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Die neue Lehrwerkstatt von Viega ist so geräumig, dass bis zu zwanzig Auszubildende Platz finden. - Bild: Weiler Werkzeugmaschinen

Ein Investitionsvolumen von 2,6 Millionen Euro, rund 1200 m2 Fläche und ein umfangreicher Maschinenpark: In der 2017 erbauten Halle BA9 von Viega im thüringischen Großheringen ist viel Raum für die Berufsausbildung. Dieser wird auch genutzt - 17 angehende Industrie- und Zerspanungsmechaniker haben im Herbst die dreieinhalbjährige Lehre begonnen. Das ist ein neuer Rekord für den Standort.

Mit gerade einmal 50 Angestellten begann im Jahr 1991 die Produktion, heute ist Großheringen mit 750 Mitarbeitern einer der größten Viega-Standorte und Fertigungszentrum für Rohrleitungssysteme. Ausschließlich für den ständig wachsenden Eigenbedarf bildet das Unternehmen aus. Da die ursprüngliche Lehrwerkstatt schließlich aus allen Nähten platzte, wurde 2015 der Startschuss für den Bau einer neuen Halle gegeben. In ihr findet sich neben dem Werkzeugbau das großzügig gestaltete Ausbildungsareal.

Bis zu zwanzig Lehrlinge jährlich können dort den Beruf des Industrie- oder Zerspanungsmechanikers erlernen, und zwar an Präzisionswerkzeugmaschinen der Familienunternehmen Weiler und Kunzmann. Vier verschiedene Präzisions-Drehmaschinen - teils konventionell, teils servokonventionell - werden in der Ausbildung genutzt. Dazu kommen zwei Universalfräs- und Bohrmaschinen.

Drehen und Fräsen

Nach dem ersten Lehrjahr im überbetrieblichen Bildungszentrum Erfurt trainieren die Auszubildenden an ihnen das Drehen und Fräsen.

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Seit 2015 setzt Viega in der Ausbildung auf Fräsmaschinen von Kunzmann, hier eine hochpräzise konventionelle Fräsmaschine des Typs WF 400 M. - Bild: Weiler Werkzeugmaschinen

Dabei erwarten die Nachwuchskräfte keine ausbildungsspezifischen Übungsaufgaben, sondern echte Projekte des Unternehmens. "Bei uns arbeiten die Auszubildenden gleich an individuellen Aufträgen für die Fertigung", erläutert Chris Beck, der Leiter der Ausbildungswerkstatt. "Sie stellen beispielsweise Maschinenersatzteile her und unterstützen den Werkzeugbau. So lernen sie den Umgang mit Termin- und Qualitätsdruck und erhalten ein besseres Verständnis dafür, warum Präzision bei uns groß geschrieben wird."

Die Ansprüche an die Maschinen sind deshalb hoch. Nicht nur leicht zu bedienen, sicher und robust sollen sie sein, sondern auch vielseitig einsetzbar und sehr genau. Um diese Anforderungen zu erfüllen, setzt Viega seit knapp zwanzig Jahren auf Weiler. Das Familienunternehmen aus Emskirchen ist deutschlandweit der einzige Hersteller hochwertiger Drehmaschinen für die Ausbildung.

Neben einer 1998 erworbenen konventionellen Präzisionsdrehmaschine Praktikant AC, an der schon viele Jahrgänge von Auszubildenden erste Erfahrungen mit dem Drehen gesammelt haben, steht seit sieben Jahren eine servokonventionelle C50 in der Lehrwerkstatt. 2015 und 2017 folgten mit der Condor VCplus und der Praktikant VCD zwei weitere konventionelle Maschinen.

Der erste Kontakt mit Kunzmann ergab sich 2012 im Rahmen der Berufe-Weltmeisterschaft "WorldSkills", bei der wieder einmal ein Viega-Mitarbeiter für Deutschland antrat. Damals entschloss sich das Unternehmen für den Kauf einer WF 400 M, einer Fräsmaschine für den rein manuellen Betrieb. 2017 kam mit der WF 410 MC eine weitere Fräsmaschine dazu, bei der sich eine CNC-Steuerung flexibel zuschalten lässt. Damit ist die Lehrwerkstatt des Herstellers von Installationstechnik nicht nur umfassend ausgestattet, sie besitzt auch zwei wettkampferprobte Maschinentypen. Die Praktikant VCD und die WF 410 M kamen schon mehrfach bei nationalen und internationalen Entscheidungen der "WorldSkills" zum Einsatz. An ihnen üben sich die Auszubildenden nicht nur im Drehen und Fräsen, sondern können auch für künftige Wettbewerbe trainieren. jd