schichten war bisher eine große Herausforderung, vor allem, wenn eine gleichmäßige Bearbeitung gefordert war. Bei aufgedampften – nur wenige µm dicken – Schichten kommt hinzu, dass auf keinen Fall zu viel Material abgetragen wird. Mit der M-TMD und dem neuen Poliermedium haben wir das im Griff: Die Oberfläche wird überall gleichmäßig bearbeitet.“

Alle Prozesse in derselben Maschine

Beim „normalen“ Schleppschleifen, das sich für die Mehrzahl der Werkstücke weiterhin ideal eignet, werden die Werkstücke auf einem Teller fest montiert und mit ihm durch die Schleifkörpermasse bewegt. So erzielen diese Maschinen eine sehr hohe Abtragsleistung. Außerdem können die Werkstücke unter verschiedenen Anstellwinkeln an den Satelliten eingespannt werden. Auf diese Weise kann die Anströmung der Teile individuell an die Erfordernisse unterschiedlicher Werkstücke angepasst werden. Vom Vorschleifen bis zum abschließenden Polieren erfolgen alle Prozessschritte in derselben Maschine, ohne dass die Teile umgespannt werden müssen. nh

Auf einen Blick

Schleppschleifanlage M-TMD

Mit der neu entwickelten M-TMD-Baureihe können hochwertige Werkstücke im Vergleich zum herkömmlichen Gleitschleifen 10 bis 20 mal effizienter bearbeitet werden. Durch die Aufspannung auf ein Trägerkarussell mit rotierenden Satelliten ist eine werkstückschonende Bearbeitung von bis zu 18 Werkstücken garantiert. Verschiedene Anstellwinkel ermöglichen eine individuelle Anpassung an Ihre Werkstücke für einen reproduzierbaren Prozess mit exzellenten und gleichmäßigen Oberflächen.