Die Ruf-Brikettieranlage. - Bild: Ruf Maschinenbau

Im Dauereinsatz: Die Ruf-Brikettieranlage im Werk Thyrnau hat seit 2007 rund 1,5 Millionen Liter Schleiföl aus Schleifschlämmen zurückgewonnen. - Bild: Ruf Maschinenbau

| von Sabine Königl

In ihren Werken in Passau und dem benachbarten Thyrnau hat die ZF Friedrichshafen in den vergangen zwölf Jahren rund 1,75 Millionen Liter wertvolles Öl zurückgewonnen.Es konnte mittels des Verpressens der Schleifschlämme in Ruf-Brikettieranlagen zurückgewonnen werden. Die beiden Pressen amortisierten sich in einem halben beziehungsweise in rund zwei Jahren.

In neun beziehungsweise zwölf Betriebsjahren und in Summe zirka 100.000 Betriebsstunden gewannen die Brikettieranlagen der beiden Werke aus Schleifschlämmen, die in der Produktion anfallen, in Thyrnau gut 1,5 Millionen und in Passau rund 250.000 Liter Öl zurück. Diese Mengen sparten sie letztlich beim Frischöleinkauf ein. Das entspricht zu aktuellen Preisen einem Gesamteinkaufswert von rund 2,2 Millionen Euro netto.

Die Anlagen leisten zudem einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung. Denn vorher blieben große Teile dieser Ölmengen im Schleifschlamm und wurden zusammen mit ihm entsorgt. In Thyrnau entstehen an 35 Schleifmaschinen aktuell zwischen 250 und 300 Tonnen Schleifschlamm pro Jahr. Dieser besteht rund zu einer Hälfte aus Stahlpartikeln – letztlich mikroskopisch feinen Spänen – mit Schleifscheibenabrieb, zur anderen Hälfte aus Schleiföl. Bis 2006 hatten die Techniker dort mit eigenen Konstruktionen Teile des Öls aus dem Schlamm herausgepresst. „Doch damit konnten wir bei Weitem nicht diese großen Ölmengen zurückgewinnen, wie es uns mit der Ruf-Presse gelingt“, so Johann Zinöcker, der im Werk das Umwelt- und Energiemanagement verantwortet.

Den Fortschritt in der Ölrückgewinnung hat Ruf-Vertriebsleiter Andreas Jessberger ausgelöst, der 2006 in einer Fachzeitschrift über die Produktion im Werk Thyrnau gelesen hatte und daraufhin die Werkleitung auf die Potenziale der Brikettieranlagen hinwies. Probeverpressungen des Schlamms am Ruf-Sitz in Zaisertshofen überzeugten die Manager in Thyrnau von den Vorteilen und bereits 2007 nahm eine Ruf 4/2800/60S ihren Betrieb auf.

Befüllt wird die Anlage mit Gabelstaplern, die aus Sammelbehältern jeweils 0,4 Kubikmeter Schleifschlamm in den Vorratstrichter der Presse kippen. Die für einen mannlosen Betrieb ausgelegte Anlage startet automatisch, sobald sich im Einfülltrichter genügend Material befindet, und stoppt ebenfalls selbstständig, wenn der Schleifschlamm komplett verarbeitet ist.

Die mit einem vier Kilowatt starken Elektromotor angetriebene Anlage von Ruf komprimiert den Schleifschlamm und presst dabei den größten Teil des Öls heraus. Übrig bleiben weitgehend entölte Briketts, die aus feinem Metallabrieb sowie einem geringen Anteil Restöl bestehen.

„Durch das Pressen mit der Anlage von Ruf gewinnen wir aus dem Schleifschlamm zwischen 100 und 120 Tonnen Öl pro Jahr zurück“, erläutert Zinöcker. Da das Öl nur eine Dichte von rund 0,85 g/cm³ besitzt, entsprechen diese Massen einem Volumen von etwa 120 bis 140 Kubikmetern. Neben der Umweltentlastung durch Recycling statt Entsorgen des Öls ergeben sich hohe wirtschaftliche Vorteile.

Bei einem aktuellen Kilopreis des Öls von knapp 1,50 Euro netto spielt die Presse derzeit jährlich zwischen rund 150.000 und 175.000 Euro an Ersparnissen ein. Zudem sinken die Entsorgungskosten für den brikettierten Rest-Schleifschlamm, da es sich nur noch um geringere Mengen handelt. Nach der Anschaffung 2007 ergab sich für die Presse eine Amortisationszeit von unter einem halben Jahr.

Quelle: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG

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