Mitarbeiterbindung

Gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind produktiver und zufriedener. Investieren Unternehmen in eine ausgewogene Work-Life-Balance ihrer Belegschaft, erhöhen sie damit auch die Mitarbeiterbindung, (Bild: Bimatec Soraluce)

Deutschlandweit waren im November 2022 laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit 51.000 Arbeitsstellen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau nicht besetzt. Solche Zahlen bereiten der Geschäftsleitung des Maschinenherstellers Bimatec Soraluce momentan noch kein Kopfzerbrechen. Zwar sind bei den Limburgern aktuell im technischen Bereich gleich mehrere Stellen ausgeschrieben, doch ein akuter Mangel an Fachkräften besteht bislang nicht.

"Ein Grund dafür dürfte unser Prämiensystem sein, das wir in diesem Jahr eingeführt haben", erklärt Claudia Ferri, die bei Bimatec für das Management von Marketing und Kommunikation zuständig ist. Das neue Programm sieht vor, dass die eigenen Beschäftigten als 'Headhunter' aktiv werden und im Freundes- und Bekanntenkreis nach interessierten Kandidaten suchen. "Erste Erfolge konnten wir bereits verzeichnen und eine Neueinstellung hat es auch schon durch eine solche persönliche Empfehlung gegeben", berichtet Nicole Drews, die den Bereich Human Resources betreut.

Finanzielle Anreize zeigen Wirkung

Den ersten Teil Prämie erhält der werbende Mitarbeiter nach der Vertragsunterzeichnung des neuen Kollegen, die zweite Prämie wird bei Übernahme nach der Probezeit fällig. Das bringt nicht nur für den Arbeitgeber Vorteile mit sich. Denn "wer als Bewerber über einen unserer Mitarbeiter aus erster Hand Informationen über uns erhält, kann sich gleich ein viel besseres Bild von unserer Unternehmenskultur und unseren Werten verschaffen", ergänzt Nicole Drews.

Die Anwerbeprämie ist nicht der einzige Bereich, in dem Bimatec Soraluce auf zusätzliche finanzielle Anreize für die Beschäftigten setzt. "Auch eine betriebliche, mehrstufige Gesundheitsprämie haben wir erfolgreich installiert", erklärt Claudia Ferri im Interview. Um Fehlzeiten zu reduzieren, hatten sich Geschäftsleitung und HR-Abteilung zu diesem Schritt entschlossen. Seitdem wird ein Bonus ausgezahlt, wenn Mitarbeiter über einen Zeitraum von drei Monaten keine Krankmeldung vorlegen. Der erhoffte Effekt – die Senkung von Fehltagen durch Kurzzeiterkrankungen – sei dadurch eingetreten, berichtet Nicole Drews. Dass sich Mitarbeiter nur wegen der Prämie krank zur Arbeit schleppen, sei auch kein Thema, ergänzt Claudia Ferri. "Wer krank ist, gehört definitiv nicht an den Arbeitsplatz."

Offensichtlich funktioniert auch in diesem Bereich die offene Kommunikation mit den Beschäftigten, auf die der Mittelständler im Rahmen von 'New Work' großen Wert legt, einwandfrei.

Social Recruiting spricht junge Talente an

Dass neue Kommunikationskanäle und innovative Formen der Zielgruppenansprache auch im Recruiting immer mehr an Bedeutung gewinnen, hat man bei Bimatec Soraluce ebenfalls erkannt. Neben den klassischen Wegen bei Stellenausschreibungen – über die eigene Firmenwebsite, Onlineplattformen und den persönlichen Kontakt auf Fachmessen – setzt man deswegen schon länger auch auf Social Media Kanäle, um potentielle Bewerber auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Im kommenden Jahr wird das Social Recruiting auf die Plattform Instagram ausgeweitet, um noch mehr junge Talente zu erreichen.

Zudem soll 2023 eine neue Karriere- und Ausbildungskampagne gestartet werden, die derzeit zusammen mit einer Limburger Kommunikationsagentur entwickelt wird. Dazu gehören auch ein Relaunch der firmeneigenen Karrierewebsite und eine Neugestaltung der Stellenanzeigen. "Wir möchten unsere Ansprache emotionaler gestalten und mehr persönliche Geschichten von unseren Mitarbeitern erzählen", erklärt HR-Fachfrau Nicole Drews die neue Strategie.  

Zusammenarbeit mit Schulen und IHK verstärkt

Auch den Ausbildungsnachwuchs möchte Bimatec Soraluce gezielt auf die attraktiven Karrierewege im Maschinen- und Anlagenbau aufmerksam machen und setzt deswegen auf eine intensive Zusammenarbeit mit der IHK und den Berufsschulen in der Umgebung. "Ob das die Bildungsmesse 'Hessencampus' ist, IHK-Events wie der 'Tag der Ausbildung' und der 'Tag der Betriebe' oder der Schulungstag bei unserer Hausausstellung: Uns ist es wichtig, unsere Ausbildungsangebote vorzustellen und frühzeitig das Interesse beim Nachwuchs zu wecken“, erklären Claudia Ferri und Nicole Drews. Daher zählen auch Schülerpratika und die regelmäßige Teilnahme am Girls‘ Day zum festen Recruiting-Programm. "Für das erste Quartal 2023 sind bereits vier Praktikumsplätze vergeben", berichten die beiden.

Ein Bewusstsein dafür, dass der Arbeitsmarkt zum Bewerbermarkt geworden ist und dass auch die Mentalität der kommenden Generation eine andere ist, ist bei den Personalentscheidern im Hause Bimatec zweifelsohne vorhanden. Aber nicht nur das: Auch bei den bestehenden Mitarbeitern möchte man sich als attraktiver Arbeitgeber zeigen. Und dafür wird viel getan.

Mehr Flexibilität und mehr Benefits

Bike Leasing für Mitarbeiter
Diverse Sonderleistungen wie betriebliche Altersvorsorge, Firmenfitness, Essenszuschüsse für die Kantine und Bike-Leasing werden bei Bimatec Soraluce umgesetzt. (Bild: Bimatec Soraluce)

Schon jetzt wirbt Bimatec Soraluce auf seiner Website mit Weiterbildungsmöglichkeiten, flachen Hierarchien und diversen Sonderleistungen wie betrieblicher Altersvorsorge, Firmenfitness, Essenszuschüssen für die Kantine und Bike-Leasing.

Darüber hinaus haben Geschäftsleitung und HR erkannt, dass heutzutage kaum ein Mitarbeiter mehr auf mobiles und flexibles Arbeiten verzichten möchte. Die Konsequenz: Zum 1. Januar 2023 wird nicht nur ein Gleitzeitmodell eingeführt, das sowohl auf die Bedarfe der Verwaltungsbereiche als auch auf die Produktion abgestimmt ist, sondern zugleich erhalten alle Beschäftigten ein fixes Kontingent von fünf Tagen im Monat zum mobilen Arbeiten. Zudem werden zusätzliche Sonderurlaubstage gewährt und bis 2025 erfolgt eine Aufstockung des Jahresurlaubs für jeden Beschäftigten auf 30 Tage.

"Wir setzen neue Maßstäbe", heißt es im diesjährigen Weihnachtsvideo des Limburger Maschinenherstellers. Mit der Flexibilisierung der Arbeitszeiten und den zusätzlichen Benefits beweist das Unternehmen, dass sich dieser Slogan nicht nur auf die Hightech-Maschinen bezieht, sondern ebenso für seine HR-Strategie gilt.

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