Asch & Sebert hat einen Kühlmittelring entwickelt, bei dem sich die Kühlmitteldüsen während der Fräsbearbeitung automatisch der Werkzeuglänge anpassen. Für die Fertigung dieses patentierten Systems kommt Werkzeugtechnik der Paul Horn GmbH zum Einsatz.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Asch & Sebert hat einen Kühlmittelring entwickelt, bei dem sich die Kühlmitteldüsen automatisch der Werkzeuglänge anpassen.Horn/Sauermann)
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Maschinenbediener kennen das Problem: Wer während der
Fräsbearbeitung von einem kurzen Werkzeug auf ein Langes wechselt, muss die
Kühlmittelzufuhr anpassen. Insbesondere wenn keine innere Kühlmittelzufuhr zur
Verfügung steht, führt dies zu einem hohen Einstellaufwand, um die
Prozesssicherheit der Bearbeitung sicherzustellen. Das Unternehmen Asch &
Sebert hat sich diesem Problem angenommen und ein Kühlmittelring entwickelt,
bei dem sich die Kühlmitteldüsen automatisch der Werkzeuglänge anpassen. Für die
Fertigung des patentierten Systems setzt der Inhaber Gerald Sebert auf
Präzisionswerkzeuge der Paul Horn GmbH. „Für das Fräsen der Verzahnungen führt
für uns kein Weg an den Horn-Werkzeugen vorbei“, so Sebert.
Der Startschuss der Entwicklung der Kühlmittelringe war im
schwierigen Wirtschaftsjahr 2009. Aufgrund der weltweit schlechten Auftragslage
entstand bei Asch & Sebert die Idee, ein eigenes Produkt auf den Markt zu
bringen. Wie in vielen Fertigungen stellte sich auch in der eigenen Produktion
das Problem mit der Kühlmittelzufuhr von unterschiedlich langen Werkzeugen.
„Hier wollten wir angreifen und begannen mit der Entwicklung des automatisch einstellbaren
Kühlmittelrings“, so Sebert. Nach einigen Prototypen war das System auf den
eigenen Maschinen für Langzeittest im Einsatz. „Die Entwicklung ist das eine,
der Verkauf das andere. Wir haben sehr viel Zeit für die Patentrecherchen
aufgewendet. Hier recherchierten wir bis in die 30er Jahre zurück, ob wir mit unserer
Idee irgendwelche Patente verletzen“, erzählt Sebert. Im Jahr 2015 war es dann so
weit: Sebert meldete das System zum Patent an.
„Wir sind von dem System absolut überzeugt, aber es war ein
Kampf den Kühlmittelring, ohne ein entsprechendes Marketingbudget groß zu
vermarkten“, so Sebert. Der Geschäftsführer nahm zu verschiedenen
Maschinenherstellen den Kontakt auf. „Ein großer Maschinenbauer hat uns eine
weitreichende Kooperation zugesagt, aber nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit von
einem auf den anderen Tag den Stecker gezogen. Das war ein harter Rückschlag
nach den hohen Entwicklungskosten“, erzählt Sebert. Doch der Tüftler lies nicht
locker und vertiefte die Gespräche mit anderen Maschinenbauunternehmen. Mit
Erfolg: Sebert überzeugte mehrere bekannte Unternehmen von seiner Entwicklung,
sodass das diese nun auf zahlreichen Bearbeitungszentren zum Einsatz kommt.
Fanuc hat für das Kühlmittelsystem schon eine App entwickelt, die die Position
der Kühlmitteldüsen automatisch über die eingegebenen Werkzeugdaten steuert.
Asch & Sebert:
Asch & Sebert ist ein innovatives Unternehmen, das sich
auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger Präzisionsteile spezialisiert
hat. Mit langjähriger Erfahrung bietet das Unternehmen maßgeschneiderte
Lösungen für verschiedene Branchen, darunter Maschinenbau, Automobilindustrie
und Medizintechnik. Das Leistungsspektrum umfasst CNC-Drehen, Fräsen, Schleifen
sowie Oberflächenbearbeitung, stets mit Fokus auf höchste Qualität und
Präzision. Modernste Maschinen und ein engagiertes Team gewährleisten eine effiziente
Produktion und flexible Auftragsabwicklung. Asch & Sebert legt großen Wert
auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit, um nachhaltige Werte zu schaffen.
Das Unternehmen zeichnet sich durch Zuverlässigkeit, Innovation und
Kundenzufriedenheit aus und ist ein zuverlässiger Partner für anspruchsvolle
Fertigungsaufgaben. Mit ihrer Expertise unterstützen sie Kunden bei der
Realisierung komplexer Projekte und setzen dabei auf höchste Standards in
Qualität und Service.
