Nullpunktspannsystem

Mit Hilfe von Nullpunktspannsystemen können Rüstkosten gesenkt und die Produktivität gesteigert werden. - Bild: Hoffmann

Zwei Kernthemen, sagt Jürgen Förster, Prokurist und Vertriebsleiter der AMF Andreas Maier GmbH & Co. KG, Fellbach, "begleiten uns in der Nullpunktspanntechnik sehr stark in den letzten Jahren: Zum einen ist dies mehr Flexibilität durch sinkende Stückzahlen bei gleichzeitig größerer Variantenvielfalt der zu spannenden Bauteile – andererseits der Wunsch nach nahtlos integrierten Automatisierungslösungen, die die Anforderungen an eine moderne Industrie 4.0-Lösung erfüllen und am besten als Standardprodukte angeboten werden können".Nullpunkt-Spanntechnik müsse als eine flexible, modular aufgebaute Komplettlösung ausgelegt werden.

Nullpunktspannsystem für Flexibilität
Ein Nullpunktspannsystem sorgt für größtmögliche Flexiblität bei engen Toleranzen. - Bild: AMF

Und dies beginnt bereits bei der Anschaffung und bei der Planung der Investition: "Als Systemanbieter in der Spanntechnik empfehlen wir die Kombination verschiedener Spanntechniken, um somit die Vorteile der einzelnen Systeme am besten nutzen zu können. Unsere Vakuum- und Magnetspannplatten sowie Mehrfachspannsysteme sind standardmäßig bereits mit Aufnahmebohrungen für die Spannbolzen unseres Nullpunktspannsystems ausgelegt."

"In unserem Bereich“, macht Förster deutlich, "spielt der Begriff Industrie 4.0 natürlich auch eine entscheidende Rolle. Die Nachfrage und der Bedarf nach unterschiedlichsten Abfragemöglichkeiten der Spannmittel ist da und steigt stetig. Dies beobachten wir bereits seit Jahren und haben uns darauf frühzeitig eingestellt“.
"Nullpunktspannsysteme gewinnen zunehmend an Bedeutung bei zeitgemäßen Automatisierungsstrategien innerhalb der Fertigung,“ erläutert Michael Hillebrand, Produktmanager Spanntechnik bei der Hoffmann Group, München: "Unsere Spanntöpfe basieren auf der identischen Technologie und sind untereinander kompatibel.“ Moderne Spanntöpfe verfügen bereits über eine Abfragefunktion, die über ein integriertes Ventil Daten sammelt und somit die Gespannt-Situation mittels Staudruck überwacht. Intelligente 4-Kanal-Töpfe für den vollautomatisierten Betrieb ermöglichen darüber hinaus eine Medienübergabe und Überwachungen auf mehreren Ebenen.
"Um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben und dem drohenden Facharbeitermangel entgegenzuwirken,“ bringt es Hillebrand auf den Punkt, "sind derartige Systeme in jeder Betriebsgröße unumgänglich. Mit Hilfe von Nullpunktspannsystemen können Rüstkosten enorm gesenkt und die Produktivität entsprechend gesteigert werden“.

Einfach zu bedienen

Magnetspanntechnik
Mit der neuen Magnetspanntechnik können auch schwer spannbare Formen ganz einfach gespannt werden. - Bild: WNT

"Moderne Spannlösungen können weit mehr als nur präzise und kraftvoll zu spannen“, meint Markus Michelberger, Vertriebsleiter Spanntechnik der Heinz-Dieter Schunk GmbH & Co. Spanntechnik KG, Mengen: "Sie sind schnell und einfach zu bedienen, verkürzen die Rüstzeiten, passen sich flexibel und zügig an unterschiedliche Spannaufgaben an und verursachen minimalen Wartungsaufwand.“ Der Trend gehe zu hochkompatiblen Baukastensystemen, mit denen sich jede einzelne Spannaufgabe intelligent und wirtschaftlich lösen lässt und zugleich eine hohe Durchgängigkeit zwischen unterschiedlichen Maschinen gewährleistet ist.

Mehr denn je sind wandlungsfähige Spannmittel gefragt, die im Wechsel unterschiedliche Anwendungen ermöglichen und dabei zugleich eine hohe Genauigkeit und eine hohe Prozessstabilität gewährleisten. Ganz bewusst, so Michelberger, "kombinieren wir daher das derzeit fortschrittlichste Nullpunktspannsystem mit einer Vielzahl anderer Spannmittel zu einem standardisierten Baukastensystem für die hocheffiziente Werkstückspannung“.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Spannlösungen "gibt es bei der Direktspannung mit dem Schunk Nullpunktspannsystem keine Störkontur durch Backen oder Spanneisen. So ist eine 5-Seiten-Bearbeitung mit optimaler Zugänglichkeit möglich. Hinzu kommt, dass unproduktive Nebenzeiten, wie aufwändiges Rüsten, Umspannen, Ausrichten oder die Bestimmung des Nullpunkts konsequent aus den Maschinen verbannt werden“. In Summe sind auf diese Weise beispielsweise im Werkzeug- und Formenbau Einsparungen von 60 bis 80 Prozent möglich.

Die typische Umstellung von einer Einrichtung zur anderen erfolgt mithilfe der Nullpunkt Grundplatten in weniger als drei Minuten. Das bedeute eine Erhöhung der Maschinenlaufzeit von 10 Stunden in der Woche oder 480 Stunden im Jahr. Ein weiterer großer Vorteil dieses Nullpunktspannsystems ist, dass die Werkstückbestückung außerhalb der Maschine stattfindet: "In die Spannvorrichtungen vorgerüstete Werkstücke lassen sich zum Beispiel kurz vor Feierabend in wenigen Minuten aufspannen. Dadurch gewinnen Anwender "zusätzliche mannlose Produktionszeit“. nh