Abfüllanlage

Diese schwere Fräsmaschine gab der Kunde während der Pandemie bei Soraluce in Auftrag, konnte sie aber erst zur Abnahme in Spanien in Augenschein nehmen. Dadurch, dass die Fräsmaschine im Vorfeld mit einem Digitalen Zwilling abgebildet wurde, gab es keine bösen Überraschungen. Im Gegenteil: Jeder weiß genau, was mit der neuen Maschine möglich ist. (Bild: Bimatec Soraluce)

Ende Mai wurde im nordspanischen Bergara das 60-jährige Firmenjubiläum von Soraluce mit einem Summit gefeiert. 350 internationale Gäste waren geladen, um sich vor Ort über die neuesten Entwicklungen des Maschinenherstellers zu informieren. Auch Bimatec-Vertriebsmanager Frank Lörchner war unter ihnen und stellte den Besuchern beim Rundgang durch die fünf riesigen Werkshallen die jüngsten Kundenprojekte aus Deutschland vor.

"Pandemiebedingt haben wir uns mit den Kunden ausschließlich in Videokonferenzen abstimmen können, was einen echten Vertrauensvorschuss bedeutete."

Frank Lörchner, Vertriebsmanager Bimatec Soraluce

High-End-Produzenten setzen auf Multitasking-Maschinen

Von der Entwicklung der Fräsköpfe, über den Wareneingang der Ausgangsmaterialien und die Bearbeitung der Maschinenbetten, bis hin zur Teileproduktion, Vormontage und der finalen Montage der Fräsköpfe ließ sich im baskischen Bergara die individuelle Fertigung in den Soraluce-Werkshallen nachvollziehen.
Das jüngste Projekt, das Frank Lörchner den Gästen vorstellte, war eine maßgeschneiderte Sonderlösung für einen langjährigen Bimatec-Kunden: einem börsennotierten Hersteller von Abfüllanlagen. Für dieses Unternehmen hatte Bimatec bereits vor wenigen Jahren eine kleinere Maschine geliefert. Nachdem die Limburger diesen ersten Auftrag erfolgreich umgesetzt hatten, folgte der nächste: eine großformatige Multitasking-Maschine, die Fräs- und Drehbearbeitungen mit hohem Automatisierungsgrad ermöglicht. Die Umsetzung beeindruckt, verfügt die Maschine doch gleich über mehrere automatisch indexierende Fräsköpfe und Drehstahlhalter sowie ein Werkzeugwechselsystem in Rack-Bauweise, bestehend aus 500 Magazinplätzen. Handling und Werkzeugwechsel wurden mit dem Einsatz eines Roboters vollautomatisiert.

neue Abfüllanlage in der Werkshalle von Soraluce
Präzisionsarbeit: Das vollautomatisierte Werkzeugrack ist Teil einer komplexen Multitasking-Maschine für einen Hersteller von Abfüllanlagen. (Bild: Anja Ringel)

Gelungene, rein virtuelle, Abstimmung mit dem Kunden

Kurz vor dem Soraluce Summit nahm der Auftraggeber das XXL-Asset in Spanien ab. Vorausgegangen waren diverse Abstimmungsrunden, die pandemiebedingt ohne persönlichen Kontakt und nur in Form von Videokonferenzen durchgeführt werden konnten. "Das ist schon ein riesiger Vertrauensvorschuss, den der Kunde uns da gegeben hat", bewertet Vertriebsmanager Frank Lörchner stolz die Haltung des Auftraggebers gegenüber dem gesamten Team. Der High-End-Produzent wurde nicht enttäuscht und stellt das nächste Projekt bereits in Aussicht.

Auch bei einem weiteren Bimatec-Kundenprojekt, das Frank Lörchner im Rahmen des Rundgangs vorstellte, verlief die Abstimmung aufgrund der Corona-Einschränkungen fast vollständig auf virtuellem Weg. Erst anlässlich des Soraluce Summits reisten erstmals Vertreter des deutschen Auftraggebers ins spanische Werk, um sich die neue Fräsmaschine, die ein zirka 15 Jahre altes System eines Wettbewerbers ablösen soll, persönlich anzuschauen.

Erstkontakte kommen durch Messen zustande

Summit zum 50jährigen Bestehen  in der Werkshalle 5 bei Soraluce
Die Werkhalle 5 von Soraluce im baskischen Bergara bietet viel Platz für den Bau großer und individueller Maschinen aus allen Branchen. (Bild: Bimatec Soraluce)

"Der Erstkontakt mit diesem Kunden kam ganz klassisch auf einer Messe zustande", berichtet Lörchner beim Summit in Bergara. Das Unternehmen, Weltmarktführer für Tablettenpressen in der Pharmaindustrie, war nicht nur angetan von der Frästechnik und den innovativen Konstruktionen, die Bimatec Soraluce anbietet. Auch der Service, den die Limburger mit der durchgehend erreichbaren Service-Hotline und einer regionalen Techniker-Flotte für ihre Kunden bereitstellen, spielte bei der Kaufentscheidung eine zentrale Rolle.

Frank Lörchner betont, dass es sich bei dieser Maschinenanfertigung um ein sehr komplexes Projekt mit einem umfangreichen Lastenheft handelte. Diesen Anforderungen konnte das Team von Bimatec Soraluce nach zweieinhalbjähriger, intensiver Abstimmungsarbeit mit dem Kunden gerecht werden. Nachdem die Vertreter des Unternehmens die Fräsmaschine beim Soraluce Summit in Spanien in Augenschein genommen hatten, seien sie laut Lörchner nun "Feuer und Flamme" die innovative Anlage im heimischen Werk endlich einsetzen zu können.

Sonderkonstruktionen für enge Platzverhältnisse

Eine ganz andere Herausforderung galt es für einen langjährigen Geschäftspartners zu meistern: Ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, Spezialist für die Bearbeitung von Panzerstahl, arbeitet seit Jahren kontinuierlich an der Erweiterung seiner Produktionsanlagen. Allerdings sind die räumlichen Kapazitäten, die der Firmenstandort zu bieten hat, inzwischen fast vollständig ausgeschöpft.

Nur eine kleine Ecke stand auf dem Firmengelände noch für die neue Maschine zur Verfügung. "Wir hatten das Maximum herauszuholen", berichtet Frank Lörchner zurückblickend. Auch für diese sehr spezielle Situation fand das Team des Limburger Maschinenherstellers eine Lösung: Die Sonderkonstruktion sah deshalb unter anderem vor, dass die Halle, die eigens für die Maschine errichtet wurde, gleichzeitig als Sicherheitseinhausung dient. Darüber hinaus brachten die spanischen Ingenieure die Schleppkette nicht wie üblich seitlich an der Maschine an, sondern verlegten sie nach oben, um die Breitenmaße zu reduzieren.


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