| von Jürgen Gutmayr

Martin Brzezinski ist Dreher des Jahres 2020. Doch auch seine vier Mitstreiter überzeugten mit Meisterleistungen. Und letztendlich waren alle Teilnehmer Sieger.

Pünktlich um 9:30 Uhr fiel der Startschuss zum Branchenevent Dreher des Jahres 2020 in Villingendorf, der diesmal im Rahmen der Citizen-Maschinenwochen am 17. September stattfand. Normalerweise ist die Messe AMB in Stuttgart seit nunmehr 18 Jahren die Plattform für diesen Event, doch Markus Reissig, Geschäftsführer der Citizen Machinery Europe GmbH, Hauptsponsor der Veranstaltung in diesem Jahr, entschied sich auf Grund der Situation bereits im Frühjahr für diesen Austragungsort im Citizen Technologiezentrum.

Und die Entscheidung war goldrichtig, denn zahlreiche Besucher waren an diesem Tag vor Ort und wohnten dem Wettbewerb bei. Ohne Zweifel war der Dreher des Jahres 2020 einer der spannendsten Contests in den vergangenen 18 Jahren.


Nach der Auslosung der Reihenfolge durch Claus Wilk, Chefredakteur des Fachmagazins fertigung, stieg die Spannung. Als Erster sollte Danny Schrödel an die Maschine, dann Siegfried Kersch, Martin Brzezinski, Jürgen Munderich und zum Schluss Manuel Roth. Apropos Drehmaschine: Die Wettbewerbsmaschine war einer der am Markt beliebten Kurzdreher BNA42MSY Miyano. Der Revolver verfügt über eine Y-Achse und ermöglicht das Schalten der Zwischenstationen. Die Steuerung ist von Mitsubishi.

 

Kurzdreher Citizen BNA42MSY Miyano
Die Wettbewerbsmaschine: Kurzdreher Citizen BNA42MSY Miyano. – Bild: fertigung

Welche Herausforderungen für die Teilnehmer gab es?

Die erste Hürde war das Programmieren des Werkstücks. Ein Messingteil mit Innenbearbeitung und einem Außengewinde, dazu ein Sechskant – so ganz grob die Beschreibung. Was sich auf den ersten Blick als unkompliziert darstellte, erwies sich in der Umsetzung der Programmierung dann doch als schwierig. Danny Schrödel, Newcomer bei diesem Event, meisterte den ersten Step und kam nach einer Stunde an die Maschine. Nach 1 Stunde und 12 Minuten war es dann soweit: Er brachte ein fertiges Teil von der Maschine und zeigte sich mehr als zufrieden. Denn Schrödel stand schon lange nicht mehr an der Maschine. In seinem Beruf ist er Werkzeugspezialist bei Iscar und berät Kunden. Doch er bewies, dass er es noch richtig drauf hat.

"Nervosität – was ist das!", sprach lachend Siegfried Kersch, der als Zweiter zur Praxisaufgabe kam. Der Routinier und zweimalige Sieger des Wettbewerbs wurde bereits im Vorfeld von allen unter der Hand als Sieger gehandelt. Doch ähnlich wie in der Formel 1 können auch Siegertypen wie Lewis Hamilton mal Fehler unterlaufen. So auch "Siegi" – beim Programmieren lief es nicht rund und dann auch noch auf der Maschine. Der vormalige Champion konnte im gesteckten Zeitrahmen diesmal leider kein fertiges Teil abliefern.

Dann ging Martin Brzezinski an den Start. Der jüngste Teilnehmer arbeitet bei Heimatec und ist passionierter Dreher. Programmieren war topp und an der Maschine konnte er ein perfektes Teil abliefern. Michael Neitzel und Michael Roth, die von Citizen den Ablauf an der Maschine überwachten zeigten sich zufrieden. Und auch von Pius Weber, der in der Jury den Verband der Drehteilehersteller vertrat, kam ein optimistischer Blick.

Jürgen Munderich und Manuel Roth waren ebenfalls schon mal dabei, konnten aber diesmal beide kein fertiges Bauteil abliefern. Probleme gab es bei der Programmierung – und dann alles unter Zeitdruck. Beim Ergebnis lagen sie knapp auseinander.


Gegen 17:30 Uhr zog sich die Jury dann zur finalen Besprechung und Begutachtung der Werkstücke zurück. Klare Entscheidung: Martin Brzezinski holte sich den ersten Platz, gefolgt von Danny Schrödel, Manuel Roth, Jürgen Munderich und Siegfried Kersch.


Letztendlich sind alle Sieger und haben den Contest Dreher des Jahres 2020 mit Bravour gemeistert.

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