Entlüftungsschlitze, Mikrofräser, SpinJet, Hempe, Tungaloy

Entlüftungsschlitze von 0,5 mm bis maximal 0,7 mm werden mit Mikrofräsern und der SpinJet bei 40.000 U/min gefertigt. Gegenüber der herkömmlichen Fertigungsweise spart Hempe nun 40 Prozent Zeit ein. - Bild: Tungaloy

In der Produktionshalle der Hempe GmbH wird gedreht, gefräst, geschliffen – zum einen nach Zeichnung der Kunden aus Automobilindustrie, Pipelinefertigung oder dem Lokomotivbau. Zum anderen für den Eigenbedarf, wenn es um die Produktion der selbst entwickelten Hochleistungsfeinstzerkleinerer für die Nahrungsmittelindustrie geht. "Für unsere Mitarbeiter macht es keinen Unterschied, ob sie nun Bauteile für die eigenen Produkte herstellen oder ob es sich um einen Kundenauftrag handelt. Sie holen stets das Beste aus Maschine und Material heraus", erläutert Jörg Hempe, Geschäftsführer des mittelständischen Familienunternehmens mit aktuell 47 Mitarbeitern.

SpinJet, Display, Tungaloy
Mit dem Display hat der Maschinenbediener stets die aktuellen Drehzahlen der SpinJet im Blick. - Bild: Tungaloy

"Um noch kürzere Lieferzeiten zu erreichen und damit noch wettbewerbsfähiger zu sein, müssen manchmal andere Wege eingeschlagen werden. Im Formenbau, für den wir ja auch viel arbeiten, hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert", so Andreas Möller, Fertigungsleitung bei Hempe. "Die Anforderungen sind enorm gestiegen, da müssen wir maschinen- und fertigungstechnisch immer auf dem neusten Stand sein. Das war unter anderem der Grund, weshalb wir unseren Maschinenpark mit zwei Hermle C12 aufgestockt haben, die dank ihrer 5-Achs-Simultanbearbeitung, außerordentlichem Drehmoment und externer Programmierung gerade für anspruchsvolle Formteile Vorzüge bringen."

Zitat

"Mit SpinJet sind wir jetzt tatsächlich in unserem Anwendungsfall 40 Prozent schneller als bisher." Andreas Möller, Hempe GmbH

Einer der Hempe-Anwender verarbeitet beispielsweise Polyurethan-Schäume, die in speziellen Werkzeugformen in Form gebracht werden. Da der verwendete PU-Schaum sehr aggressiv ist, werden dafür entsprechende Werkzeugstähle verwendet. Diese Schäume härten zusätzlich schneller aus. Deswegen muss die Luft kontinuierlich und schnell aus der Form abgeführt werden. "Bei Lufteinschlüssen verändert sich die Federkonstante des Schaums, was die Qualität des Produkts verschlechtert", erklärt Fertigungsleiter Möller.

Jörg Hempe, Hempe GmbH, G. Schruth, Sebas­tian Klumpe, Unitools GmbH, Andreas ­Möller, Markus Feldhaus
Erfolgreiches Teamwork (v.l.n.r.): Jörg Hempe, Geschäftsführer der Hempe GmbH, G. Schruth aus der Fertigung, Sebas­tian Klumpe, Technische Beratung und Vertrieb bei der Unitools GmbH aus Hagen a. T. W., Fertigungsleiter Andreas ­Möller von der Hempe GmbH und Markus Feldhaus, Produktmanager Fräsen/Bohren bei der Tungaloy Germany GmbH. - Bild: Tungaloy

Solange die 0,5 bis 0,7 mm breiten Entlüftungsschlitze eine gerade Kontur mit gleicher Tiefe hatten, wurden bei Hempe Sägeblätter eingesetzt. Doch zunehmend wurden die Entlüftungen konturverfolgend, da blieb nur das Senk­erodieren. "Bei zwölf Schlitzen kommen leicht mehrere Stunden Erodierzeit zusammen, was manchen Liefertermin knapp machte", ergänzt Hempe. Fräsen schien den Spezialisten bei Hempe als Option einen Versuch wert. Und tatsächlich funktionierte es auch mit der Spindel der Hermle, die bis zu 18 000 U/min schaffte. "Wir passten Schnittdaten und Vorschübe an, doch die Ergebnisse waren durchwachsen", so Möller. "Fräser in den Durchmessern 0,5 bis 1,0 mm brauchen eigentlich höhere Drehzahlen."