Die Produktion der mechanischen Komponenten der
Kühlmittelringe geschieht in der eigenen Fertigung. Die Bewegung der
Kühlmitteldüsen geschieht über eine Mechanik, die über eine Stellverzahnung
gesteuert ist. Für das Fräsen der Verzahnung mit Modul 1 setzt Sebert mit
seinem Team aus erfahrenen Zerspanern auf das Zirkularfrässystem von Horn. „Wir
von Anfang an setzten wir auf die Horn-Systeme. Wir hatten uns auch zahlreiche
Werkzeuge von unterschiedlichen Werkzeugherstellern angeschaut, aber kein
Frässystem bat uns die Flexibilität wie die Fräser von Horn. Wir arbeiten mit
teils sehr langen Werkzeugauskragungen und da unterscheidet sich die Spreu vom
Weizen“, erzählt Sebert.
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Das Zirkular-Frässystem zeigt sich als Problemlöser in den zahlreichen Standardvarianten, als auch in speziellen Sonderformen für einige andere Fräsprozesse.Horn/Sauermann)
Zirkular-Verzahnungsfräser im Einsatz
Durch den schwingungsdämpfenden Vollhartmetallschaft treten trotz der langen Auskragung keine Probleme mit Vibrationen des Werkzeugs auf.Horn/Sauermann)
Zum Einsatz kommt das Horn-Zirkularfrässystem 613. Das
Sonderprofil der sechs Zähne des Werkzeugs gleicht dem Soll-Profil der
Zahnflanken des Werkstücks. Die Auskragung des Werkzeugs ist aufgrund der
Gegebenheiten lang. Durch den schwingungsdämpfenden Vollhartmetallschaft treten
keine Probleme mit Vibrationen des Werkzeugs auf. Die präzise Schnittstelle
zwischen Träger und Schneidplatte ermöglichen einen µ-genauen Rund- und
Planlauf der Schneidplatte beim Wechsel. Das Schruppen und Schlichten geschieht
mit demselben Werkzeug.
Mit mehreren Zustellungen fräst das Werkzeug die einzelnen
Zähne in das Werkstück. Die Schruppschnitte haben eine Tiefe von ap = 0,2 mm
und werden mit einer Schnittgeschwindigkeit von vc = 100 m/min gefräst. Das
Schlichtaufmaß beträgt 0,1 mm. Die Schlichtzustellung für das letzte Zehntel
bis zum Fertigmaß fräst das Werkzeug mit einer Schnittgeschwindigkeit von vc =
100 m/min. Die Fräsrichtung erfolgt im Gegenlauf. Die Werkzeuge von Horn
weisen, trotz des hohen Schnittdrucks durch die sechs Zähne, eine hohe Stabilität
auf. Die sechs Zähne bieten hierbei eine hohe Fräsleistung und die Möglichkeit,
höhere Schnittgeschwindigkeiten zu fahren. „Wir haben trotz der langen
Werkzeugauskragung keine Probleme mit Rattermarken auf der Oberfläche. Hierbei
achten wir natürlich auch auf eine sehr steife Spannung der Bauteile. Die
Werkzeuge würden die Zähne auch im Vollschnitt problemlos fräsen. Wir sind
jedoch bewusst auf mehrere Zustellungen gegangen, um für dieses zentrale
Bauteil die optimale Verzahnungsqualität zu erreichen“, so Sebert.
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Multitalente für Fräsprozesse
Nutfräsen, Trennfräsen oder Verzahnungsfräsen: Dies sind nur
drei genannte Fräsprozesse, welches das Horn-Zirkularfrässystem produktiv
meistert. Als echtes Multitalent einsetzbar, beherrscht das weitreichende
Werkzeugportfolio dieses Werkzeugsystems noch einige weitere Fräsprozesse.
Einsetzbar ab einem Innendurchmesser von 8 mm für die präzise
Bohrungsbearbeitung, Schlitzfräsen von schmalen Nuten mit einer Breite von 0,2
mm oder das Fräsen von Passverzahnungen: Die Fräswerkzeuge zeigen sich als
Problemlöser in zahlreichen Standardvarianten, als auch in speziellen
Sonderformen für einige andere Fräsprozesse.
Das Zirkularfrässystem von Horn bietet dem Anwender eine
Reihe von Verfahrensvorteilen: Es ist schnell, prozesssicher und erzielt gute
Oberflächenergebnisse. Dabei taucht das auf einer Helixbahn geführte Werkzeug
schräg oder sehr flach in das Material ein. Dadurch lassen sich beispielsweise
Gewinde in reproduzierbar hoher Qualität herstellen. Im Vergleich zur
Bearbeitung mit Wendeschneidplatten bei größeren Durchmessern oder VHM-Fräsern
bei kleineren Durchmessern ist Zirkularfräsen in der Regel wirtschaftlicher.
