Beschickung aus dem Magazin

Die Beschickung aus dem Magazin erfolgt frei nach Programm und damit "chaotisch", also entsprechend aktueller Prioritätsvorgabe. - Bild: Künzli

Komplette Dienstleistungen in Präzisionsmechanik, so lautete das Motto von Franz Künzli, als er im Jahr 1969 seinen Betrieb gründete. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus ein typisches Kleinunternehmen, das sich bis heute mit der Fertigung von Präzisionsteilen und Baugruppen im Kundenauftrag sowie mit der Entwicklung und Produktion von Brennern plus Zubehör für das Pulverauftrags-Schweißen befasst. Allerdings nahm die Fertigung von Kundenteilen immer mehr Raum und Kapazitäten ein, so dass mittlerweile zehn Mitarbeiter mit der Bearbeitung und Montage der mechanischen Komponenten für die unterschiedlichsten Branchen beschäftigt sind.

Zitat

"Mit der breiten Palette an Standard- und speziellen Hochbacken sowie den Grip-Backen decken wir fast die ganze Teile-Palette ab, und mit den Grip-Backen ersparen wir uns das Vorprägen und damit einen Arbeitsgang."

Klaus Krawinkel, Produktionsleiter Künzli

Klaus Krawinkel, Produktionsleiter bei der Franz Künzli AG, führt dazu aus: "Unsere Arbeit setzt hoch präzises Equipment und qualifizierte, motivierte Fachkräfte voraus. Unsere Kernkompetenz liegt in der Präzisionsbearbeitung von Teilen mit 100 x 100 x 100 mm, wir können aber auch Werkstücke bis 400 x 400 x 400 mm bearbeiten sowie Platten und Großteile bis 1000 mm Länge. Mit unserem modernen Maschinenpark sind wir in der Lage, Einzelteil- und Serienfertigung in Chargen bis 2500 Stück zu bewerkstelligen. Wir verfügen selbst über die meisten Verfahren und arbeiten darüber hinaus mit leistungsfähigen Partnern, um den Kunden Komplettleistungen anbieten zu können. Wir arbeiten im Normalfall einschichtig und durch einfache Automation auch in die Nacht hinein, je nach Komplexität und Laufzeit der einzelnen Werkstücke."

Anspruchsvolle Werkstücke

Gressel-Werkstückspeicher P60
Der Gressel-Werkstückspeicher P60 bei Künzli ist mit einem 5-Achsen-Bearbeitungszentrum verbunden und mit insgesamt 56 Werkstück-Spannsystemen vom Typ Zentrischspanner Gressel C1 und Gressel C2 bestückt. - Bild: Künzli

Ein erklärtes Ziel ist es, die Technologien zur Fertigung anspruchsvoller Werkstücke kontinuierlich hochzufahren. Deshalb nahm Künzli die Ersatzbeschaffung für mehrere Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren zum Anlass, seine Fertigungs-Philosophie auf den Prüfstand zu stellen. Zum einen sollte die bereits länger betriebene 3- und 4-Achsen-Technologie mit der 5-Seiten-Komplett- und Simultan-Bearbeitung fortgeschrieben werden, zum anderen stand die Erhöhung der Produktivität und damit der Wirtschaftlichkeit an. Eine intensive Evaluation ergab, dass sich der zunächst geplante sukzessive Kauf von mehr als einem CNC-Bearbeitungszentrum erübrigt, wenn man in ein Werkstückmagazin zur automatischen Maschinenbeschickung investiert. Denn damit ließe sich die Maschine auch mehrschichtig betreiben. Künzli entschied sich für den Kauf eines 5-Achs-Universal-Bearbeitungszentrums von DMG Mori vom Typ DMU 60eVo. Dieses entsprach mit dem Arbeitsbereich von X = 600, Y = 500 und Z = 500, einer Spindeldrehzahl bis 18 000 min-1, einem NC-Schwenkrundtisch mit der Aufspannfläche 600 x 500 mm sowie einem Werkzeugmagazin mit 120 Plätzen exakt den Anforderungen des Unternehmens.

Rationelle Werkstückspannung

Darüber hinaus benötigte Künzli jedoch auch ein problemlos anpassbares Werkstückmagazin und eine rationelle Werkstück-Spannung für das BAZ. Aufgrund von Empfehlungen sowie eines Referenzbesuchs fiel die Wahl auf einen Werkstückspeicher sowie die Werkstück-Spanntechnik von Gressel.

Das Team vor der Fräszelle
Von links: Michael Bendel, Vertriebsingenieur DMG Mori Seiki Schweiz AG; Roland Tenz, Polymechaniker und Maschinenbediener; Klaus Krawinkel, Produktionsleiter, beide von Franz Künzli AG; und Alain van De Velde, Vertriebstechniker Schweiz und Produktmanager bei der Gressel AG, vor der Fräszelle mit Werkstückmagazin. - Bild: Künzli

Der Spezialist konnte dabei mit seiner Komplettleistung aus einer Hand überzeugen: Bereits im Vorfeld der Inbetriebnahme stimmte sich Gressel eng mit dem Maschinenlieferanten DMG Mori Seiki Schweiz bezüglich der Schnittstellen ab. Zur Installation kam ein Werkstückspeicher von Gressel vom Typ P60. Dieser bietet bis zu 60 Paletten- oder Werkstückplätze, von denen aus das 5-Achsen-BAZ bedarfsgerecht beladen wird. Das universell an verschiedene Maschinen adaptierbare Handlingsystem nimmt inklusive Palette ein Gewicht bis maximal 30 kg auf und ragt bis 1000 mm in den Arbeitsraum des BAZ hinein. Der Werkstückspeicher musste softwaretechnisch gekoppelt werden.