Stefan Brand, Vollmer Gruppe

„Erstmals bilden wir auch einen Lehrling zum Schneidwerkzeugmechaniker aus.“ Stefan Brand, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. - Bild: Vollmer

Mit der VGrind 160 hat Vollmer 2014 den Einstieg in das Werkzeugschleifen gemacht. Auf der AMB 2016 haben Sie mit der VGrind 360 bereits die nächste Entwicklungsstufe gezündet. Hätten Sie vor drei Jahren je gedacht, dass diese Maschine am Markt so erfolgreich sein könnte?
Sagen wir mal so, wir gingen davon aus. Uns war klar, dass der Markt des Werkzeugschleifens genügend Raum für eine neue Schleifmaschine bietet, wenn diese technologisch und funktionell einen Mehrwert hat. Deshalb ist die VGrind auch im engen Dialog mit unseren Kunden entstanden. Das Ergebnis ist eine Schleifmaschine für Hartmetallwerkzeuge mit neuer Kinematik. Herzstück sind zwei vertikal angeordnete Spindeln für eine Mehr-Ebenen-Bearbeitung, mit der sich Haupt- und Nebenzeiten reduzieren lassen.

Was hat Sie damals dazu veranlasst, in das Geschäft des Werkzeugschleifens einzusteigen?
Ein chinesisches Sprichwort sagt: Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen – wir bauen Windmühlen. Die VGrind nimmt jenen Wind auf, den derzeit die Werkzeughersteller weltweit spüren. Sie müssen in immer kürzeren Produktzyklen rotative Werkzeuge für ganz spezifische Einsätze und Anwendungen entwickeln. Unsere VGrind unterstützt sie dabei, zudem ist die Maschine ein wichtiger Baustein für Vollmer, um sich in der Produktion und im Service von Zerspanungswerkzeugen als Komplettanbieter zu positionieren.

Wie lange hat die Entwicklung der VGrind 160 gedauert?
Alles in allem – 108 Jahre! Kein Scherz, denn in der VGrind stecken Erfahrung und Wissen, die Vollmer seit seiner Gründung im Jahr 1909 gesammelt hat. Ganz konkret haben wir mit der Entwicklung der VGrind 2012 begonnen. Neben einer neuen Kinematik haben wir damals bewusst auf Technologien gesetzt, die wir seit Jahren in unseren Erodiermaschinen nutzen und die sich weltweit bei unseren Kunden im PKD-Umfeld bewährt haben.

Mit Vollmer Russland und Südkorea verfügt Ihr Unternehmen seit 2016 über 14 Niederlassungen und ist mit mehr als 30 Vertretungen rund um den Globus präsent. Gibt es noch weiße Flecken auf Ihrer Landkarte, die Sie sich erschließen wollen?
Wir haben schon Maschinen nach Kuba, Myanmar, Suriname und in den Iran geliefert, obwohl wir dort keine Vertretung oder Niederlassung haben. Von daher gibt es für uns nicht wirklich „weiße Flecken“. Niederlassungen oder Vertretungen gründen wir dort, wo die Nachfragen nach Vollmer Maschinen entsprechend hoch sind. Derzeit ist es so, dass wir rund die Hälfte unserer Maschinen in Europa verkaufen, aber der asiatische Markt wächst stetig und macht bereits ein Drittel unserer Umsätze aus. Deshalb denke ich, dass auch die nächste Neugründung in Asien sein wird, aber wo, kann ich heute nicht sagen.

Wie sieht die strategische Ausrichtung aus Ihrer Sicht für Vollmer aus? Denken Sie vielleicht daran, den Bereich des Werkzeugschleifens auszubauen?
Das ist das Ziel. Die VGrind ist für uns nur der Auftakt im Werkzeugschleifen. Denn dieser Markt spielt eine zentrale Rolle für unsere strategische Ausrichtung. Wir wollen führender Hersteller von Werkzeugmaschinen für die Fertigung und Instandhaltung von zerspanenden Werkzeugen werden. Egal ob Schleifen oder Erodieren, für alle Hersteller von rotativen Werkzeugen sind wir der verlässliche Partner für Schärftechnologien und Services.