Zirkularfräser haben ein breites Einsatzgebiet. Sie bearbeiten Stahl,
Sonderstähle, Titan oder Aluminium und Sonderlegierungen. Die
Präzisionswerkzeuge eignen sich besonders für die Prozesse Nutfräsen,
Bohrzirkularfräsen, Gewindefräsen, T-Nutfräsen, Profilfräsen sowie
Verzahnungsfräsen. Sie überzeugen aber auch in Sonderanwendungen wie dem Fräsen
von Dichtnuten oder bei der Pleuelbearbeitung.
Die Kühlmitteldüsen liefern einen Kühlmitteldruck von maximal 15 bar.Horn/Sauermann)
Neben der OEM-Erstausrüstung von mehreren
Maschinenherstellern bietet Asch & Sebert die Kühlmittelringe auch zum
Nachrüsten von bestehenden und auch älteren Maschinen an. Das System besteht
aus dem eigentlichen Kühlmittelring und der dazu gehörigen Steuerungsbox. Die
Box ist direkt mit der Steuerung der Maschine verbunden, um die Werkzeugdaten
abzugreifen. Die Installation verlangt dabei die Rücksprache mit dem jeweiligen
Maschinenhersteller. Eine andere Variante ist der Kühlmittelring mit einer
Handsteuerung. Der Einbau erfordert keine direkte Kommunikation mit der
Maschinensoftware. Die Lage der Kühlmitteldüsen kann hierbei über ein
Bedienpanel neben der Maschinensteuerung gesteuert werden. Das System liefert
einen maximalen Kühlmitteldruck von 15 bar. Dies ist für die äußere
Kühlmittelzufuhr in den meisten Fällen ausreichend. Wenn der Druck steigt,
vernebelt der Kühlschmierstoff zu stark und verliert dabei seine Eigenschaften.
Sebert betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Horn:
„Wir setzen von Anfang an auf die Horn-Systeme. Kein anderes Frässystem bietet
uns die Flexibilität, die wir brauchen.“ Für den Geschäftsführer ist die Zusammenarbeit
mit Horn ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Entwicklung des
Kühlmittelrings.
Quelle: Paul Horn GmbH, bearbeitet von Sabine Königl
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FAQ – Häufige Fragen zur präzisen Verzahnung und Kühlmittellösung
Was ist das Besondere am Kühlmittelring von Asch &
Sebert?
Der Kühlmittelring passt die Ausrichtung seiner Düsen
automatisch an die Werkzeuglänge an – ohne manuelles Nachjustieren. Das erhöht
die Prozesssicherheit erheblich, insbesondere bei Maschinen ohne innere
Kühlmittelzufuhr.
Wie funktioniert die automatische Anpassung der
Kühlmitteldüsen?
Die Düsen werden mechanisch über eine präzise Verzahnung
gesteuert, die sich anhand der Werkzeugdaten positioniert. Diese wird entweder
automatisiert über die Maschinensteuerung oder manuell über ein externes
Bedienpanel angesteuert.
Welche Werkzeuge kommen beim Fräsen der Verzahnungen zum
Einsatz?
Zum Einsatz kommt das Zirkularfrässystem Typ 623 der Paul
Horn GmbH. Es bietet dank seiner speziellen Geometrie, Schwingungsdämpfung und
µ-genauer Schneidplattenaufnahme höchste Präzision und Stabilität.
Für welche Materialien eignet sich das
Horn-Zirkularfrässystem?
Das System ist vielseitig einsetzbar für Werkstoffe wie
Stahl, Titan, Sonderstähle, Aluminium und weitere Speziallegierungen. Es eignet
sich ideal für Nut-, Gewinde- und Verzahnungsfräsen sowie Sonderanwendungen.
Kann das Kühlmittelsystem auch nachgerüstet werden?
Ja, Asch & Sebert bietet sowohl OEM-Lösungen für
Maschinenhersteller als auch Nachrüstvarianten für bestehende Maschinen. Die
Integration erfolgt je nach Ausführung entweder über die Steuerung oder ein
separates Bedienfeld.
Welche Vorteile bietet Zirkularfräsen gegenüber anderen
Verfahren?
Zirkularfräsen ermöglicht eine prozesssichere und
wirtschaftliche Bearbeitung bei hohen Oberflächengüten. Durch das schräge
Eintauchen auf einer Helixbahn wird das Material schonend und effizient
bearbeitet – auch bei langen Auskragungen.