Interview, Olaf Furtmeier, Burkhardt+Weber, Fertigungssysteme

Olaf Furtmeier ist Geschäftsführer bei Burkhardt+Weber Fertigungssysteme. - Bild: Burkhardt+Weber

Herr Furtmeier, mit der MCC-Reihe haben Sie auf der EMO 2017 erstmals eine reine Serienmaschine vorgestellt. Was zeichnet diese Baureihe aus?

Kurz gesagt: Kompakt. Kraftvoll. Kompromisslos BW. Die MCC 630 ist unsere kleinste Maschine und erweitert das Produktprogramm nach unten. Damit ist sie ein mehr als würdiger Nachfolger der MC60, die heute noch in über 70 Betrieben läuft und durch außerordentliche Wirtschaftlichkeit besticht. Aufgrund der Standardisierung können wir kurze Lieferzeiten anbieten. Kunden, die bisher gezwungen waren, bei kleineren Maschinen auf Wettbewerbsprodukte umzusteigen, können diese jetzt auch von uns erwerben.

Für welche Anwendungsbereiche wurde die Maschine konzipiert?

Die MCC630 ist für die harte Serienproduktion entwickelt. Es ist eine Maschine, um Geld zu verdienen. Mit der geringen Breite von nur 3,30 m ist sie bestens für verkettete Produktionslinien geeignet. Zusätzlich ist sie bereit für die digitale Vernetzung in selbstorganisierten Produktionsprozessen. Völlig neu entwickelt haben wir die A-Achse für die 5-Achs-Bearbeitung. Die glänzt nun mit einem besonders großen Schwenkbereich. Gleichermaßen ist es eine Maschine für die Stahl- und Gussbearbeitung. Dank der Getriebespindel bis 1300 Nm ist sie auch in der Luftfahrtindustrie für die schwer zerspanbaren Werkstoffe einsetzbar.

"2017 war ein gutes Jahr für Burkhardt+Weber." Olaf Furtmeier

Wollen Sie damit neue Anwendungsfelder erschließen?

Bisher haben sich BW-Maschinen mit ihrer hohen Individualisierbarkeit ausgezeichnet. Die MCC bietet unseren Kunden nun die Möglichkeit, eine bezahlbare Serienfertigungsmaschine zu erwerben, die trotzdem alle BW-typischen Eigenschaften besitzt. Damit bieten wir eine überaus breite Palette an Maschinenkonzepten an - von der 630er-Palette mit einem Störkreis von 1100 mm bis zu unserer aktuell größten Maschine, die MCX 1600 mit einem Störkreis von 4800 mm.

Gibt es für Sie noch weiße Flecken auf dem Globus, die Sie erobern möchten?

2017 haben wir unsere Präsenz in Skandinavien mittels einer neuen Vertriebs- und Servicekooperation mit Index-Traub Nordic AB verstärkt sowie einen besonderen Fokus auf die USA gelegt. Auch im Nahen und Mittleren Osten haben wir interessante Projekte durchgeführt. 2018 werden wir mit einer neuen Vertretung für Italien und Spanien zusammenarbeiten und uns intensiv dem südeuropäischen Markt widmen.

"Wir werden unsere Vision von der BW-Fabrik der Zukunft in die Tat umsetzen." Olaf Furtmeier

Wie steht es um Romi in Brasilien – welche neuen Maschinen werden dort gerade entwickelt?

Trotz der Tatsache, dass der brasilianische Werkzeugmaschinenmarkt seit drei bis vier Jahren einer Rezession ausgesetzt ist, hat Romi ein hervorragendes operatives Ergebnis im 3. Quartal 2017 erzielt – ein Resultat aus der Strategie, sich weltweit breiter aufzustellen. Nachdem auf der EMO 2017 eine neue Hybridbaureihe auf den Markt gebracht wurde, stehen auch 2018 neue Produkteinführungen auf dem Plan – mehr will ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

Über welche Entwicklung sind Sie besonders stolz?

2017 hat sich meine Tätigkeit als Geschäftsführer bei BW erstmalig gejährt, und wir hatten einige herausfordernde Aufgaben vor uns, nicht zuletzt die Entwicklung der neuen Baureihe innerhalb weniger Monaten. Doch nicht nur das Ergebnis begeistert mich, sondern vor allem der Weg dahin. Die Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen und wie jeder einzelne BW-Mitarbeiter voll-motiviert sein Bestes gegeben hat, das war beeindruckend und macht mich stolz, dieses tolle Team führen zu dürfen.

Wie ist das Geschäftsjahr 2017 für Burkhardt+Weber verlaufen, und was erwarten Sie von 2018?

2017 können wir uns über einen hervorragenden Umsatz freuen. Er resultiert aus einem der besten Auftragseingänge in 2016 in der jüngeren Geschichte von BW. Doch darauf ruhen wir uns nicht aus. 2018 feiert Burkhardt+Weber sein 130-jähriges Bestehen. Wir arbeiten daran, unsere Vision von der „BW-Fabrik der Zukunft“ in die Tat umzusetzen und kontinuierlich Themen wie Qualität, Prozessoptimierung und die allgegenwärtige Digitalisierung voranzutreiben. Denn Burkhardt+Weber ist mehr als nur Stahl und Eisen. Wir sind ein Unternehmen, das als Technologiepartner Mehrwert bietet und wollen unsere Kunden dabei unterstützen, die BW-Maschinen so effizient wie möglich einzusetzen. jd